David Duchovny jagt Charles Manson: Neue TV-Serien und Spielfilme von Jonas Akerlund, Rob Zombie, Bret Easton Ellis

27. September 2014

Charles Manson

Ganze sechs US-Produktionen widmen sich im kommenden Jahr dem bekanntesten Straftäter der USA. Dabei sollte man meinen, über Charles Manson, der im kalifornischen Staatsgefängnis nach über vier Jahrzehnten noch immer seine lebenslange Haftstrafe absitzt, sei längst alles gesagt. Mitnichten. Manson ist heute fast wieder populärer als der Mann, der mit (Künstler-)Vornamen Marilyn heißt. Und das betrifft nicht nur Hollywood. Gerade erst brachte das Hamburger Thalia Theater mit „Summer of Hate“ ein Musical über den Sektenführer und Musiker zur Uraufführung, der für mindestens sieben Auftragsmorde verantwortlich zeichnet – bekanntestes Opfer: Roman Polanskis damalige Ehefrau Sharon Tate.

Bereits Anfang des Jahres machte die Meldung die Runde, dass „Californication“-Darsteller David Duchovny im Anschluss an die letzte Staffel seiner Erfolgsserie in einem 13-Teiler die Rolle eines Cops übernehmen werde, der sich Undercover in die Manson-Familie einschleicht. Produziert von John McNamara („Die Abenteuer von Lois & Clark“) und Duchovny selber, entsteht „Aquarius“ derzeit im Auftrag von NBC.

Direkte Konkurrenz könnte es möglicherweise bald bei Fox geben. Nur wenige Wochen zuvor war nämlich via Variety bekannt geworden, dass Autor Bret Easton Ellis („American Psycho“) und Filmemacher Rob Zombie ebenfalls an einem Manson-Projekt arbeiten würden, das gleichermaßen als mehrteilige Mini-Serie angedacht sei. Seither ist es um die Pläne allerdings still geworden und Zombie hat sich erstmal auf die Finanzierung seines nächsten Spielfilms „31“ konzentriert.

Deadline meldet nun vor ein paar Tagen ein drittes Projekt: Eine Adaption des 1971er Sachbuchs „The Family“ von Ed Sanders liegt auf dem Tisch von Videoclip-Regisseur Jonas Akerlund („Spun“). Der Kreis zu Zombies möglicher TV-Serie schließt sich dank Drehbuchautorin Guinevere Turner, die einst zusammen mit Mary Harron „American Psycho“ auf die Leinwand gebracht hatte. In ihrem Manson-Film soll es jedoch eher um die Frauen gehen, die sich dem Guru anschlossen. „Was treibt 1969 eine 19-Jährige dazu, einem Mann so weit nachzufolgen, dass sie Unschuldige für ihn tötet?“, fragt sich Turner. „Wir wissen alle, wie es ausgeht [...], doch wie konnte es dazu kommen?“

Drei weitere Manson-Filme sind bereits fertiggestellt und für 2015 angekündigt, darunter das mit Laura Harring und Eric Balfour (waren gemeinsam bereits in David Lynchs „Inland Empire“ zu sehen) interessant besetzte Drama „Manson Girls“. „Bigger than the Beatles“ widmet sich dem Verhältnis von Manson zu „Beach Boy“-Mitglied Dennis Wilson, wohingegen „Honky Holocaust“ eher auf Exploitation zu setzen scheint und mit Lloyd Kaufman in einer Nebenrolle aufwartet.

Der älteste Film zum Thema entstand bereits 1976. Zudem ist „Helter Skelter“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen TV-Film von 2004) bis heute wohl auch der bekannteste Beitrag. Zu den anderen Beispiele für filmische Auseinandersetzungen mit Manson gehören „The Book of Manson“ (1989), „The Manson Family“ (2003) und „Leslie, my name is Evil [dt. Manson Girl]“ (2009).

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