THE DARK TOWER: Romanzyklus von Stephen King wird Filmtrilogie und TV-Serie

09. September 2010

Nachdem sich J.J. Abrams und Damon Lindelof aus der Verfilmung des voluminösen „Dark Tower“-Zyklus von Bestsellerautor Stephen King zurückgezogen hatten, schien es, als sei die Adaption erst einmal wieder in die Planungshölle zurückgekehrt. Doch das Gegenteil war der Fall. Hinter den Kulissen wurde eifrig verhandelt und wohl auch der eine oder andere Vertrag unterzeichnet. Doch eine bloße Filmversion war den Verantwortlichen für eine derart umfangreiche Vorlage offenbar zu wenig. Denn womit Universal und NBC jetzt an die Öffentlichkeit getreten sind, ist nicht mehr und nicht weniger als das größte mediale Crossover-Projekt, das ein Hollywoodstudio jemals ins Auge gefasst hat.

Ganze drei Filme und zwei TV-Serien sollen der Vorlage gerecht werden, und das keineswegs unabhängig voneinander. Auf den ersten Teil der Trilogie folgt die Serie als Brücke zur Fortsetzung. Deren Handlung wird dann erneut für die Fernsehauswertung aufgenommen und findet ihr Finale im Abschlussfilm der Trilogie. So jedenfalls stellt man es sich vor.

Vergleichbares hat es zuvor nicht gegeben, und ohne die immense Popularität der Vorlage wäre ein derartiger Hybrid, neben dem die ungeliebten deutschen „Amphibienfilme“ wie provinzielles Daumenkino wirken, auch sicherlich nie angedacht worden. Doch das Konzept ist vor allem der Entwicklung im US-Serienmarkt der letzten Jahre geschuldet. Längst lassen sich komplexe Geschichten auf hohem Niveau im TV besser erzählen als im Kino – von Zuschauerbindung und Langlebigkeit ganz abgesehen.

Vorzeigebeispiele wie „Lost“, „The Sopranos“ und „24“ haben gezeigt, dass der serielle Charakter des Fernsehens (unter Voraussetzung eines hohen produktionstechnischen Aufwandes) die narrativen Möglichkeiten des Kinos nicht nur ein- sondern mittlerweile auch problemlos überholen kann. David Lynch hatte das bereits Anfang der 90er Jahre erkannt und mit „Twin Peaks“ nicht nur ein (vorübergehendes) Phänomen geschaffen, sondern auch eine Blaupause für komplexes serielles Erzählen entworfen. Selbiges war seiner Zeit allerdings so sehr voraus, dass es über ein Jahrzehnt brauchte, um im Mainstream-TV anzukommen.

Geht das Konzept für „The Dark Tower“ auf, wird das Verhältnis von Kino und Fernsehen in den kommenden Jahren ein radikal anderes werden. Auf kreativer Seite wird ein eingespieltes Team aus Ron Howard, Brian Grazer und Akiva Goldsman verantwortlich sein. Das Trio hatte zuvor bereits erfolgreich an den beiden Dan-Brown-Verfilmungen „The Da Vinci Code“ und „Illuminati“, sowie „A Beautiful Mind“ zusammen gearbeitet. Howard übernimmt nach momentaner Planung und mit Drehbüchern von Goldsman die Regie des ersten Films und der ersten Serienstaffel.

Stephen King selber gibt sich in einem offiziellen Statement überzeugt, dass alle Beteiligten seiner Vorlage mit großen Respekt begegnen und ihr in den geplanten Kino- und TV-Adaptionen so gerecht werden, wie es sich die Fangemeinde wünscht.

[Abbildung: Marvel Comics]

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