Lionsgate verfilmt Zombie-Game DEAD ISLAND

27. September 2011

Als im Februar ein Trailer die virale Runde machte, der auf spektakuläre Weise die Grenzen zwischen Film und Game verwischte, schien die Begeisterung grenzenlos. Produziert von Axis Animation in Schottland, zeigte der rund 3-minütige Clip in umgekehrter Chronologie den gewaltsamen Tod eines kleinen Mädchens im Umfeld einer Zombie-Epidemie und endete mit einem glücklichen Familienfoto. Unterlegt mit Musik von Giles Lamb, der sich unüberhörbar an „Life and Death“ aus dem „Lost“-Soundtrack von Michael Giacchino orientierte, erreichte der Clip eine dramatische und emotionale Qualität, die es bis dato bei Game-Trailern nicht gegeben hatte und eigentlich auf die große Leinwand gehörte.

Dort soll „Dead Island“ in naher Zukunft auch zu sehen sein. Der aktuelle Rechteinhaber Lionsgate hat jetzt offiziell Sean Daniel, Produzent von „The Mummy“ und zuletzt „Wolfman“, mit der Kinoadaption beauftragt. Bereits früher hatte es Gerüchte gegeben, die ihn mit einer Filmfassung des Spiels in Verbindung brachten, doch Herausgeber Deep Silver war eilig bemüht, alle Spekulationen im Zaum zu halten – und das, wie die jetzige Lage nahe legt, vermutlich aus taktischen Gründen.


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Dass der Film wieder näher an den Trailer rückt als das Spiel selber, ist ebenso wünschenswert wie unrealistisch. Trotz guter Kritiken erwies sich „Dead Island“ am Ende doch nur als ein reguläres Zombie-Game und blieb meilenweit hinter den Erwartungen zurück, die Axis-Regisseur Stuart Aitken und sein Team geweckt hatten. Das muss wenig wundern, denn das vom polnischen Hersteller Techland entwickelte Spiel war bereits für 2008 angekündigt. Ein erster Trailer im Folgejahr hatte noch nichts mit dem zu tun, was die 2011er Kampagne so eindruckvoll werden ließ, und so ist es vor allem brillantes Marketing gewesen, dass dem Produkt seine Relevanz verliehen hat. Mit einigem Recht gewann Axis beim diesjährigen Cannes Lions Festival deshalb auch eine Goldtrophäe.

Ob „Dead Island“ aus dieser Perspektive betrachtet dem derzeit gut ausgelasteten Subgenre des Zombiefilms tatsächlich noch neue Seiten hinzufügen kann, ist eher zweifelhaft, zumal mit „Pride and Prejudice and Zombies“ ein ähnlich gelagertes Projekt aus dem Hause Lionsgate seit einer ganzen Weile erhebliche Startschwierigkeiten hat.

[Abbildungen: Screencaptures (Axis Animation)]

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