PARANORMAL ACTIVITY 2: Trailer für Twilight-Fans zu beängstigend

01. Juli 2010

Da kann man sich kaum entscheiden: Ist das Ganze nun ein cleverer Schachzug der PR-Strategen von Paramount, oder lässt sich das leicht hysterisch aufgeladene „Twilight“-Publikum tatsächlich so schnell aus der Reserve locken? Ein Trailer zur Fortsetzung von „Paranormal Activity“, jenem praktisch budgetlosen 2009er Überraschungserfolg mit hohem Schockfaktor (aber ohne einen einzigen Tropfen Blut), hatte in einigen Kinos der US-Kette Cinemark für Beschwerden gesorgt – er sei einfach zu beängstigend. Die Verantwortlichen hatten darauf in den betreffenden Theatern das kaum einminütige Stück Promomaterial aus dem Vorprogramm von „Eclipse“ (Teil 3 der allzeit ungruseligen „Twilight“-Saga) entfernt.

Entspricht die Anekdote tatsächlich der Wahrheit, so kann man nur vermuten, dass ein Großteil des anwesenden, hauptsächlich jugendlich-weiblichen Publikums mittlerweile eine so dermaßen realitätsferne Fixierung auf die keuschen Romantikwelten um Vampirvegetarier und Sixpack-Werwölfe entwickelt hat, dass bereits die übliche blaustichige HD-Ästhetik mit ihrer vorgegaukelten Authentizität ausreicht, um ernsthafte Existenzängste auszulösen.

Unabhängig davon hat der Trailer im Netz rasend schnell Verbreitung gefunden und schon am ersten Tag wilde Diskussionen über kaum hörbare Stimmen auf der Tonspur, eine versteckte Botschaft im Spiegel und anderes mehr ausgelöst. Die virale Marketingmaschinerie läuft also gut geölt, doch dass die gezeigten Bilder ernsthaft Schrecken verbreiten sollen, ist eher Ansichtssache.

Ansonsten schweigen sich die Macher über ihren Film aus, und auch das gehört selbstverständlich zur Strategie. Denn dort, wo spekuliert wird, bleibt das Interesse nicht nur erhalten, sondern befördert bestenfalls eine von Ungeduld gepeinigte Erwartungshaltung, die nur mit dem aktiven Kinobesuch befriedigt werden kann.

Bekannt ist allerdings, dass Oren Peli, Autor und Regisseur des Originals, diesmal lediglich als Produzent fungiert. Hauptdarstellerin Katie Featherston wusste zudem Mitte März noch nicht, ob ihre Figur in der Fortsetzung wiederkehren würde. Aber auch das kann natürlich nur ein Vermarktungstrick sein.

[Abbildung: Screencapture]

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