Eliza Dushku dreht Dokumentarfilm über Albanien | Postproduktion soll per Crowdfunding gesichert werden

19. Juni 2012

Eliza Dushku

Auf eher unkonventionelle Weise erweitert Eliza Dushku derzeit ihr Portfolio als Produzentin und nutzt dabei ihren prominenten Namen für ein bisschen zusätzliche Aufmerksamkeit. Die gebürtige Halb-Albanerin reiste im August 2011 mit ihrem Bruder und einer überschaubaren Crew in die Heimat ihrer Familie väterlicherseits und kam mit über 20 Stunden Filmmaterial zurück. Das fertige Produkt soll eine Art dokumentarische Entdeckungsreise durch 15 Städte werden und das Land in seiner Vielfalt zeigen. Die Schauspielerin selber fungiert dabei als Protagonistin, besucht die Menschen in ihrer alltäglichen Umgebung und trifft auf regionale Berühmtheiten aus Politik, Wirtschaft und Entertainment. Die Postproduktionskosten von angesetzten 60.000 Dollar sollen jetzt via Crowdfunding aufgebracht werden.

Nötig wird der Schritt eher nicht sein, denn die vergleichsweise überschaubare Summe könnte die Schauspielerin wohl bereits mit dem Honorar für ein Fotoshooting abdecken. Der virale PR-Wert ist jedoch nicht zu unterschätzen, zumal Dushku nicht das erste Beispiel für erfolgreiches Celebrity-Crowdfunding darstellt. Erst kürzlich hatten Autor Bret Easton Ellis und Paul Schrader für ihr gemeinsames Filmprojekt „The Canyons“ mit rund 160.000 Dollar immerhin ein Drittel mehr Geld einsammeln können als zunächst veranschlagt. Und Colin Hanks gelang 2011 für seine Dokumentation „The Rise and Fall of Tower Records“ sogar eine Verdopplung seines Finanzierungsziels.

Hauptverbreitungsträger sind in der Regel die sozialen Netzwerke, und da zeigt die bestehende Webutation der jeweiligen Celebrities ihren Nutzen. Im Fall von Eliza Dushku machen 1,2 Millionen Follower auf Twitter und 220.000 Liker auf Facebook schon eine Menge aus. Nach zehn Tagen war so mit rund 19.000 Dollar bereits ein Drittel des anvisierten Zielbetrags von 60.000 erreicht – und das verteilt auf 316 Personen. Die durchschnittliche Beteiligungssumme ist also nicht sonderlich hoch, und so zählt der Verbreitungsgrad. Die Formel ist einfach: Je mehr User im Netz über das Projekt sprechen, desto schneller wird es finanziert. Zugleich sorgt die virale Ausdehnung aber eben auch für eine Menge Vorab-PR, und die – so darf man vermuten – ist gerade im Celebrity-Crowdfunding nicht selten das eigentlich Ziel.

Eliza Dushku ist vor allem für die Rolle der Faith in Joss Whedons Erfolgsproduktion „Buffy“ und dessen Ableger „Angel“ bekannt. Vergleichbar große Würfe sind seitdem jedoch ausgeblieben. Hauptrollen in Horrorfilmen wie „Wrong Turn“ oder „Open Graves“ sorgten nicht für den erwünschten Sprung auf die große Leinwand, und die Serien „Tru Calling“ und „Dollhouse“ wurden frühzeitig wieder eingestellt. In letzterem Fall trat die Schauspielerin zusätzlich als Produzentin in Erscheinung – ein Tätigkeitsfeld, das sie auch in Zukunft weiter ausbauen will. Auf der Homepage ihrer Boston Diva Productions herrscht seit 2008 allerdings völliger Stillstand.

Ihrem Albanien-Projekt jedenfalls wäre eine breitere Wahrnehmung zu wünschen, denn der erste Teaser punktet mit Dushkus gewinnend sympathischer Art und einer sehr persönlich geprägten Begegnung mit den Menschen vor Ort.

[Eliza Dushkus Crowdfunding-Kampagne findet sich bei Kickstarter]

Dear Albania

[Abbildungen: Screencaptures]

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Eine Antwort zu “Eliza Dushku dreht Dokumentarfilm über Albanien | Postproduktion soll per Crowdfunding gesichert werden”

  1. Gentos sagt:

    Sie hat sogar 72 000 Dollar erreicht.

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