25 Jahre HOWARD THE DUCK: Marvel bietet George Lucas 1732,32 Dollar für eine Blu-ray zum Jubiläum

05. Juni 2012

Gerade erst hat George Lucas seinen Rückzug aus dem Business bekannt gegeben und Kathleen Kennedy zur zweiten Führungsspitze bei Lucasfilm ernannt, da wird er von Marvels Chief Creative Officer Joe Quesada mithilfe eines eigens produzierten Stop-Motion-Clips öffentlich darum gebeten, ausgerechnet den größte Flop seiner Karriere noch einmal gebührend zu feiern: „Howard the Duck“. Doch das Engagement des Jedi-Meistes soll sich auch monetär lohnen. Für die offizielle Unterstützung einer Blu-ray-Veröffentlichung zum 25-jährigen Jubiläum der einst gnadenlos durchgefallenen Comic-Adaption, sowie einem Schaulauf über den Roten Teppich anlässlich der zugehörigen Premiere bietet Marvel einen Scheck über stattliche 1732,32 Dollar.

Quesada und sein Team nehmen die Angelegenheit also offenbar nicht allzu ernst, denn immerhin gilt der Entenfilm von 1986 bis heute als eine der übelsten Gurken der Kinohistorie. Dass man bei Marvel nichts desto trotz ein erhebliches Interesse an einem möglichst presse- und publikumswirksamen Re-Release für den Home-Entertainment-Markt hat, dürfte nicht zuletzt damit zu tun haben, dass die Figur aus dem Fundus des Comic-Riesen stammt. Lucas selber hatte bereits nach Fertigstellung von „American Graffiti“ mit dem Gedanken einer Leinwand-Adaption gespielt, hielt aber erst über ein Jahrzehnt später die Mittel dazu in der Hand. Zumindest muss er das damals geglaubt haben.

Der fertige Film fiel bei Kritik wie Publikum gleichermaßen durch und beendete die Karriere von Autor, Regisseur und Lucas-Freund Willard Huyck schlagartig. Schuld daran waren neben dem arg nivellierenden Drehbuch, das alle Satire und Bösartigkeit der Vorlage eliminiert hatte (und dafür eine Goldene Himbeere erhielt), vor allem die Umsetzung der Figur selber. Puppenspieler und Schauspieler im animatronischen Entenkostüm konnten keine überzeugende Illusion erzeugen. Lucas war seiner Zeit wie so oft weit voraus, doch die technischen Mittel, die er benötigt hätte, waren schlichtweg noch nicht vorhanden. Ein ähnliches Dilemma hatte zuvor bereits Jim Henson mit seinem Fantasy-Wunderwerk „The Dark Crystal“ erfahren müssen. Beide hatten die Notwendigkeit der Motion-Capture-Technologie für ihre Zwecke im Grunde bereits antizipiert, doch zur Ausführung fehlten schlichtweg noch die Mittel.

Vielleicht hat man bei Marvel aber auch bereits Pläne im Hinterkopf, die genau in diese Richtung abzielen und will den Markt mit einer Blu-ray des Originals austesten. In Comic-Form ist die 1973 von Steve Gerber and Val Mayerik entwickelte Figur der außerirdischen Variante von Donald Duck (ein Rechtsstreit mit Disney führte dazu, dass die Marvel-Ente später eine Hose tragen musste, mit der sie sich – im Clip unübersehbar – nie so richtig anfreunden konnte) weiterhin in der einen oder anderen Form existent. Warum also, nachdem aus dem Comic-Konzern jetzt auch ein erfolgreiches Filmstudio geworden ist, nicht eine CGI-Neuauflage versuchen?

Der von Quesada mitkonzipierte Clip jedenfalls vermittelt neben der Botschaft an Lucas vor allem eine ziemlich reizvolle Idee davon, wie ein computergenerierter Howard heute aussehen könnte.

Howard the Duck Silver Anniversary

[Abbildungen: Screencaptures]

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