The Lazarus Effect | Filmkritik: Auferstehung im Labor

17. September 2015

The Lazarus Effect

Hier zeigt es sich mal wieder: Wenn mehr Leute öfters ins Kino gehen oder Bücher lesen würden, bliebe ihnen viel Ärger erspart. Hätte etwa das medizinische Forscherteam, das fieberhaft an einem Serum zur Wiedererweckung von Toten arbeitet, irgendwann einmal „Pet Sematary [dt. Friedhof der Kuscheltiere]“ zur Kenntnis genommen, wäre allen Beteiligten vorab schon klar gewesen, dass da nichts Gutes bei rumkommen kann. Denn egal ob auf einem alten indianischen Friedhof oder im Labor, wer aus den ewigen Jagdgründen zurückgeholt wird, entwickelt nun einmal ziemlich unangenehme Eigenschaften.

Anstelle einer Katze ist es diesmal ein Hund, der entgegen aller Wahrscheinlichkeit wieder einen Puls bekommt, sich zunächst nur seltsam verhält, dann ungewöhnliche Kräfte entwickelt und schließlich – Überraschung, Überraschung – zur ernsthaften Bedrohung wird. Keine gute Idee also, vor diesem Hintergrund auch noch ein plötzlich verstorbenes Teammitglied zu reanimieren und damit den Zorn des Totenreichs auf sich zu ziehen.

„The Lazarus Effect“ ist als lauwarme Variation bekannter Genre-Muster („Frankenstein“ meets „Flatliners“, benennt es Produzent Matt Kaplan im Making-of ganz offen) eine typsche Blumhouse-Produktion. Ein junges Darsteller-Ensemble, eine Abzähldramaturgie, eine Handvoll Jumpscares, sowie zurückhaltender Grusel- und Gewaltanteil, um ein möglichst breites Publikum möglichst wenig zu verschrecken. Das tut niemandem weh, ist aber auch schneller wieder vergessen als es dauert.

Olivia Wilde („Tron: Legacy“) gibt sich als Untote wider Willen alle Mühe, nicht ins Chargieren zu verfallen, hebt die Angelegenheit insgesamt aber auch nur bedingt über den Durschschnitt. Ein Mini-Cameo von Ray Wise dient wohl vor allem dazu, seinen Namen auf Plakate und Cover drucken zu können. Und der finale Twist (wie könnte es auch ohne gehen?) begeht – die Option auf ein Sequel offen haltend – einen ziemlich ärgerlichen Verrat am Zuschauer. Positiv hingegen: Nach nur 83 Minuten ist der Spuk auch schon wieder vorbei. [LZ]

OT: The Lazarus Effect (USA 2015). REGIE: David Gelb. BUCH: Luke Dawson, Jeremy Slater. MUSIK: Sarah Schachner. KAMERA: Michael Fimognari. DARSTELLER: Olivia Wilde, Mark Duplass, Sarah Bolger, Evan Peters, Donald Glover, Ray Wise, Emily Kelavos. LAUFZEIT: 80 Min (DVD), 84 Min (Blu-ray). VÖ: 17.09.2015.

The Lazarus-Effect | DVD-Cover

[Abbildungen: Eurovideo]

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