MONSTER LOVE: Joe Dante kehrt zum Werwolfkino zurück

12. Februar 2011

1981 war das Jahr des Wolfes – jedenfalls im amerikanischen Genrekino. Gleich drei Filme, die auf ihre Weise rasch zu schulemachenden Klassikern wurden, drängten in kurzer Folge auf die Leinwand. Doch während Michael Wadleigh und Whitley Strieber in „Wolfen“ auf der Grundlage einer ziemlich eigenwilligen Mythologie operierten, boten John Landis mit „American Werewolf“ und Joe Dante mit „The Howling“ vor allem zeitgemäße Annäherungen an bekannte Vorbilder. Die legendäre Makeup-Arbeit von Rick Baker trug in beiden Fällen nicht unwesentlich zum Erfolg bei und setzte Standards, die bis heute ihre Gültigkeit haben (und zuletzt in Joe Johnstons halbgarem „Wolfman“-Remake beinahe untergingen). Landis griff das Sujet zwei Jahre später noch einmal auf, als er Michael Jacksons „Thriller“-Video inszenierte, danach war das Thema für ihn jedoch ausgereizt. Joe Dante hingegen hat jetzt nach ganzen drei Jahrzehnten offenbar erneut Wolfsblut geleckt. Mit „Monster Love“, seinem nächsten Projekt, begibt er sich auf „Underworld“-Terrain und konfrontiert Lycanthropen mit Vampiren.

Das Skript stammt aus der Feder von Comicautor und Filmemacher Greg Pak. Seine Anthologie „Robot Stories“ war zwischen 2002 und 2004 zwar ein echter Festivalliebling, doch bekannt ist der Halbkoreaner Pak vor allem für seine Arbeit an Marvel-Serien wie „The Incredible Hulk“, „Iron Man“ oder „X-Men“. Mit „Monster Love“ hat er laut Dante „einen klassischen Monsterfilm mit jeder Menge Humor, Action, Schrecken und einer Handvoll großartiger Rollen für ältere und jüngere Schauspieler geschrieben.”

Für Joe Dante, dessen letzter Film „The Hole“ immer noch auf eine reguläre US-Kinoauswertung wartet (von Deutschland ganz zu schweigen), ist das Projekt eine gute Chance, an seine Erfolge aus den 80ern anzuschließen. Seit Anfang des neuen Jahrtausends hatte sich der Kultregisseur von vielgeliebten Klassikern wie „Gremlins“, „Innerspace“ oder „Piranhas“ im Kino rar gemacht und verstärkt im Fernsehen gearbeitet. Nebenher betreibt er seit 2007 mit „Trailers from Hell“ ein Online-Portal, auf dem Filmemacher wie Eli Roth, Darren Bousman, Mick Garris, Guillermo Del Toro oder Roger Corman in kurzen Clips bekannte und unbekannte Klassiker der Kinogeschichte vorstellen. Derzeit bereitet Dante unter anderem ein Segment für die Horror-Anthologie „Paris, I’ll kill you“ vor.

[Abbildung: „The Howling“ © Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. All Rights Reserved.]

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