Saboteure im Eis: Operation Schweres Wasser | Weltkriegs-Mehrteiler aus Norwegen

03. Juni 2017

Saboteure im Eis: Operation Schweres Wasser

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Wo kommt denn diese Serie auf einmal her? Eine Reihe deutscher Schauplätze, Darsteller und hochkarätiger historischer Figuren, sowie ein nicht unerhebliches Kapitel aus dem umfangreichen Buch brauner Kriegshistorie, aber bislang keine Ausstrahlung im deutschen Fernsehen – darüber darf man sich schon wundern. Die Sachlage ist allerdings schnell erklärt, denn der norwegische 6-Teiler entstand ohne jegliche Einbindung von ARD, ZDF oder einem der einschlägigen Privatsender, und hiesige Fördergelder wurden auch nicht in Anspruch genommen. Womit sollte man da also protzen? Und als ob eine derartige Verweigerungshaltung nicht schon peinlich genug wäre, ist „Saboteure im Eis“ auch noch deutlich besser als das meiste, was hierzulande in Form hausgemachter Mehrteiler über die Bildschirme flimmert.

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XX | Filmkritik: Chromosom der Angst

27. Mai 2017

XX

[Lesedauer: ca. 2:50 Minuten]

Das Grauen ist geschlechtslos – deshalb im Deutschen auch das grammatikalische Neutrum. Die Filmindustrie, insbesondere die amerikanische, sieht das von jeher anders. Horrorfilme sind eine Männerdomäne und damit Basta! Nun ist das natürlich nur ein Genre-Beispiel für das Geschäft mit den bewegten Bildern an sich, wo Frauen, abseits ihrer Funktion vor der Kamera, in entscheidenden Positionen auch im Jahr 2017 noch immer unterrepräsentiert sind (und in aller Regel auch unterbezahlt). Aber gerade im Horrorumfeld zeigen sich weibliche Filmemacherinnen seit einigen Jahren deutlich auf dem Vormarsch: „Der Babadook“, „A girl walks home alone at night“ und „American Mary“ sind nur drei besonders populäre Beispiele. Zeit also für die erste Anthologie, bei der ausschließlich Frauen auf dem Regiestuhl Platz genommen haben.

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Class (Staffel 1) | Das Whoniversum dehnt sich aus

24. Mai 2017

Class (Staffel 1)

[Lesedauer: ca. 1:50 Minuten]

Ein bisschen viel ist das schon für die zurückhaltende April: Ihr heimlicher Schwarm Charlie mag nicht nur Jungs viel lieber, sondern ist überraschenderweise auch noch der Prinz eines ausgelöschten Volkes von einem anderen Planeten und zugleich Befehlshaber der vermeintlichen Lehrerin Miss Quill, die – dank einer Art Nacktmulch in ihrem Kopf – als Kriegsgefangene und Bodyguard unter seinem Kommando steht. Und weil beim Vertreiben außerirdischer Angreifer, die durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum aus einem Paralleluniversum in das uns bekannte Diesseits eindringen konnten, einiges schief gelaufen ist, muss April sich ihr Herz fortan mit deren König teilen und schwebt nun beständig in Lebensgefahr. Als ob man als Siebzehnjährige nicht schon genug am Hals hätte!

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Doppelfeature: The Void vs. Humanoid | Schnee, Monster, Carpenter

22. Mai 2017

The Void

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Zwei aktuelle Beispiele, die seit vergangenem Freitag auf dem hiesigen Markt zu haben sind, zeigen vergleichsweise überzeugend, wie hoch das Niveau unabhängig produzierter Genre-Beiträge trotz überschaubarer Budgets mittlerweile ausfallen kann – wenn man nur will. Dass sich ihre Titel reimen, liegt ausschließlich am (übrigens identischen) deutschen Verleih, doch es gibt auch echte Gemeinsamkeiten. Inhaltlich setzt „The Void“ auf Retro-Horror, während „Humanoid“ als eine Art postapokalyptischer Schnee-Western daherkommt. Im Kern sind beides B-Filme und doch echte Herzensprojekte ihrer Macher. Zudem stehen sie für eine spezifische Entwicklung im digitalen Independent-Markt.

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The Great Wall | Filmkritik: Kriegsbeistand aus dem Abendland

18. Mai 2017

The Great Wall

[Lesedauer: ca. 2:10 Minuten]

Habgier schafft Monster. Da ist sicher einiges dran, doch wer hätte gedacht, dass man diese Erkenntnis so wörtlich nehmen muss wie in der ersten englischsprachigen Regiearbeit von Zhang Yimou („House of Flying Daggers“)? Dieselbe Untugend ist es auch, die den englischen Söldner William (Matt Damon) und seinen spanischen Begleiter Tovar irgendwann um die erste Jahrtausendwende ins Land des Lächelns gelockt hat, wo jenes sagenumwobene schwarze Pulver zu finden sein soll, mit dem sich trefflich Krieg führen lässt. Welche Reichtümer man sich wohl verschaffen könnte, hätte man nur ein paar Pfund davon! Doch dann stoßen die beiden auf eine imposante Mauer, die das gesamte Land zu durchziehen scheint und vor den Angriffen einer gewaltigen Armee ebenso hungriger wie hässlicher Kreaturen schützen soll. Ein echtes Ammenmärchen? Leider nein.

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Alien: Covenant | Filmkritik: Macht kaputt, was euch kaputt macht

17. Mai 2017

Alien: Covenant

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Es kommt der Moment, da möchte man wüste Beschimpfungen in Richtung Leinwand schleudern. Doch was würde das schon nützen? Die Verantwortlichen sind eh nicht da und so bleibt einem nur die Wahl, entweder den Saal zu verlassen oder das Elend dieses Films bis zum bitteren Ende zu ertragen. Mit zwei fatalen Plotwendungen hat Ridley Scott (oder wer auch immer hier die Verantwortung trägt) zuerst den Vorgängerfilm und dann gleich das ganze „Alien“-Franchise zerschossen. Am Ende ist von dem, was einst Dan O’Bannons in Obdachlosigkeit und finanziellem Ruin erdachten Space-Horror im Kern ausgemacht hat, nichts mehr übrig.

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Marseille (Staffel 1) | Netflix-Serie mit Gerard Depardieu: So spannend wie der NRW-Wahlkampf

15. Mai 2017

Marseille (Staffel 1)

[Lesedauer: ca. 2:00 Minuten]

Seit rund vier Jahren liefert Netflix Eigenproduktionen mit beachtlichem Budgeteinsatz, ohne dass sich so ganz genau sagen lässt, wie erfolgreich das ganze Unterfangen eigentlich ist – jedenfalls aus klassischer Quotenperspektive, denn Zugriffszahlen rückt der Streaminganbieter partout nicht raus. Doch der Ansatz ist ohnehin ein anderer. Serien und Filme aus dem eigenen Haus dienen nicht zuletzt (und möglicherweise gar in erster Linie) als PR-Tools und Lockartikel, um neue Abonnenten anzuwerben. Konsequent also nur der Schritt, auch die jeweiligen nationalen Märkte über frische Serien anzukurbeln. Mit „Marseille“ gibt es jetzt die erste französische Eigenproduktion der Kalifornier zu sehen. Die Begeisterung darüber dürfte sich allerdings in Grenzen halten.

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The Young Pope | Paolo Sorrentinos grandioses Vatikan-Märchen ist eine neunstündige Nona Ora

12. Mai 2017

The Young Pope

[Lesedauer: ca. 5:00 Minuten]

Dies ist sie also, die Serie, von der seit Jahren geredet wird. Die dem Kino den Rang abläuft oder doch zumindest gleichwertig ist. Die eigentlich auf die große Leinwand gehört. Die das filmische Geschichtenerzählen in seinen Möglichkeiten profund erweitert und damit revolutioniert. Und nein, die Rede ist eben nicht von „Game of Thrones“ oder „House of Cards“ oder „Hannibal“ oder welches Lieblingsbeispiel einem da auch immer einfallen mag. Man braucht nicht einmal fünf Minuten der ersten Episode gesehen zu haben, um das unmissverständlich zu erkennen. Paolo Sorrentino hat mit „The Young Pope“ einen neunstündigen Kinofilm abgeliefert, der die Regeln des Lichtspieltheaters verlustfrei auf den heimischen Bildschirm und seine Derivate überträgt. So einfach ist das und nicht anders.

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Guardians of the Galaxy Vol. 2 | Filmkritik: Gottkomplex und Wahlverwantschaften

07. Mai 2017

Guardians of the Galaxy Vol. 2

[Lesedauer: ca. 3:30 Minuten]

Kurt Russell ist Gott. Wer diese Fanweisheit schon immer mit völliger Selbstverständlichkeit und der angemessenen Arroganz vor sich hergetragen hat, bekommt hier endlich den Beweis geliefert. Und dann diese gewisse Ähnlichkeit mit David Hasselhoff – lag der Vergleich nicht längst unausgesprochen in der Luft? Aber das nur am Rande. Bereits in den ersten Szenen erfahren wir jedenfalls, dass der digital um drei Jahrzehnte verjüngte KR uns tatsächlich den außerirdisch-göttlichen Vater von Peter Quill a.k.a. Star-Lord gibt. Doch macht das den Anführer der Guardians of the Galaxy auch automatisch zu einer Art Space-Jesus? Klares Jein. Denn ob der heidnische Demiurg so ganz koscher ist, darf man getrost bezweifeln.

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Alien: Covenant | Ist der Prolog das ursprüngliche Ende von Prometheus?

01. Mai 2017

Alien: Covenant | The Crossing

[Lesedauer: ca. 2:50 Minuten]

Unter dem Titel „The Crossing“ hat Fox vor einigen Tagen den insgesamt dritten viralen Clip zu Ridley Scotts neuerlicher Rückkehr ins „Alien“-Universum veröffentlicht. Explizit als Prolog ausgewiesen, zeigt der 2 ½-minütige Kurzfilm eine Handvoll Szenen, die an die Handlung des Vorgängers anschließen, ohne inhaltlich etwas auszuplaudern. Derartiges Vorab-Bonusmaterial ist bei den großen Blockbustern heute mehr oder weniger Standard. In diesem Fall allerdings drängt sich der Verdacht auf, dass man es in Wahrheit mit dem bislang ungezeigten Original-Ende von „Prometheus“ zu tun hat.

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Song to Song | Filmkritik: Streuner im Licht

28. April 2017

Song to Song

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

„You get used to drifting“, heißt es einmal aus dem Off. Da sind bereits weit über 90 Minuten vergangen und die Figuren haben sich ausgiebig treiben lassen, sind ziellos umeinander hergestreift, haben viel ins Leere, auf den Boden und in den Himmel geblickt, Bedeutungsschwangeres gedacht (Bekenntnisse etwa wie „I love pain, it feels like life“) und wenig miteinander geredet. Erlesen sind die lichtzeichnerischen Bilder (Emmanuel Lubezki, „The Revenant“), teuer die Schauspieler (Fassbender, Gosling, Mara, Portman, Blanchett). Dafür ist die Handlung umso dünner und fällt über weite Strecken eher assoziativ als narrativ aus. Nichts davon muss einen wundern, denn wir befinden uns in einem Film von Terrence Malick.

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The Founder | Filmkritik: Bigger Business

20. April 2017

The Founder | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Höhere Effizienz steigert den Umsatz. Um das zu begreifen, braucht man keine Unternehmensberatung zu beschäftigen. Wenn Ray Kroc uns gleich zu Beginn einen Spezialmixer schmackhaft macht, mit dem sich binnen kürzester Zeit eine größere Anzahl Milkshakes zubereiten lässt, leuchten seine Augen hell und seine Argumente unmittelbar ein. Mehr Shakes, mehr Kunden, mehr Umsatz. Aber Amerika ist noch nicht so weit. Denn während wir dem smarten Handlungsreisenden seinen Mixer eigentlich direkt abkaufen wollen, beißt er bei den schlechtgelaunten Betreibern verschlafener Drive-Ins, die er landesweit abklappert, regelmäßig auf schwer verdaulichen Granit. Great sieht anders aus.

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The Missing (2014) | Rückkehr nach Eden: Beklemmender BBC-Mehrteiler

19. April 2017

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Bei aller Schelte, die das ZDF immer wieder von uns abbekommt (zuletzt hier und hier), muss auch mal Lob drin sein. Denn zumindest beim Einkauf fremdsprachiger Serien machen die Mainzer in der Regel eine Menge richtig. Aktuelles Beispiel ist die 8-teilige BBC-Produktion „The Missing“, die ab dem 23. April jeweils sonntagabends in Doppelfolge ausgestrahlt wird. Parallel erscheint die fesselnde Entführungsgeschichte mit James Nesbitt („Der Hobbit“) bereits zwei Tage früher auf DVD und Blu-ray. Das Geschäftsmodell möge ein anderer erklären.

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Blochin: ZDF verzichtet endgültig auf zweite Staffel

12. April 2017

Blochin | Keine zweite Staffel

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Als gestern die Pressemitteilung in den Redaktionen eintrudelte, wird sich so mancher verwundert die Augen gerieben haben. Das ZDF, so heißt es da, drehe derzeit das „Finale“ eines Fünfteilers, den die meisten vermutlich schon wieder vergessen haben. „Blochin“ von Matthias Glasner sollte 2015 der erste großangelegte Versuch der Mainzer sein, den deutschen Serienmarkt mit modernen Erzählformen amerikanischer Prägung aufzumischen. So überzeugt waren die Verantwortlichen vom Endprodukt, dass bereits vor TV-Ausstrahlung in der Primetime eine zweite Staffel in Auftrag gegeben wurde. Deren Schicksal ist nun besiegelt. Sie wird nicht stattfinden.

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Akte X: Audiobook-Prequel mit den Stimmen von David Duchovny und Gillian Anderson

11. April 2017

The X-Files: Cold Cases | Audiobook

[Lesedauer: ca. 1 Minute]

Wer die Lücke zwischen dem zweite Kinoausflug der „X-Files“ und dem 2016er Reboot schon immer als schmerzhaft oder (je nach persönlicher Gewichtung) ärgerlich empfunden hat, kann aufatmen. Ein Prequel-Sequel soll jetzt Antworten liefern – wenn auch nur als Audiobook. Immerhin: Gesprochen werden die Figuren von den Originaldarstellern, was die Produktion vergleichsweise kostenintensiv ausfallen lassen dürfte. Angesichts des anhaltenden Kultes um die beliebte Serie sollte das allerdings irrelevant sein. Wann Scully und Mulder auch auf die TV-Bildschirme zurückkehren, ist derzeit noch offen.

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Shut in | Filmkritik: Klischee im Schnee

09. April 2017

Shut in | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:30 Minuten]

Das Phänomen des 2/3-Films gehört zu den besonders ärgerlichen Fällen von Zeitverschwendung. Es definiert sich dadurch, dass die ersten rund zwei Drittel durchaus sehenswert, vielversprechend, manchmal gar außergewöhnlich ausfallen, während sich das letzte Drittel (in der Regel dank eines absurden Twists) völlig unerwartet in haarsträubenden Mist verwandelt. Nicht selten sind dafür Testscreenings verantwortlich bzw. die panische Reaktion der Studios auf eben diese (klassischer Fall: „Sliver“). Manchmal liegt die Schuld aber auch einfach nur am Drehbuch. Ein Vorzeigebeispiel für letztere Variante bietet dieser frustrierende Thriller aus dem Wunderreich der Logiklöcher.

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Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik: Karaoke und Holographie

05. April 2017

Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Vergessen wir einmal für einen Moment die leidige Whitewashing-Debatte, denn Hand auf’s Herz: Wer hätte schon gerne auf den Anblick von Scarlett Johansson im Nude-Look eines hautengen Latex-Anzuges verzichtet? Eye-Candy liefert der Film aber auch unabhängig von seiner Hauptdarstellerin, und zwar in jeder Einstellung und über die volle Distanz hinweg. Kaum möglich, sich an den betörenden CGI-Welten sattzusehen, die einen völlig vereinnahmen – urbaner Futurismus, wie man ihn vielleicht seit „Blade Runner“ nicht besser gesehen hat. Damit sind aber leider auch schon fast alle Stärken dieser ersten Realversion des einflussreichen Mangas benannt. „Ghost in the Shell“ ist eine visuell makellose Oberfläche ohne nennenswerte Tiefe.

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Doctor Who – Der Film | Deutsche Synchronfassung nach fast zwei Jahrzehnten wieder erhältlich | Erstveröffentlichung auf DVD und Blu-ray

02. April 2017

Doctor Who - Der Film

1996 war ein gutes Jahr für Whovians: Nach 26 erfolgreichen Jahren hatte die BBC 1989 beschlossen, die bis heute langlebigste Scifi-Serie der TV-Geschichte einzustellen. Andere Erfolgsformate hatten den Markt übernommen (ganz vorne: „Star Trek: The Next Generation“), mit deren Quoten wie Produktionswerten es „Doctor Who“ einfach nicht aufnehmen konnte. Aber vielleicht war so mancher Verantwortliche des Formates auch einfach überdrüssig und wollte sich einiger Altlasten entledigen. Keinen Überdruss jedenfalls empfanden die Fans, für die der berühmteste Zeitreisende neben Marty McFly in Fanzines, Büchern und Comics munter weiterlebte. Einer dieser Fans: TV-Produzent Philip Segal. Ganze sieben Jahre kämpfte er hartnäckig für eine Wiederbelebung. Am Ende gelang ihm ein Kompromiss in Form eines rund 90-minütigen Fernsehfilms.

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Die versunkene Stadt Z | Filmkritik: Eldorado im Schützengraben

30. März 2017

Die versunkene Stadt Z | Filmkritik

Wenn man sich mit eingefleischten Cineasten über David Lean austauscht und zugibt, „Lawrence von Arabien“ nur vom Fernsehbildschirm zu kennen, wird man sich wohl oder übel anhören müssen, erst dann ernsthaft behaupten zu können, diesen Klassiker des Biopics gesehen zu haben, wenn man ihn auf der Großleinwand gesehen hat. Trotz aller elitären Arroganz ist da einiges dran. Im Fall von James Grays („The Immigrant“) im besten Sinne altmodischem Abenteurerfilm nach realem Vorbild mag man vielleicht nicht ganz so streng sein, doch dass er dem analogen Kino Lean’scher Prägung näher steht als modernen CGI-Spektakeln, deren Ästhetik mit der Spielekonsole konkurrieren muss, lässt sich schwerlich bestreiten. Und weil es da auch keine Kompromisse gibt, ist „The Lost City of Z“ möglicherweise der Film, den Steven Spielberg seit langem vergeblich zu machen versucht.

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The Monster | Filmkritik: Co-abhängig

23. März 2017

The Monster

Wer sich in den letzten neun Jahren gefragt hat, was eigentlich aus Bryan Bertino geworden ist, nachdem er 2008 mit „The Strangers“ einen vielbeachtetes und leidlich verstörendes (zudem starbesetztes) Debüt abgeliefert hatte, der bekommt hier die Antwort in Gestalt eines kleinen, für überschaubares Geld produzierten Horrorjuwels, in dem die Figuren wichtiger sind als die Monster, von denen sie heimgesucht werden. Und weil der Film so gut geworden ist, verschweigen wir auch gerne, dass Bertino zuvor mit „Mockingbird [dt. Play]“ einen lauen FoundFootage-Beitrag zwischengeschoben hatte, der insgesamt eher unterhalb des Radars geblieben ist.

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