Clown – (k)ein Film von Eli Roth

25. Oktober 2010

Clown | Eli Roth | Trailer

Weil Eli Roth mittlerweile vor allem als Produzent („The Last Exorcism“), Nebendarsteller („Death Proof“, „Inglourious Basterds“, „Piranha 3D“) und PETA-Aktivist öffentlich in Erscheinung tritt, interessante Projekte wie die Adaption von Stephen Kings Roman „Cell“ abgesagt hat, die Filmversion seines Fake-Trailers „Thanksgiving“ weiter auf die lange Bank schiebt und sich ansonsten über seinen nächsten Job als Regisseur leidlich ausschweigt, ließ das plötzliche Auftauchen eines Trailers zu einem bislang unbekannten Roth-Film vorübergehend den Verstand einiger Fans komplett aussetzen. Dass „Clown“ dabei auch noch ungemein vielversprechend daherkam, trug einiges zu seiner rasend schnellen viralen Verbreitung bei.

Doch während die Online-Magazine und Blogs noch wie besessen spekulierten, hatte Roth am 19. Oktober auf angenehm entspannte Weise bereits für Klarheit gesorgt: Die ganze Sache sei so gut gemacht, dass selbst er geglaubt habe, der Film sei echt. Jetzt wolle er ihn auch sehen.

Clown | Fake-Trailer

Dazu wird es jedoch wohl kaum kommen. Für eine bloße Schnapsidee von Fans allerdings ist die ganze Angelegenheit wiederum merklich zu professionell. Bis ins kleinste Detail hat man für die Glaubwürdigkeit des Trailers gesorgt. Wer etwa die Credits genau studiert, findet jede Menge Namen von Leuten vor und hinter der Kamera, die in der Vergangenheit mit Roth gearbeitet haben (inklusive seinem Mentor und „Hostel“-Co-Produzenten Quentin Tarantino).

Hinter dem Clip stehen offenbar Christopher Ford und Jon Watts von Waverly Films, einer Gruppe von Filmemachern aus Brooklyn. Bekannt wurden sie unter anderem durch die mit zwei Webby Awards ausgezeichnete 6-teilige Webserie „Stickman Exodus“ auf Atom TV, dem digitalen Ableger von Comedy Central. Inzwischen findet sich „Clown“ auch auf Waverlys offiziellem Youtube-Kanal.

Nachtrag vom 17.11.2010: Offenbar war Roth dann doch so angetan von der Idee, dass er den Machern einfach anbot, ihren Trailer tatsächlich zu einem Film zu verarbeiten. Deadline New York gegenüber gab er dazu folgendes Statement ab: „Mir gefiel der Mut, den sie hatten, einfach einen Trailer rauszubringen, der behauptete ‚vom Meister des Horrors, Eli Roth’ zu sein. Einige Leute dachten, dass ich den Film tatsächlich gemacht hätte oder das Ganze ein weiterer Grindhouse Fake-Trailer sei. Das erste, was sie sagten, war ‚Danke, dass Du uns nicht verklagt hast’, aber ich habe ihnen erklärt, ‚das hier ist Hollywood, and obwohl es Tradition ist, dass jeder Film irgendwann auf eine Gerichtsverfahren hinausläuft, verklagt man jemanden doch nur, wenn man sich um Profite streiten kann. Verklagen macht keinen Spaß, solange es kein Geld gibt.’ Ich hatte aber wirklich das Gefühl, dass diese Jungs eine Chance verdienten, und dass Leute bei bösen Clowns tatsächlich ordentlich Panik bekommen. Es ist ein neues Spielfeld für eine Version von ‚The Fly’, wo dieser Typ mitbekommt, wie er sich verändert, Aussetzer hat und dann sein Clownskostüm über und über mit Blut vorfindet. Man mag ein Monster eben so lange, bis es ganz und gar Monster ist.“

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