Dario Argento und Iggy Pop verfilmen E.T.A. Hoffmann

11. Oktober 2014

Iggy Pop | The Sandman

Eines der berühmtesten Schauermärchen der Schwarzen Romantik als moderne Giallo-Hommage? Knapp zwei Jahrhunderte nach seiner Erstveröffentlichung könnte dem „Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann demnächst genau diese ebenso gewagte wie vielversprechende Adaptionsvariante blühen. Hinter dem Projekt steht kein Geringerer als Altmeister Dario Argento („Tenebrae“). Für die Titelrolle fest gebucht: Stooges-Frontmann und Bowie-Weggefährte Iggy Pop.

Ob das Projekt allerdings tatsächlich stattfindet, hängt – wie so oft – von der Finanzierung ab, und da geht man (zumindest in Teilen) den zunehmend populären Weg vieler anderer kleiner Independent-Produktionen: Mit einem anvisierten Budget von 250.000 USD wurde am 8. Oktober eine einmonatige Crowdfunding-Kampagne gestartet, die nach drei Tagen bereits rund sieben Prozent der Gesamtsumme zusammentragen konnte. Inwiefern die virtuelle Sammelbüchse in Wahrheit eher Vorabmarketing darstellt oder die echten Geldgeber beeindrucken soll, lässt sich nur vermuten.

In jedem Fall lohnt sich ein genauerer Blick auf die Beteiligten, denn deren Spuren führen ins deutsche Privatfernsehen. Shivertown Road Films mögen zwar in New York ansässig sein, die leitenden Köpfe haben sich ihre Sporen jedoch in München verdient. Produzentin Daniela Tully, vormals Assistentin von Uli Edel, betreute von 2006 bis 2007 den Fiction-Bereich bei Pro7 und zeichnete dabei unter anderem für die serielle Totgeburt „Lotta in Love“ und „Gonger“ (ein müder Versuch, asiatisch geprägten Grusel für den hiesigen TV-Bildschirm zu reproduzieren) verantwortlich.

The Sandman

Ihren Partner und jetzigen „Sandman“-Autor David Tully lernte sie vermutlich bereits am Set von Edels „Nibelungen“-Mehrteiler kennen, für den er als Skriptberater fungierte. Gemeinsam realisierten sie später die Pro7-Produktion „Hepzibah“ (noch so ein Genre-Fehlschuss), sowie Tobe Hoopers 2013er Horrorfilm „Djinn“ im Auftrag der Produktionsgesellschaft Imagenation Abu Dhabi, für die Daniela Tully wiederum die Beteiligung an Hollywood-Produktionen wie „Contagion“, „The Crazies“ und „Best Exotic Marigold Hotel“ (mit)koordinierte.

Ebenfalls als Produzenten fungieren Rob Heydon, der 2011 als Autor und Regisseur den Irvine-Welsh-Roman „Ecstasy“ verfilmte, sowie der eher der Musikbranche entstammende Kanadier Jeff Rogers (Grammy-nominiert für „Moby: Play“). Im Horrorgenre konnte er 2009 mit der Vampirkomödie „Suck“ erste Erfahrungen sammeln – in einer Nebenrolle damals: Iggy Pop.

P.S.: Das unheilvolle Teaser-Poster stammt übrigens von Illustrator und Concept-Artist Paul Gerrard („Zorn der Titanen“, „Teenage Mutant Ninja Turtles“, „Hellraiser: Origins“).

The Sandman | Paul Gerrard

[Abbildungen: Screencaptures]

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