Christoph Waltz ersetzt Nicolas Cage in Michel Gondrys Version von The Green Hornet

22. September 2009

Christoph Waltz | The Green Hornet

Seit seiner bahnbrechenden Leistung als „Judenjäger“ Hans Landa in Quentin Tarantinos Nazikiller-Farce „Inglourious Basterds“ gehört Christoph Waltz zu den heißesten deutschsprachigen Schauspieler-Exporten. Bei den Filmfestspielen in Cannes brachte dem Österreicher die Rolle des charismatischen SS-Obersts bereits die Goldene Palme ein, und die Wetten stehen nicht schlecht, dass er 2010 auch einen Oscar als bester Nebendarsteller mit nach Hause nimmt. Auf dem Schreibtisch seiner Agentur stapeln sich nun die Anfragen aus Hollywood, und in seinem nächsten Projekt ersetzt er bereits Nicolas Cage – das muss ihm erstmal einer nachmachen.

Geradezu lachhaft erschien da die ernsthafte Annahme des Hessischen Rundfunks und dessen Fernsehspielchefin Liane Jessen, Waltz könnte ernsthaft Interesse an einer Rolle als „Tatort“-Ermittler haben. Das sei „völliger Unsinn“, gab der Schauspieler der „Bunten“ zu Protokoll, und wer zuvor anderes gedacht hatte, muss sich schon ein arg naives Realitätsbild vorwerfen lassen. In den USA winken Millionengagen, ein weltweites Publikum und ein filmisches Potential, von dem ein Schauspieler in Deutschland nur träumen kann. Wer will da schon auf das Geld des Gebührenzahlers und Produktionsbedingungen zurückgreifen, die erst einmal vom Rundfunkrat abgesegnet werden müssen?

Die Absage von Waltz sagt mehr aus über den selbstverliebten Größenwahn öffentlich-rechtlicher Programmverantwortlicher als über den Schauspieler selbst. Dessen zweiter Auftritt in einer US-Produktion ist gut gewählt und geschieht gleich unter der Regie eines weiteren Autorenfilmers, der trotz seiner unkonventionellen Herangehensweise inzwischen problemlos auch größere Budgets in die Hände bekommt.

Für Michel Gondry („Eternal Sunshine of the Spotless Mind“) wird Waltz in der Kinofassung des Superhelden-Klassikers „The Green Hornet“ erneut den Antagonisten geben. Der Österreicher übernimmt dabei einen Part, für den ursprünglich Nicolas Cage vorgesehen war. Cage jedoch sagte in letzter Sekunde ab und begründete seine Entscheidung mit einer zu großen Oberflächlichkeit der Figur.

„The Green Hornet“ geht zurück auf ein Radioprogramm aus den 30er Jahren. Bis in die Gegenwart hinein durchlebte der maskierte Held gleichen Namens (Will Eisners „The Spirit“ nicht unähnlich) eine beachtliche Anzahl an Reinkarnationen in Comic-Reihen, Film-Serials und TV-Shows, ohne ernsthaft an Beliebtheit einzubüßen. Eine Langfilmversion ist seit den 90ern im Gespräch und brachte bereits so heterogene Namen wie George Clooney und Jake Gyllenhaal aufs Tableau.

Der finale Zuschlag ging mit Gondry an einen Regisseur, der sich vor allem mit seinen überbordenden Musikvideos (u.a. für Björk, The White Stripes, The Chemical Brothers und Daft Punk) einen Namen als Schöpfer surreal anmutender Bildkompositionen machte. Neben Waltz spielen Cameron Diaz, Tom Wilkinson, Edward James Olmos, sowie Co-Autor und Titeldarsteller Seth Rogen.

[Abbildung; Sony Pictures]

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