Mit ‘Scarlett Johansson’ getaggte Artikel

Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik: Karaoke und Holographie

Mittwoch, 05. April 2017

Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Vergessen wir einmal für einen Moment die leidige Whitewashing-Debatte, denn Hand auf’s Herz: Wer hätte schon gerne auf den Anblick von Scarlett Johansson im Nude-Look eines hautengen Latex-Anzuges verzichtet? Eye-Candy liefert der Film aber auch unabhängig von seiner Hauptdarstellerin, und zwar in jeder Einstellung und über die volle Distanz hinweg. Kaum möglich, sich an den betörenden CGI-Welten sattzusehen, die einen völlig vereinnahmen – urbaner Futurismus, wie man ihn vielleicht seit „Blade Runner“ nicht besser gesehen hat. Damit sind aber leider auch schon fast alle Stärken dieser ersten Realversion des einflussreichen Mangas benannt. „Ghost in the Shell“ ist eine visuell makellose Oberfläche ohne nennenswerte Tiefe.

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The First Avenger: Civil War | Filmkritik: Staffelfinale

Montag, 02. Mai 2016

The First Avenger: Civil War

Die beste Strategie, als Deutscher unauffällig in einem deutschen Hotel zu residieren: den Namen „Müller“ angeben (Meldegesetz dabei ignorieren), das Zimmermädchen als „Fräulein“ betiteln und zum Frühstück schwarzen Kaffee mit Speck ordern. Nonsens? Mitnichten. Denn im aktuellen „Avengers“-Ableger/Sequel/Spin-Off funktioniert genau das reibungslos und sagt eine Menge darüber aus, welche Klischeevorstellung von Hans, Fritz und Helmut man dem amerikanischen Blockbusterpublikum wohl servieren zu müssen glaubt, wenn man sich schon dazu bereit erklärt, mehrere hiesige Filmförderungen um rund 1,2 Millionen Euro zu erleichtern. Dafür prügeln sich die Superhelden aus dem Marvel-Universum dann auch gerne durch den Flughafen Leipzig/Halle und machen kaputt, was ihnen so im Wege steht.

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Lucy | Filmkritik

Donnerstag, 14. August 2014

Lucy | Scarlett Johansson

Wohl niemand käme je auf die Idee, Luc Besson übermäßigen Tiefsinn vorzuwerfen. Nichts desto trotz finden sich bei ihm zwischen zwei Bleigewittern und einer Verfolgungsjagd immer wieder unerwartete Momente reinster Melancholie (und wenn „Leon – der Profi“ nicht der traurigste aller Filmkiller ist, wer bitteschön soll es denn dann sein?). So gibt es sie auch in „Lucy“, jene seltsamen Inseln, die inmitten all der hyperbolischen Krachwumm-Dramaturgie für einen kurzen Moment daran erinnern, dass keine Geschichte ohne Charaktere funktioniert, deren Schicksal uns nachhaltig bewegt: Wenn die titelgebende Hauptfigur auf dem OP-Tisch liegend das unbändige Bedürfnis verspürt, ihre Mutter anzurufen, weil sie urplötzlich Zugriff zu den ältesten Erinnerungen ihrer Kindheit hat und gleichzeitig begreift, dass sie eben deshalb unwiderbringlich aufhört, Mensch zu sein, gehört das zum Schmerzhaft-Poetischsten, was es dieses Jahr bislang im Kino zu sehen gab. Direkt danach kracht und rummst es allerdings schon wieder.

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Iron Man 2 | Filmkritik: Marvel rüstet auf

Samstag, 08. Mai 2010

Iron Man 2

Seitdem Mickey Rourke wieder im Licht der Öffentlichkeit steht, ist sein Status ein anderer geworden. Aus dem einst von Alkohol, Drogen und schlechten Schönheitschirurgen gezeichneten Wrack und dann mit „The Wrestler“ wiederauferstandenen Charakterdarsteller ist offenbar echtes Blockbustermaterial geworden. Bereits vorab schürte seine Besetzung als Gegenspieler von Tony Stark zurecht die größten Erwartungen an dieses erfolgssichere Sequel. Umso bedauerlicher gerät deshalb die Tatsache, dass Rourkes Figur nach einer furiosen Einführung für eine ganze Zeit völlig in den Hintergrund rückt – und auch für einen dritten Teil nicht mehr zur Verfügung steht.

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