Kurz belichtet: Der Nebelmann (La Ragazza nella Nebbia | 2017)

10. September 2018

Der Nebelmann | La Ragazza nella Nebbia

Als ein 16-jähriges Mädchen verschwindet, gerät ein verschlafenes Alpendorf in den Fokus der Sensationsmedien. Ein umstrittener Sonderermittler (Toni Servillo, „La Grande Bellezza“) nutzt die Situation, um den möglichen Täter zu überführen, und erweist sich dabei als zynischer Manipulator. Wirft er der Meute den Hauptverdächtigen zum Fraß vor, ohne brauchbare Beweise in der Hand zu haben? Und warum verbringt er die Rahmenhandlung bei einem Polizeipsychologen, der gerne davon erzählt, dass er immer nach dem gleichen Fisch angelt?

Donato Carrisi hat seinen eigenen Bestseller adaptiert und damit ein recht sehenswertes Regiedebüt abgeliefert. Atmosphärisch weitesgehend dicht und streckenweise angenehm aus der Zeit gefallen, legt der Film seine falschen Fährten geschickt genug, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Etwa nach der Hälfte rückt eine neue Figur in den Vordergrund und scheint die Geschichte aus anderer Perspektive zu beleuchten. Genau hinhören lohnt sich bei der meist thematischen, oft in kurzen Skizzen gehaltenen Musik von Vito Lo Re. Jean Reno hingegen ist nicht viel mehr als ein Köder für die Credits, kapert den Film aber mit jedem seiner kurzen Auftritte nachdrücklich. [LZ]

[Abbildung: Koch Films]

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