Neil Gaiman adaptiert Good Omens für Amazon Studios und die BBC

20. Januar 2017

Good Omens | Neil Gaiman, Terry Pratchett

2017 dürfte ein echtes Freudenjahr für Fans des britischen Autors Neil Gaiman werden. Im Februar erscheint mit „Norse Mythology“ seine eigenwillige und von Marvel-Einflüssen gänzlich freie Intepretation nordischer Göttersagen rund um Odin, Thor und Loki. Im April zeigt der US-Sender Starz die von Bryan Fuller („Hannibal“) entwickelte Adaption seines Opus Magnum „American Gods“ in Form einer hochkarätig besetzten TV-Serie. Und für Amazon Studios wird Gaiman aktuell seinen zusammen mit Terry Pratchett verfassten Roman „Good Omens“ zu einem 6-Teiler verarbeiten.

Dabei ist gerade die letztere Ankündigung ein echter Befreiungsschlag, denn Verfilmungspläne des 1990 erstveröffentlichten Buches geistern bereits seit der Jahrtausendwende umher. Terry Gilliam hatte 1999 begonnen, sich um das Projekt zu bemühen und zusammen mit Renaissance Films und Atlas Entertainment einiges an Geldern für die Vorproduktion auftreiben können, doch am Ende fehlte das entscheidende Kapital. Mit den Anschlägen vom 11. September 2001 war kein Studio mehr bereit, Geld in einen Film zu investieren, der sich um den Weltuntergang drehte. Nichtsdestotrotz hielt Gilliam bis 2008 an „Good Omens“ fest, danach verliert sich die Spur.

Terry Jones, ironischerweise ein weiteres ehemaliges Mitglied der „Monty Python“-Truppe, trat drei Jahre später erstmals mit Plänen für eine TV-Serie auf den Plan, doch auch diese Konstellation verlief im Sand. Als Pratchett im März 2015 verstarb, wies Gaiman jegliche Ambitionen von sich, den gemeinsamen Roman ohne seinen Co-Autor zu adaptieren: „Terry und ich hatten eine Übereinkunft, dass wir an allem, was mit Good Omens zu tun hat, ausschließlich zusammen arbeiten würden“ [1]. Erst ein posthumer Brief seines Freundes, der die Bitte an ihn formulierte, alleine mit dem gemeinsamen Material fortzufahren, sorgte dafür, dass Gaiman seine Meinung änderte.

Weil „Good Omens“ sich der Apocalypse mit dem typischen Humor seiner Autoren nähert, spricht man bei Amazon Studios offiziell von einer Comedy-Miniserie – was auch immer das heißen mag. In der skurrilen Geschichte vom Ende aller Dinge setzen der Engel Erziraphael und sein Freund, der Dämon Crowley, alles daran, den Untergang der Menschheit, mit der sich beide eigentlich ganz gut verstehen, möglichst lange aufzuschieben. Eine entscheidende Rolle spielt dabei ein elfjähriger Junge, der dank einer Verwechlsung im Krankenhaus keine Ahnung davon hat, dass er eigentlich der Antichrist ist. Gemeinsam müssen sie die vier Reiter der Apocalypse davon abhalten, einen Atomkrieg auszulösen.

„Good Omens“ entsteht in Zusammenarbeit mit der BBC. Gaiman fungiert als Drehbuchautor, Showrunner und neben Caroline Skinner („Doctor Who“) auch als Executive Producer. Die Ausstrahlung ist für 2018 angekündigt und soll via Amazon Prime Video Zuschauer in über 200 Ländern erreichen. Die Romanvorlage ist in Deutschland unter dem Titel „Ein gutes Omen: Der völlig andere Hexen-Roman“ bei Piper erschienen. [LZ]

[Abbildung: Harper Torch (Auszug Cover)]

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