Mit ‘Netflix’ getaggte Artikel

Ghost Wars | Garantiert gruselfrei: Syfy-Serie ist Stephen King ultra-light

Sonntag, 25. März 2018

Ghost Wars

[Lesedauer: ca. 2:20 Minuten]

Das größte Problem am nicht nachlassenden Serienwahn ist die begrenzte Lebenszeit des Konsumenten. Als Showrunner muss man alles daran setzen, ihr ein möglichst großes Stück abzuringen – und das bestenfalls über mehrere Staffeln hinweg. Gar nicht so einfach, denn wer kann schon alles wegbingen, was da praktisch wöchentlich auf dem Markt erscheint und die volle Aufmerksamkeit verlangt? Bei Netflix glaubt man (angeblich), der Herausforderung mit Verschlagwortung und Useranalyse beizukommen. Andere setzen auf eine mehr oder weniger ausgewogene Balance aus Originalität und Gutbewährtem. Schlimmstenfalls kommt lauwarme Ware dabei herum. „Ghost Wars“, eine Produktion des Syfy-Channels, ist dafür ein echtes Vorzeigebeispiel.

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Altered Carbon | Ich ist ein anderer: Netflix macht sich unsterblich

Samstag, 03. März 2018

Altered Carbon

[Lesedauer: ca. 2:50 Minuten]

Gegen Ende des 24. Jahrhunderts ist der alte Cartesische Leib-Seele-Dualismus endgültig ad acta gelegt. Die eigene Persönlichkeit lässt sich auf eine Art Speicherstick herunterladen und beliebig in einen neuen Körper einsetzen, wenn der alte ausgedient hat. In der Welt von „Altered Carbon“ heißen diese beiden Elemente „Stack“ und „Sleeve“, aber am Ende sind das auch nur Vokabeln. Ohne Haken ist diese ziemlich vereinfachte Form der Metempsychose allerdings nicht. Denn wo die Schere zwischen Arm und Reich besonders weit aufgeht, müssen die weniger gut Betuchten leider mit den Körpern auskommen, die gerade zur Verfügung stehen – und da kann der Stack eines verstorbenen Kindes schon mal im Sleeve eines alternden Erwachsenen wiederkehren. Geschlechtswechsel inklusive.

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The Expanse (Staffel 1) | Mars macht mobil: Visuell beachtliche Scifi-Serie des Syfy-Channels schwächelt in der Figurenzeichnung

Samstag, 13. Januar 2018

The Expanse (Staffel 1)

[Lesedauer: ca. 2:20 Minuten]

Während die UN zur Weltregierung aufgestiegen ist, hat sich der Mars als ernstzunehmende Militärmacht etabliert. Und als ob diese Konstellation nicht schon explosiv genug wäre, wächst im ausgebeuteten Asteroidengürtel eine Widerstandsgruppierung heran, die keiner der beiden Parteien gut gefällt. Doch ist es wirklich sie, die im Verborgenen für eine Destabilisierung der Verhältnisse sorgt, um einen Krieg heraufzubeschwören, oder lauert da noch eine unbekannte Gefahr von außen, die niemand kennt? So in etwa sieht das Grundszenario der vielgelobten, visuell beachtlichen und mittlerweile auf drei Staffeln angewachsenen Serie „The Expanse“ des Syfy-Channels aus, die man hierzulande auf Netflix oder neuerdings auch auf DVD und Blu-ray verfolgen kann. Doch was helfen aufwendige Sets und ein dystopischer Konflikt kosmischen Ausmaßes, wenn die handelnden Figuren kreuzlangweilig sind?

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Bright | Erster Netflix-Blockbuster ist die teuerste Schlaftablette der Welt

Samstag, 06. Januar 2018

Bright

[Lesedauer: ca. 3:30 Minuten]

In einem Anfall von Größenwahn (oder war es Ironie?) ließ Max Landis kürzlich den Rest der Welt wissen, dass „Bright“ das Potential hätte, sein persönliches Pendant zu „Star Wars“ zu werden. Angesichts des Ergebnisses kann man da nur verständnislos mit dem Kopf schütteln – eine Reaktion übrigens, für die der Film auch sonst eine Menge Anlässe bietet. Inzwischen ist der zugehörige Tweet zwar verschwunden, aber das Netz vergisst ja bekanntlich nichts. Was genau sich der Autor von „Chronicle“ (gut) und „Victor Frankenstein“ (weniger gut) dabei gedacht hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Viel wichtiger ist allerdings die Frage, wie es nur wenige Tage nach Veröffentlichung bereits zur Beauftragung eines Sequels kommen konnte, und was das für die zukünftige Politik von Netflix bedeuten mag.

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The Sinner | Im Käfig: Fesselnder Mehrteiler mit Jessica Biel und Bill Pullman

Montag, 27. November 2017

[Lesedauer: ca. 2:00 Minuten]

Frage in die Runde: Wann genau ist das letzte Mal eine US-Serie nach einer deutschen Vorlage entstanden? Die wahrscheinlichste Antwort, die einem da einfällt: Nie. Dieser Umstand hat sich gerade geändert, denn auch wenn man die End Credits bis zum Schluss durchhalten muss, um den entscheidenden Hinweis zu lesen, beruht „The Sinner“ doch ausdrücklich auf dem gleichnamigen, bereits 1999 erschienenen Roman von Petra Hammesfahr. Im September vergangenen Jahres hatte USA Network zunächst einen Pilotfilm in Auftrag gegeben, im Januar dann die gesamte Serie. Erstausstrahlung: August. In Deutschland sind seit Anfang November alle acht Teile auf Netflix zu sehen. Das ist ein Tempo, mit dem das Kino einfach nicht mehr mithalten kann.

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Marseille (Staffel 1) | Netflix-Serie mit Gerard Depardieu: So spannend wie der NRW-Wahlkampf

Montag, 15. Mai 2017

Marseille (Staffel 1)

[Lesedauer: ca. 2:00 Minuten]

Seit rund vier Jahren liefert Netflix Eigenproduktionen mit beachtlichem Budgeteinsatz, ohne dass sich so ganz genau sagen lässt, wie erfolgreich das ganze Unterfangen eigentlich ist – jedenfalls aus klassischer Quotenperspektive, denn Zugriffszahlen rückt der Streaminganbieter partout nicht raus. Doch der Ansatz ist ohnehin ein anderer. Serien und Filme aus dem eigenen Haus dienen nicht zuletzt (und möglicherweise gar in erster Linie) als PR-Tools und Lockartikel, um neue Abonnenten anzuwerben. Konsequent also nur der Schritt, auch die jeweiligen nationalen Märkte über frische Serien anzukurbeln. Mit „Marseille“ gibt es jetzt die erste französische Eigenproduktion der Kalifornier zu sehen. Die Begeisterung darüber dürfte sich allerdings in Grenzen halten.

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Quotendruck und Rundfunkstaatsvertrag: Wohin treibt der deutsche Serienmarkt? | Interview mit Barbara Thielen (Ziegler Film)

Montag, 02. März 2015

Weissensee

Neue Horizonte: Im April 2014 wechselte die bisherige RTL-Fictionchefin Barbara Thielen nach über 8 Jahren nahtlos in die Geschäftsführung von Ziegler Film München. Für die traditionsreiche Produktionsforma mit Hauptsitz Berlin betreut sie seitdem unter anderem den Ausbau des Serienbereichs. Laila Oudray traf die Diplom-Biologin in Köln und plauderte mit ihr über den Wandel des Formats angesichts aktueller Erfolge aus den USA und die Chancen für den deutschen TV-Markt.

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House of Cards (Staffel 2) | Review

Samstag, 27. Dezember 2014

House of Cards | Staffel 2

Eine Weile lang sieht es so aus, als hätte der frisch ernannte Vizepräsident seinen engsten Vertrauten vergessen: uns. Das ist bedauerlich und erleichternd zugleich. Zum ersten Mal können wir seinem Tun unbeteiligt beiwohnen, ohne den negativen Beigeschmack passiver Mitschuld in Kauf nehmen zu müssen. Und es ist durchaus einiges, was er mit Übernahme seines neuen Amtes auf den Tisch bringt, um sich den Rücken freizuhalten. Doch kann man sich wirklich jemals sicher fühlen, wenn man mit Frank Underwood zu tun hat? Natürlich nicht.

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House of Cards (Staffel 1) | Review

Montag, 30. Dezember 2013

House of Cards

Der größte Fehler des gerade frisch gewählten US-Präsidenten unterläuft ihm bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit: Entgegen seiner Zusage ernennt er Fraktionsführer Francis Underwood nicht zum Außenminister und schafft sich damit einen Feind im eigenen (bekanntlich weißen) Haus. Denn der Mann, der sich – so wie es die Amerikaner lieben – aus einfachsten Verhältnissen ins Zentrum der Macht hochgearbeitet hat, ist nur auf den ersten Blick ein verlässlicher Parteisoldat. Gewieft, skrupellos und mit allen Wassern gewaschen, hält er mehr Fäden in der Hand, als es seinen Gegnern lieb sein kann. „Underwood zerstört Menschen“, wird irgendwann jemand verängstigt feststellen. Dem lässt sich schwerlich widersprechen.

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