Jim Sheridan ist kein Fan von “Dream House” | Thriller mit Daniel Craig findet keine Zuschauer

08. Oktober 2011

Dream House

Über 80 Einträge umfasst die Filmographie von Alan Smithee bis heute, und beinahe wäre mit „Dream House“ vor kurzem ein weiterer Titel hinzugekommen – so jedenfalls will es die L.A. Times herausgefunden haben. Bekanntlich fungiert der fiktive Workaholic als gängiges Pseudonym für Regisseure, die ihren Namen nicht länger mit einzelnen Produktionen in Verbindung gebracht haben wollen. Im Fall des mit Daniel Craig, Rachel Weisz, Naomi Watts und Elias Koteas prominent besetzten Mystery-Thrillers konnte sich der in den frühen 90ern durch hochkarätige Dramen wie „My Left Foot“ oder „In the Name of the Father“ bekannt gewordene Ire Jim Sheridan irgendwann nicht mehr wirklich mit dem Ergebnis identifizieren und beantragte bei der Directors Guild of America, seinen Namen aus den Credits entfernen zu lassen – wenn auch ohne Erfolg.

Nachdem er sein Gesuch bei der Guild eingereicht hatte, war seitens des Finanziers Morgan Creek die Bereitschaft zu Nachdrehs signalisiert und Sheridans Antrag abgelehnt worden. Mit dem jetzigen Ergebnis kann allerdings keiner der Beteiligten zufrieden sein. Sheridan verweigerte zwar alle PR-Arbeit, doch eine gänzliche Distanzierung vom fertigen Werk gelang ihm nicht.

Schon während der Drehphase war die Produktion von Problemen überschattet worden. Schneestürme hatten die Arbeit verzögert, und Daniel Craigs vertragliche Bindung an „Verblendung“, David Finchers Neu-Adaption des ersten Romans aus Stieg Larssons „Millennium“-Trilogie, sorgte für zusätzlichen Aufschub. Der usprünglich angesetzte Starttermin vom 18. Februar ließ sich unmöglich einhalten, und Universal musste die Premiere in den Herbst verlegen. Ein erstes Testscreening verlief zudem offenbar alles andere als erfreulich, und so wurde Sheridan, der ohnehin kein Recht auf einen Final Cut innehielt, gänzlich von der abschließenden Phase der Postproduktion abgezogen.

Dass mit dem Film einiges nicht stimmt, belegen die katastrophalen Einspielergebnisse am US-Startwochenende. Gerade einmal bescheidene acht Millionen Dollar kamen landesweit zusammen und reichten in den Top Ten nur für einen ernüchternden sechsten Platz. Pressevorführungen hatte es zuvor vorsichtshalber keine gegeben, doch auch das half nicht wirklich weiter. Ob und wann „Dream House“ nach Deutschland kommt, ist bislang nicht bekannt.

[Abbildung: Universal Studios]

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