THE HOBBIT: 10-minütige Preview stößt auf Skepsis

25. April 2012

James Cameron und Peter Jackson gehören nicht nur zu den Verfechtern einer erhöhten Framerate, sie sind auch davon überzeugt, dass hier die Zukunft des Kinos liegt. Filmkritiker Roger Ebert hatte diese Entwicklung schon lange prophezeit. Jetzt wird er sich bald zu den ersten Resultaten äußern können, und man kann damit rechnen, dass der erklärte 3D-Gegner keine große Freude an 48 fps haben wird. Den Pressevertretern, die jetzt im Rahmen der in San Francisco jährlich stattfindenden CinemaCon die Gelegenheit hatten, einen ersten Blick auf insgesamt zehn Minuten von „The Hobbit“ zu werfen, bereitete das optimierte Format jedenfalls wenig Vergnügen.

Bei einer Aufnahme- und Projektionsgeschwindigkeit von 48 Bildern pro Sekunde sollte man genau das erwarten, was die wenigen ersten Eindrücke von Jacksons Rückkehr nach Mittelerde wohl auch bieten konnten: höhere Bildschärfe, flüssigere Bewegungen und insgesamt mehr Realismus. Doch genau das könnte sich zunächst auch als Problem erweisen. Viele der Anwesenden zeigten sich bestenfalls kritisch und schlimmstenfalls entsetzt, denn der Effekt der erhöhten Bildrate erinnert zwangsweise an HD-TV.

Doch derartige Abwehrreaktionen müssen niemanden wundern. Seit Mitte der 1920er Jahre ist der Kinogänger an eine Geschwindigkeit von 24 fps gewöhnt, und so erweist sich die neue Optik erstmal schlicht als zuviel des Guten. James Cameron hatte schon vor einer Weile angekündigt, noch einen Schritt weiter zu gehen, und seine beiden „Avatar“-Sequels gar mit einer Framerate von 60 aufzunehmen. Douglas Trumbull war mit „ShowScan“ bereits in den 80ern die Entwicklung eines Vefahrens gelungen, das eine derartige Bildgeschwindigkeit ermöglichte, doch zum Einsatz im Kino kam es nie.

Als Peter Jackson vor fast genau einem Jahr erstmals zu seiner Entscheidung Stellung bezog, „The Hobbit“ in 48 fps zu drehen, nahm er die jetzigen Einwände schon im Ansatz vorweg („Filmpuristen werden das Ausbleiben von Unschärfe und stroboskopischen Bildfehlern kritisieren“) und verglich den Geschwindigkeitswechsel gleich mal mit dem Umstieg von Vinyl auf CD – für Analogverfechter allerdings eher ein unglücklich gewähltes Beispiel.

Jackson zeigt sich trotz Wissens um die zu erwartende, vorübergehende Abwehrhaltung zuversichtlich: „Man gewöhnt sich sehr schnell an die neue Optik, und dann wird die Erfahrung eine wesentlich realistischere und angenehmere sein.“ Denn immerhin ließen sich 3D-Aufnahmen bei 48 fps zeitlich unbegrenzt konsumieren, ohne dass sich für das Auge Ermüdungserscheinungen einstellen würden.

Jacksons vollständiges Statement lässt sich in der englischen Originalfassung auf seiner offiziellen Facebook-Seite nachlesen.

The Hobbit

[Abbildung: New Line Cinema]

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