THIRST – Park Chan-Wook in Berlin

18. August 2009

Thirst / Durst

Auch wenn der filmische Vampirismus derzeit vor allem von der allgemeinen „Twilight“-Mania bestimmt wird, zeigte sich doch ausgerechnet auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes, wie sich das Genre auch immer noch von ganz anderer Seite angehen lässt. „Thirst (Bakjwi)“ stieß gar auf derart große Begeisterung, dass er am Ende den Prix du Jury mit nach Hause nehmen konnte.

Die Geschichte um einen Priester, der sich nach einem missglückten medizinischen Experiment zunehmend in einen Vampir verwandelt, und damit einem existenziellen Konflikt anheim fällt, ist umso ungewöhnlicher, als dass sie sich als Variation von Emile Zolas einst skandalumwittertem Roman „Thérèse Raquin“ versteht. In der südkoreanischen Heimat sorgte „Thirst“ zudem für seinen ganz eigenen Skandal: Hauptdarsteller Song Kang-ho wagte den ersten Full Frontal Shot eines männlichen Darstellers im landeseigenen Mainstreamkino.

Filmemacher Park Chan-Wook schaffte sich 2003 mit dem düsteren Rachedrama „Oldboy“ weltweite Aufmerksamkeit. Quentin Tarantino outete sich nicht nur als großer Fan, sondern verriet auch, dass er als Juryvorsitzender in Cannes 2004 für Parks Beitrag gestimmt hatte. Zuletzt wurde seine skurrile Romanze „I’m a Cyborg, but that`s OK” auf der 75. Berlinale mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet.

Zur Vorführung seines Vampirdramas auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest kommt Park Chan-Wook ins Cinemaxx nach Berlin. Termin ist der 23. August, Vorstellungsbeginn 21.45 Uhr. Karten gibt es an der Kinokasse.

Regulärer startet „Thirst“ in Deutschland am 15. Oktober.

Thirst / Durst

[Abbildungen © MFA+ FilmDistribution e.K.]

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