The Crawlers: Jason Lapeyre und Edward R. Pressman adaptieren Philip K. Dick

06. Januar 2015

Jason Lapeyre

Bis heute beruhen rund 20 Filme (meist sehr lose) auf Vorlagen des vor allem für seine philosophischen Zukunftsfantasien bekannten US-Autors Philip K. Dick, darunter Großproduktionen wie „Minority Report“, „Total Recall“ oder Ridley Scotts Genre-Klassiker „Blade Runner“. Dass es dabei vor allem Kurzgeschichten sind, die den Weg auf die Leinwand geschafft haben, muss angesichts seiner fast 50 Romane durchaus verwundern. Keine Ausnahme von der Regel ist die aktuell von Produzent Edward R. Pressman („American Psycho“, „Bad Lieutenant“) und Autorentochter Isa Dick Hackett initiierte Verfilmung von „The Crawlers“, einer frühen Short Story aus dem Jahr 1953.

Regie führt mit Jason Lapeyre ein guter Freund unserer Redaktion. 2012 hatte der Kanadier gleich mit zwei bemerkenswerten LowBudget-Produktion auf sich aufmerksam gemacht. Beide erwiesen sich als echte Vorzeigebeispiele für kreatives Filmemachen auf hohem Niveau trotz geringer finanzieller Möglichkeiten: „Cold Blooded“ nutzte die leerstehende Pathologie eines Krankenhauses als Kulisse für eine blutige Cop/Gangster-Konfrontation, während „I Declare War“ dem Kriegsspiel einer Kindergruppe folgte und dabei ausschließlich mit Laiendarstellern im frühen Teenageralter arbeitete.

„The Crawlers“ erzählt die Geschichte einer nicht näher erklärten Reihe von Mutationen. In einer amerikanischen Kleinstadt gebären zunehmend immer mehr Frauen erschreckend missgestaltete Kinder, die nur noch vage an menschliche Säuglinge erinnern. Extremitäten haben sie gerade mal in andeuteter Form und so können sie sich ausschließlich kriechend vorwärts bewegen. Ein tödlicher Stachel macht sie allerdings zur echten Gefahr. Ratlos darüber, wie mit den Kreaturen umzugehen sei, lässt die Regierung sie einsammeln und auf eine Insel schaffen, die zuvor für Atomwaffentests herhalten musste. Eine wirklich gute Idee ist das allerdings auch nicht.

Was die Drehbuchautoren Kalen Egan und Travis Sentell (beide bislang ohne nennenswerte Credits) aus der lediglich achtseitigen Vorlage machen werden, bleibt abzuwarten. Laut Isa Dick Hackett soll „The Crawlers“ jedenfalls die erste Adaption einer Vorlage ihres Vaters sein, die sich im Horrorgenre bewegt. Der Text selber übrigens trug ursprünglich den Titel  „Foundling Home“ und ist mittlerweile Public Domain.

The Crawlers | Philip K. Dick

[Abbildungen: Sergei Bachlakov (Porträt Jason Lapeyre) | Imagination Magazine / W. E. Terry (Illustration)]

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