THE HUMAN CENTIPEDE gewinnt bei den Scream Awards 2010

20. Oktober 2010

The Human Centipede | Spike Scream Awards | Most Memorable Mutilation

Im fünften Jahr hat die Award-Show des US-Senders Spike mit dem bezeichnenden Titel „Scream“ endgültig allen Geist von Anarchie und gutgelauntem Irrsinn verloren. Unter den Nominierten aus dem Umfeld von Horror, SciFi, Fantasy und Comic findet sich 2010 vor allem breitenwirksames Blockbuster- und Quotenmaterial. Gewählt wird von den Zuschauern, und die entstammen in der Mehrzahl eben genau dieser Zielgruppe. So gehörten zu den dominierenden Gewinnern in diesem Jahr allen voran Christopher Nolans „Inception“ mit 6, die TV-Serie „True Blood“ mit 4, sowie „Twilight Eclipse“, „Iron Man 2“, und „Avatar“ mit je 3 Auszeichnungen. Die wenigen Außenseiter, die noch übrig geblieben waren, gingen nahezu vollständig unter.

Umso mehr muss überraschen, dass sich der niederländische Horrorfilm „The Human Centipede“ in der Kategorie „Most Memorable Mutilation“ gegen seine Mitbewerber (darunter immerhin „Inglourious Basterds“ und erneut „True Blood“) durchsetzen konnte. Im Zentrum des Films, der vor allem wegen eben jener nun auch preisgekrönten Absurdität bereits im Vorhinein für enormes Aufsehen gesorgt hatte, steht ein faschistoider deutscher Chirurg, der in direkter Mengele-Nachfolge drei Menschen operativ aneinander näht – und zwar Mund an Anus.

Dass „The Human Centipede“ damit die einzige Produktion ist, die zumindest in einer Kategorie nicht hinter der Übermacht der großen Studios verschwand und soviel Zuspruch generieren konnte, dass am Ende eine Auszeichnung drin war, belegt, wie sehr Filmemacher Tom Six hier unabhängig von Budget und Marketingaufwand einen empfindlichen Nerv getroffen hat. Einziger Wermutstropfen dabei ist die Tatsache, dass sein Hauptdarsteller, der deutsche Schauspieler Dieter Laser, in der Kategorie „Best Villain“ sträflicher Weise übersehen wurde.

Einen deutschen Verleih hat „The Human Centipede“ bis heute übrigens nicht gefunden. Für sonderlichen Mut der hiesigen Branche spricht das nicht.



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