Schwermetall Chronicles: Ein Blick auf Staffel 2

17. Oktober 2014

Schwermetall Chronicles | 2. Staffel

Eine von außerirdischen Invasoren unterdrückte Welt, die nur ein mutierter Auserwählter retten kann; ein ergebener Diener, der sich auf die Suche nach einem Heilmittel für die sterbende Herrscherin seines in einem Raumgleiter umherirrenden Volkes begibt; eine Burg, auf deren magischem Grund sich zwei Brüder unaufhaltsam duellieren, ohne ihr Leben verlieren zu können – diese und andere mythisch aufgeladene Geschichten definieren das Universum der zweiten Staffel der „Metal Hurlant Chronicles“ nach Vorlagen der legendären französischen Comicreihe, und erneut überzeugen alle sechs Episoden mit Werktreue in Look und Atmosphäre.

Showrunner Guillaume Lubrano, der die Anthologie 2012 mit eigenen Geldern ins Leben gerufen hatte und auch diesmal wieder bei allen Episoden auf dem Regiestuhl saß, hat dafür gesorgt, dass Staffel 1 und 2 gänzlich wie aus einem Guss wirken, auch wenn der Stil einzelner Folgen schon mal vom Rest abweichen kann (und im Fall von „Whiskey in the Jar“ sogar überhaupt keine Scifi-Elemente enthält, sondern in einem klassischen Western-Setting spielt). Am Schluss steht in jedem Fall immer eine Pointe, die mindestens für einen der Beteiligten ziemlich bitter ausfällt.

Schwermetall Chronicles | 2. Staffel

Besonders überzeugend ist diesmal das Creature-Design, von dem es in der vorherigen Staffel deutlich weniger zu sehen gab. Ein außerirdischer Herodes mit seinen Schergen macht die Folge „Endomorph“ zu einem echten Highlight und bietet Raum für wesentlich epischeres Erzählen, als es die Serie leisten kann. Hier steckt im Grunde ein ganzer Spielfilm mit Franchise-Potential drin. Ähnlich überzeugend gerät der „Loyale Khondor“ in der gleichnamigen Episode nach einer Vorlage von Alejandro Jodorowsky.

Überhaupt ist der erneut ausgedehnte Einsatz von Greenscreen, Ausstattung und Maske bei eingeschränktem Budget ein Beweis für kluges Kalkulieren und Beherrschung des Handwerks auf Seiten aller Beteiligten. Einige bekanntere Gesichter mit Genre-Hintergrund (Michael Biehn, Dominique Pinon, John Rhys-Davis) sind zwar willkommene Garnitur, wären aber angesichts der auch sonst durchweg überzeugenden darstellerischen Leistungen nicht notwendig gewesen.

Die Bildkompositionen von Lubrano und seinem Kameramann Matthieu Misiraca sind mindestens auf der Höhe vergleichbarer Comic-Adaptionen wie „Sin City“ oder „300“ und halten sich eng an die Panels der jeweiligen Vorlage, ohne dabei den Fehler zu begehen, die Regeln des eigenen Mediums zu ignorieren. Einige inhaltliche Verzahnungen einzelner Episoden, sowie die Rückkehr von Schauspielern und Figuren aus Staffel 1 sorgen für interessante Hyperlink-Effekte und bieten im abschließenden Meta-Beitrag „Back to Reality“ Raum für weitreichende Spekulationen. [LZ]

Metal Hurlant Season 2

OT: Métal Hurlant Chronicles (FR/BE 2014) REGIE: Guillaume Lubrano. BUCH: Guillaume Lubrano, Jim Alexander, Marem Hassler, Karl E. Landler, Stéphane Levallois, James MacDonald, Brian Robertson. MUSIK: Jesper Kyd. KAMERA: Matthieu Misiraca. DARSTELLER: Karl E. Landler, Dominique Pinon, Michael Biehn, John Rhys-Davies, James Marsters, Aurore Tome, Michelle Lee, Scott Adkins, Frédérique Bel, Marem Hassler, Jimmy Jean-Louis. LAUFZEIT: 143 Min (DVD), 149 Min (Blu-ray). VÖ: 06.11.2014.

Schwermetall Chronicles | 2. Staffel

[Abbildungen: Universal Pictures Germany]

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