Neue TV-Serien basierend auf populären Horrorfilmen

07. August 2014

Scream 3

Nach dem Erfolg von „Hannibal“ und „Bates Motel“ war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis andere erfolgreiche Horrorproduktionen einem TV-Makeover unterzogen würden. Mit „Scream“, „Evil Dead“ und „Freitag, der 13.“ sind derzeit ganze drei bekannte Beispiele in Arbeit – und die nächsten Titel (darunter „Resident Evil“) werfen an der Gerüchtefront schon ihre Schatten voraus. Ob damit ausgedienten Modellen neues Leben eingehaucht oder lediglich der letzte Funken Markttauglichkeit verwertet wird, bleibt abzuwarten.

Die meisten Details sind momentan über die von MTV produzierte „Scream“-Adaption bekannt. Konnte man Anfang des Jahres noch mit Berufung auf unterschiedlichste Quellen lesen, dass Wes Craven persönlich für den Pilotfilm auf dem Regiestuhl Platz nehmen solle, so wird er laut offiziellen Angaben des Senders jetzt lediglich als Co-Produzent neben Cathy Konrad, Marianne Maddalena, sowie Bob und Harvey Weinstein fungieren (allesamt Veteranen der Filmreihe). Nicht beteiligt ist bemerkenswerterweise Franchise-Erfinder Kevin Williamson. Auch die Darstellerriege beinhaltet keinen der aus den Filmen bekannten Namen. Nach „Teen Wolf“ wäre „Scream“ die zweite Originalserie des Senders, die auf einer Horrorkomödie beruht.

Während hier bereits ein Pilotfilm beauftragt ist, befindet sich die TV-Version von „Evil Dead“ noch in der Entwicklungsphase. Auf der diesjährigen San Diego Comic Con hatte Sam Raimi im Rahmen eines Panels zu seinem aktuellen Film „The Last of us“ bekannt gegeben, dass er zusammen mit seinem Bruder Ivan und Bruce Campbell, dem Hauptdarsteller der originalen Filmreihe, am Konzept arbeite. Letzterer hatte zwei Tage später via Twitter angedeutet, dass er selber auch onscreen beteiligt sein würde – für Fans der Reihe ein Grund zum Feiern. Erst im vergangenen Jahr war ein von Raimi produziertes Remake des Ursprungsfilms auf breite Zustimmung gestoßen. Ob neben der Fernsehvariante nun auch noch mit einem Sequel zu rechnen ist, erscheint eher fragwürdig.

Im Fall von „Friday the 13th“ orientiert sich Produzent Sean S. Cunningham ganz am Prequel-Konzept von „Bates Motel“ und konzentriert sich auf die Vorgeschichte des Serienslashers Jason Voorhees und seiner Mutter. So jedenfalls der Plan. Wundern muss das niemanden, denn der einst von Cunningham erdachte Originalfilm hatte sich bereits merklich von der ödipalen „Psycho“-Konstellation beeinflussen lassen und mit einer mordenden Mutter die Verhältnisse einfach umgedreht. Erst im zweiten Teil tauchte dann (ohne weitere Erklärung) der ikonische Slasher mit der Hockeymaske auf. Parallel zur TV-Serie (übrigens nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Produktion von 1997 bis 1999) befindet sich zudem eine weitere Kinoauswertung in Arbeit.

Grundsätzlich ist die Idee, erfolgreiche Horrorfilme in Form einer Serie für den Fernsehmarkt auszuwerten, nicht wirklich neu. Erst der Erfolg von Beispielen wie „The Walking Dead“ und „American Horror Story“ jedoch hat gezeigt, dass das Genre mittlerweile auch beneidenswerte Quoten generieren kann. 2002 etwa war der Versuch gescheitert, Stephen Kings „Carrie“ als langlebiges TV-Format zu etablieren. Der Pilotfilm mit Angela Bettis in der Haupt- und Katharine Isabelle („American Mary“) in einer Nebenrolle fiel beim Zielpublikum gnadenlos durch. Initiator des damaligen Projektes war ausgerechnet „Hannibal“-Macher Bryan Fuller.

[Abbildung: Studiocanal (Scream 3)]

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The Walking Dead

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