Mit ‘Found Footage’ getaggte Artikel

Blair Witch | Filmkritik: Im Wald nichts Neues

Samstag, 08. Oktober 2016

Blair Witch

Es gibt gute Gründe, warum man sich über Sequels von Filmen, die rund zwei Jahrzehnte oder mehr zurückliegen und zudem eine ganze Armada von Nachahmern auf den Plan gerufen haben, besser keine ernsthaften Gedanken machen sollte. Da ist schon eine geballte künstlerische Vision vonnöten (wie im Ausnahmefall von „Mad Max: Fury Road“), um am Ende mit mehr als einem bemüht-müden Wiederaufguss dazustehen, der seiner Zeit gewaltig hinterher hinkt und mit dem Fluch der eigenen Verzichtbarkeit zu kämpfen hat. Im Fall von „Blair Witch“ (der bessere Titel wäre wohl „Project: Blair Witch Sequel“ gewesen) ist eine solche Vision jedenfalls ausgeblieben.

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How to catch a Monster (Digging up the Marrow) | Filmkritik: Adam Green geht in den Untergrund

Donnerstag, 11. Februar 2016

How to catch a Monster (Digging up the Marrow)

Um die Welt zu erklären, brauchen wir Monster. So jedenfalls sieht es Guillermo del Toro in der wunderbaren neuen Dokumentation „Creature Designers: The Frankenstein Complex“. Für Filmemacher Adam Green ist es jedoch weniger ein philosophisches Bedürfnis als vielmehr das Wahrwerden eines feuchten Fanboy-Traums, der ihn an das glauben lässt, was ihm der ehemalige Polizeibeamte William Dekker da weismachen will: Jahrelange Recherchen hätten ihn auf die Spur eines Zugangs zu einem unterirdischen Reich derer geführt, die ihrer äußeren Missgestaltung wegen in unserer Gesellschaft nicht willkommen seien. Und ja, wenn man unbedingt wolle, mag man sie eben auch Monster nennen.

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Extraterrestrial | Interview mit den Vicious Brothers Colin Minihan und Stuart Ortiz

Sonntag, 12. April 2015

2011 zog ein bis dato völlig unbekanntes Duo aus Kanada mithilfe eines kleinen FoundFootage-Schockers quasi über Nacht die Aufmerksamkeit der Horrorgemeinde auf sich. Das einflussreiche Forbes-Magazine erklärte „Grave Encounters“ gar zu einem der zehn besten Genre-Filme dieses Jahrgangs. Kurz darauf folgte ein unvermeidliche Sequel, für das die beiden allerdings nur das Drehbuch lieferten. Mit „Extraterrestrial“, einer gemeinen Hommage an klassische Alien-Filme, gewürzt mit einer sparsamen Dosis Torture Porn, liegt nun der zweite Film der selbsternannten (nicht blutsverwandten) „Vicious Brothers“ vor. Wir sprachen mit Colin Minihan und Stuart Ortiz über Archetypen, UFO-Standards, Teamarbeit und Jennifer Aniston.

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Die Höhle (In darkness we fall) | Filmkritik

Samstag, 25. Oktober 2014

Die Höhle (In Darkness we fall)

Die ersten Minuten kann man sein Glück kaum fassen: Entfesselt schwebt die Kamera über die grüne und felsige Landschaft von Formentera. Irgendwann erreicht sie ein Zeltlager, das seltsam menschenleer ist. Überhaupt wirkt die ganze Insel verlassen und unbewohnt. Vielversprechend und keine Spur von FoundFootage. Dann jedoch ist der Spaß vorbei, der Film reist ein paar Tage in der Zeit zurück und packt die Handkamera aus. Fortan gilt wackeln, was das Zeug hält, und möglichst bald auf Nachtsicht schalten. Hundertmal schon gesehen und selten weniger belanglos. Wer jedoch frühzeitig aussteigt, verpasst einen überraschend packenden dritten Akt, der einiges wieder wettmacht.

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Katakomben | Filmkritik

Freitag, 05. September 2014

Katakomben

Was man bislang nicht wusste: Antike aramäische Gedichte sind so verfasst, dass sie sich automatisch reimen, wenn man sie mal rasch in die eigene Sprache übersetzt. Zudem speziell für US-Touristen interessant: Spricht man Franzosen in ihrem Heimatland in perfektem Französisch an, antworten sie erfreulicherweise direkt auf Englisch (wenn auch nicht akzentfrei). Untote Franzosen gehen gar so weit, diese Form der Konversation gegenüber den eigenen Landsleuten zu praktizieren. Erstaunlich, n’est-ce pas? Solche und andere bemerkenswerte Lektionen lernt man, wenn einem die Wackelkamera der Brüder Dowdle („Devil – Fahrstuhl zur Hölle“) das Hirn nicht bereits nach den ersten Minuten ihres Found-Footage-Gruslers zu oeufs brouillés geschüttelt hat.

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ATROCIOUS | Filmkritik

Dienstag, 13. Dezember 2011

Atrocious

Wer heute immer noch glaubt, dass sogenannte „Found Footage“-Filme auf authentischem Bildmaterial beruhen, dem ist schlichtweg nicht zu helfen. Ganz anders sahen die Dinge noch in den frühen 80ern aus, als Ruggero Deodato für seinen berüchtigten Fake-Snuff „Cannibal Holocaust“ eiskalt hinter Gittern landete. Die italienische Justiz hatte die Geschichte über eine Gruppe von Dokumentarfilmern, die am Amazonas angeblich einem Stamm von Kannibalen zum Opfer gefallen waren, allen Ernstes für real gehalten und den Autor des mehrfachen Mordes bezichtigt. Die Strategie der Verteidigung fiel denkbar einfach aus, denn alles, was man tun musste, war die Schauspieler vor Gericht auftauchen zu lassen.

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DER LETZTE EXORZISMUS | Filmkritik

Mittwoch, 06. Oktober 2010

Einen echten Interview-Marathon haben Produzent Eli Roth und Regisseur Daniel Stamm in den letzten Wochen vor dem US-Start ihres gemeinsamen Films hingelegt. Für eine Low-Budget-Produktion, die gerade einmal lächerliche zwei Millionen Dollar gekostet haben soll, ist das schon ein ziemlicher Einsatz. Doch die Marke Roth funktioniert beim Genre-Publikum gut, und so war auch kein zweiter Name von höherem Bekanntheitsgrad mehr nötig, um „The Last Exorcism“ beim Zielpublikum langfristig in den Fokus zu rücken. Dass der Film andernfalls eher unbeachtet geblieben und vermutlich direkt in die DVD-Auswertung gegangen wäre, wird niemand ernsthaft bezweifeln wollen. Ob er allerdings auf dem heimischen Bildschirm nicht eigentlich auch viel besser aufgehoben wäre, ist eine ganz andere Frage.

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