Archiv für die Kategorie ‘TV-Produktionen’

Rillington Place: Der Biedermann als Serienkiller | Tim Roth und Samantha Morton brillieren in BBC-Drama

Mittwoch, 01. November 2017

Rillington Place

[Lesedauer: ca. 2:50 Minuten]

In Englands Kriminalhistorie ist John Christie nach Jack the Ripper vielleicht der bekannteste aller Frauenmörder. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass seine Geschichte auf Umwegen dazu beitrug, die Todesstrafe im Vereinigten Königreich 1965 abzuschaffen. Nach seiner Festnahme gestand Christie unter anderem einen Mord, für den drei Jahre zuvor ein anderer gehängt worden war, und bei dessen Prozess er zu allem Überfluss auch noch eine entscheidende Rolle als Hauptzeuge gespielt hatte. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten sich wenig mit Ruhm bekleckert, schlampig ermittelt und vermutlich gar ein Geständnis erzwungen. Immerhin erhielt der unschuldig verurteilte Timothy Evans posthum eine offizielle Entschuldigung vom damaligen Innenminister (wovon er sich herzlich wenig kaufen konnte). Die BBC hat den vielfach beleuchteten Fall nun erneut aufgerollt und einen finsteren Dreiteiler produziert, der alles andere als gute Laune verbreitet – und deshalb umso gelungener ist.

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National Treasure (2016) | Beklemmender Vierteiler über sexuellen Missbrauch

Montag, 23. Oktober 2017

National Treasure

[Lesedauer: ca. 2:40 Minuten]

Es ist natürlich bloßer Zufall, dass diese mehrfach preisgekrönte britische Mini-Serie ausgerechnet zu einer Zeit auf dem deutschen Markt erscheint, da die Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein weltweit hohe Wellen schlagen. Ein Grund mehr jedoch, sie für das zu preisen, was sie ist – ein schmerzhafter und schonungsloser Blick auf dasjenige, was mit Menschen geschieht, die (möglicherweise) Opfer oder Täter geworden sind, mit ihren Angehörigen und Freunden, und einer Öffentlichkeit, die nicht glauben kann oder will oder sich wie hungrige Aasgeier auf alle Beteiligten stürzt. Vor allem aber geht es um den Zuschauer, der im Dunkeln gelassen wird darüber, ob die Vorwürfe echt sind oder inszeniert, was die Unklarheit mit uns macht, und auf welche Seite wir uns zu schlagen bereit sind.

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The Missing (2016) | The truth is out there: BBC-Mehrteiler um verschwundene Kinder überzeugt auch in der zweiten Staffel

Sonntag, 01. Oktober 2017

The Missing (Staffel 2)

[Lesedauer: ca. 3:30 Minuten]

In ihrer unendlichen Weisheit hatte die Programmplanung des ZDF vergangenen Mai beschlossen, ausgerechnet den letzten Teil der hochgelobten BBC-Serie „The Missing“ (Staffel 1) ins Nachtprogramm zu verlagern und stattdessen eine Wiederholung der deutlich harmloseren Krimireihe „Lewis“ zu zeigen. Begründung: mangelndes Zuschauerinteresse. „Bei der letzten von acht Folgen?“ denkt sich der kritische Beobachter da. „Hätte das den gebührenfinanzierten Profis vom Lerchenberg nicht schon früher auffallen müssen?“ – Nun, allerdings. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass den Verantwortlichen plötzlich Parallelen zum Fall Maddie McCann aufgefallen waren, deren 10-jähriges Verschwinden in jenen Tagen fleißig durch die Medien geisterte. Das (so mag man vermuten) war den Mainzern dann wohl ein bisschen arg nah an der Wirklichkeit, also setzte man lieber auf vorauseilenden Gehorsam und ersparte dem mündigen Zuschauer das erschreckende Finale. Dass es die zweite Staffel nun irgendwann ins Free-TV schafft, kann man vor diesem Hintergrund getrost vergessen.

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Generation der Verdammten | BBC-Weltkriegsdrama ist vor allem bebilderte Historie

Samstag, 02. September 2017

Generation der Verdammten

[Lesedauer: ca. 2:00 Minuten]

Wer sich während der arg zerdehnten 180 Minuten dieses Mehrteilers auf seltsame Weise an seine Schulzeit erinnert fühlt, ist damit nicht allein. „The Passing Bells [dt. Generation der Verdammten]“ gehört zu jenem Typus bebilderter Historie, den Geschichtslehrer gerne einsetzen, um sich die Vorbereitung mehrerer Stunden Unterricht zu ersparen. Die BBC hatte die Produktion im Rahmen des weltweiten Gedenkprogramms zu 100 Jahren Erster Weltkrieg in Auftrag gegeben und gezielt ein jüngeres Publikum ansprechen wollen. Mit drei Jahren Verspätung erscheint das gut gemeinte Stück Bildungsfernsehen nun auch auf dem deutschen Markt.

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Saboteure im Eis: Operation Schweres Wasser | Weltkriegs-Mehrteiler aus Norwegen

Samstag, 03. Juni 2017

Saboteure im Eis: Operation Schweres Wasser

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Wo kommt denn diese Serie auf einmal her? Eine Reihe deutscher Schauplätze, Darsteller und hochkarätiger historischer Figuren, sowie ein nicht unerhebliches Kapitel aus dem umfangreichen Buch brauner Kriegshistorie, aber bislang keine Ausstrahlung im deutschen Fernsehen – darüber darf man sich schon wundern. Die Sachlage ist allerdings schnell erklärt, denn der norwegische 6-Teiler entstand ohne jegliche Einbindung von ARD, ZDF oder einem der einschlägigen Privatsender, und hiesige Fördergelder wurden auch nicht in Anspruch genommen. Womit sollte man da also protzen? Und als ob eine derartige Verweigerungshaltung nicht schon peinlich genug wäre, ist „Saboteure im Eis“ auch noch deutlich besser als das meiste, was hierzulande in Form hausgemachter Mehrteiler über die Bildschirme flimmert.

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Class (Staffel 1) | Das Whoniversum dehnt sich aus

Mittwoch, 24. Mai 2017

Class (Staffel 1)

[Lesedauer: ca. 1:50 Minuten]

Ein bisschen viel ist das schon für die zurückhaltende April: Ihr heimlicher Schwarm Charlie mag nicht nur Jungs viel lieber, sondern ist überraschenderweise auch noch der Prinz eines ausgelöschten Volkes von einem anderen Planeten und zugleich Befehlshaber der vermeintlichen Lehrerin Miss Quill, die – dank einer Art Nacktmulch in ihrem Kopf – als Kriegsgefangene und Bodyguard unter seinem Kommando steht. Und weil beim Vertreiben außerirdischer Angreifer, die durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum aus einem Paralleluniversum in das uns bekannte Diesseits eindringen konnten, einiges schief gelaufen ist, muss April sich ihr Herz fortan mit deren König teilen und schwebt nun beständig in Lebensgefahr. Als ob man als Siebzehnjährige nicht schon genug am Hals hätte!

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Marseille (Staffel 1) | Netflix-Serie mit Gerard Depardieu: So spannend wie der NRW-Wahlkampf

Montag, 15. Mai 2017

Marseille (Staffel 1)

[Lesedauer: ca. 2:00 Minuten]

Seit rund vier Jahren liefert Netflix Eigenproduktionen mit beachtlichem Budgeteinsatz, ohne dass sich so ganz genau sagen lässt, wie erfolgreich das ganze Unterfangen eigentlich ist – jedenfalls aus klassischer Quotenperspektive, denn Zugriffszahlen rückt der Streaminganbieter partout nicht raus. Doch der Ansatz ist ohnehin ein anderer. Serien und Filme aus dem eigenen Haus dienen nicht zuletzt (und möglicherweise gar in erster Linie) als PR-Tools und Lockartikel, um neue Abonnenten anzuwerben. Konsequent also nur der Schritt, auch die jeweiligen nationalen Märkte über frische Serien anzukurbeln. Mit „Marseille“ gibt es jetzt die erste französische Eigenproduktion der Kalifornier zu sehen. Die Begeisterung darüber dürfte sich allerdings in Grenzen halten.

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The Young Pope | Paolo Sorrentinos grandioses Vatikan-Märchen ist eine neunstündige Nona Ora

Freitag, 12. Mai 2017

The Young Pope

[Lesedauer: ca. 5:00 Minuten]

Dies ist sie also, die Serie, von der seit Jahren geredet wird. Die dem Kino den Rang abläuft oder doch zumindest gleichwertig ist. Die eigentlich auf die große Leinwand gehört. Die das filmische Geschichtenerzählen in seinen Möglichkeiten profund erweitert und damit revolutioniert. Und nein, die Rede ist eben nicht von „Game of Thrones“ oder „House of Cards“ oder „Hannibal“ oder welches Lieblingsbeispiel einem da auch immer einfallen mag. Man braucht nicht einmal fünf Minuten der ersten Episode gesehen zu haben, um das unmissverständlich zu erkennen. Paolo Sorrentino hat mit „The Young Pope“ einen neunstündigen Kinofilm abgeliefert, der die Regeln des Lichtspieltheaters verlustfrei auf den heimischen Bildschirm und seine Derivate überträgt. So einfach ist das und nicht anders.

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The Missing (2014) | Rückkehr nach Eden: Beklemmender BBC-Mehrteiler

Mittwoch, 19. April 2017

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Bei aller Schelte, die das ZDF immer wieder von uns abbekommt (zuletzt hier und hier), muss auch mal Lob drin sein. Denn zumindest beim Einkauf fremdsprachiger Serien machen die Mainzer in der Regel eine Menge richtig. Aktuelles Beispiel ist die 8-teilige BBC-Produktion „The Missing“, die ab dem 23. April jeweils sonntagabends in Doppelfolge ausgestrahlt wird. Parallel erscheint die fesselnde Entführungsgeschichte mit James Nesbitt („Der Hobbit“) bereits zwei Tage früher auf DVD und Blu-ray. Das Geschäftsmodell möge ein anderer erklären.

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Blochin: ZDF verzichtet endgültig auf zweite Staffel

Mittwoch, 12. April 2017

Blochin | Keine zweite Staffel

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Als gestern die Pressemitteilung in den Redaktionen eintrudelte, wird sich so mancher verwundert die Augen gerieben haben. Das ZDF, so heißt es da, drehe derzeit das „Finale“ eines Fünfteilers, den die meisten vermutlich schon wieder vergessen haben. „Blochin“ von Matthias Glasner sollte 2015 der erste großangelegte Versuch der Mainzer sein, den deutschen Serienmarkt mit modernen Erzählformen amerikanischer Prägung aufzumischen. So überzeugt waren die Verantwortlichen vom Endprodukt, dass bereits vor TV-Ausstrahlung in der Primetime eine zweite Staffel in Auftrag gegeben wurde. Deren Schicksal ist nun besiegelt. Sie wird nicht stattfinden.

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Akte X: Audiobook-Prequel mit den Stimmen von David Duchovny und Gillian Anderson

Dienstag, 11. April 2017

The X-Files: Cold Cases | Audiobook

[Lesedauer: ca. 1 Minute]

Wer die Lücke zwischen dem zweite Kinoausflug der „X-Files“ und dem 2016er Reboot schon immer als schmerzhaft oder (je nach persönlicher Gewichtung) ärgerlich empfunden hat, kann aufatmen. Ein Prequel-Sequel soll jetzt Antworten liefern – wenn auch nur als Audiobook. Immerhin: Gesprochen werden die Figuren von den Originaldarstellern, was die Produktion vergleichsweise kostenintensiv ausfallen lassen dürfte. Angesichts des anhaltenden Kultes um die beliebte Serie sollte das allerdings irrelevant sein. Wann Scully und Mulder auch auf die TV-Bildschirme zurückkehren, ist derzeit noch offen.

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Doctor Who – Der Film | Deutsche Synchronfassung nach fast zwei Jahrzehnten wieder erhältlich | Erstveröffentlichung auf DVD und Blu-ray

Sonntag, 02. April 2017

Doctor Who - Der Film

1996 war ein gutes Jahr für Whovians: Nach 26 erfolgreichen Jahren hatte die BBC 1989 beschlossen, die bis heute langlebigste Scifi-Serie der TV-Geschichte einzustellen. Andere Erfolgsformate hatten den Markt übernommen (ganz vorne: „Star Trek: The Next Generation“), mit deren Quoten wie Produktionswerten es „Doctor Who“ einfach nicht aufnehmen konnte. Aber vielleicht war so mancher Verantwortliche des Formates auch einfach überdrüssig und wollte sich einiger Altlasten entledigen. Keinen Überdruss jedenfalls empfanden die Fans, für die der berühmteste Zeitreisende neben Marty McFly in Fanzines, Büchern und Comics munter weiterlebte. Einer dieser Fans: TV-Produzent Philip Segal. Ganze sieben Jahre kämpfte er hartnäckig für eine Wiederbelebung. Am Ende gelang ihm ein Kompromiss in Form eines rund 90-minütigen Fernsehfilms.

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Neil Gaiman adaptiert Good Omens für Amazon Studios und die BBC

Freitag, 20. Januar 2017

Good Omens | Neil Gaiman, Terry Pratchett

2017 dürfte ein echtes Freudenjahr für Fans des britischen Autors Neil Gaiman werden. Im Februar erscheint mit „Norse Mythology“ seine eigenwillige und von Marvel-Einflüssen gänzlich freie Intepretation nordischer Göttersagen rund um Odin, Thor und Loki. Im April zeigt der US-Sender Starz die von Bryan Fuller („Hannibal“) entwickelte Adaption seines Opus Magnum „American Gods“ in Form einer hochkarätig besetzten TV-Serie. Und für Amazon Studios wird Gaiman aktuell seinen zusammen mit Terry Pratchett verfassten Roman „Good Omens“ zu einem 6-Teiler verarbeiten.

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Captain Future | Sternen-Nostalgie aus dem Schneideraum

Samstag, 07. Januar 2017

Captain Future

Für die Generation 40+ eine echte Kindheitserinnerung: Im September 1980 begann das ZDF mit der Ausstrahlung eines japanischen Animes, der perfekt auf die Generation „Star Wars“ zugeschnitten schien. Faktisch existierte „Captain Future“ zwar schon lange vor dem Lucas-Universum, doch als man sich 1978 bei Toei Animation (damals noch Toei Doga) der amerikanischen Scifi-Romane aus der Hochphase des Zweiten Weltkriegs annahm, hätte die Zeit kaum reifer sein können. Die heranwachsende Nerdwelt lechzte nach interplanetaren Abenteuern. Das hatte man auch auf dem Mainzer Lerchenberg erkannt.

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Quotendruck statt Herzensbrecher: Das ZDF begreift sich mal wieder als Privatsender

Montag, 19. Dezember 2016

Herzensbrecher

Eher nebenbei konnte man wahrnehmen, dass sich das Zweite Deutsche Fernsehen überraschend von einer bislang als solide empfundenen Eigenproduktion trennt. Betroffen ist die Vorabendserie „Herzensbrecher“, die am vergangenen Samstag nach vier Staffeln zuende ging und trotz allgemeiner Beliebtheit nicht verlängert wird. Warum uns das interessiert? Weil die Begründung erneut ein Indiz dafür liefert, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in mancherlei Hinsicht als halber Privatsender missverstehen.

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Weinberg | Deutsche Impotenz: TNT-Serie zeigt das hiesige Genre-Dilemma

Montag, 12. Dezember 2016

Weinberg - Im Nebel des Schweigens

Wir wissen nicht, welche Serie der Kollege vom Spiegel da gesehen hat, die so „souverän aus der deutschen Vormoderne in die Zukunft des hiesigen Fernsehens weist“ [1], nur eins ist klar, die TNT-Produktion „Weinberg“ kann es kaum sein. Auch jene „surreale(n) Szenen von ungekannter Intensität“, die man bei der FAZ entdeckt haben will [2], müssen wohl an anderer Stelle gefunden worden sein (oder vielleicht auch nur erträumt). Vom Grimme-Preis wollen wir gar nicht erst anfangen. Lieber fragen wir uns: Geht es der hiesigen Serienlandschaft tatsächlich so unsäglich schlecht, dass schon eine enervierend ungelenke, erschreckend einfallslose und gähnend langweilige Kopie einschlägiger Originale ausreicht, um Begeisterungsstürme im Feuilleton auszulösen? Offenbar ja.

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11.22.63 | Killing Oswald: Mini-Serie nach Stephen King

Montag, 28. November 2016

11.22.63

Der allgemeine Serienboom und der damit einhergehende Relevanzwandel weg vom Kino und hin zum heimischen TV (als Überbegriff für alle erdenklichen Endgeräte, mit denen sich streamen und klassisch fernsehen lässt) raubt dem Zuschauer vor allem eine Menge Zeit. Staffel für Staffel fordern die angesagtesten Blockbuster aus dem Hause Netflix, AMC, HBO, Amazon (Liste beliebig erweiterbar) uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Denn wer zwischendurch mal pausiert, ist raus. Ein Grund mehr, die Tugenden der Mini-Serie wiederzuentdecken, die sich problemlos in einer Nacht konsumieren lässt und dann aber auch auserzählt ist. Für die Adaption von Stephen Kings voluminösem Zeitreiseroman „11.22.63 [dt. Der Anschlag]“ schien sie dem umtriebigen J.J. Abrams genau das passende Format zu sein.

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Licht und Schatten: The Twilight Zone (1985) | Staffel 1 erstmals im deutschen Heimkino

Montag, 09. Mai 2016

The Twilight Zone (1985)

Zweimal ist Rod Serlings legendäre Anthologie-Serie bislang wiederbelebt worden, beide Male mit eher mäßigem Erfolg (nicht, dass die Originalshow ein Riesenrenner gewesen wäre). Aber Kult gilt nun einmal als kassenträchtig, und da übernatürliche Themen Mitte der 80er das Mainstream-Kino erobert hatten, sprach eine Menge dafür, die alte Marke wiederaufleben zu lassen. Steven Spielbergs Breitwand-Remake einiger klassischer „Twilight Zone“-Episoden war zwar weit unter den Erwartungen geblieben, aber das mochte durchaus am Medium liegen. Serling selber jedenfalls hatte seine Anteile noch zu Lebzeiten an den produzierenden Sender CBS verkauft und so stand einem Reboot – wie man heute sagen würde – eigentlich nichts mehr im Wege.

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The Day the Clown cried | Eric Friedler entlockt Jerry Lewis ein Interview und zeigt Rohmaterial des Originalfilms

Dienstag, 09. Februar 2016

Der Clown | The Day the Clown cried | Jerry Lewis

Filmhistorisch hat das, was die ARD da am 3. Februar im späten Abendprogramm versteckt hat, durchaus Sensationscharakter. Vor der Kamera von Dokumentarfilmer Eric Friedler („Das Schweigen der Quandts“) äußert sich der mittlerweile 89-jährige Jerry Lewis erstmals ausführlich zum größten Tiefpunkt seiner Karriere, jenem Sonderfall cineastischen Schaffens, den trotz (weitestgehender) Fertigstellung bis heute praktisch niemand je zu sehen bekommen hat. „The Day the Clown cried“ gehört zu den großen Mythen des Nachkriegskinos und Friedlers knapp 2-stündige Spurensuche bemüht sich nach Kräften darum, neben der Aufarbeitung zahlreicher längst bekannter Hintergründe auch einen groben Eindruck des unveröffentlichten Werks zu ermöglichen.

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11/22/63: Fünf Herausforderungen für die Stephen-King-Adaption von J.J. Abrams

Samstag, 05. September 2015

11/22/63 | James Franco, Stephen King, J.J. Abrams

Als Stephen King auf seinem Twitter-Account das erste Foto vom Set veröffentlichte, zeigten sich die drei Hauptbeteiligten – er selbst, Schauspieler James Franco und Produzent J.J. Abrams – bestens gelaunt. Dabei stand die Verfilmung seines Opus Magnum „11/22/63“ (hierzulande unter dem nüchtern-belanglosen Titel „Der Anschlag“ veröffentlicht) über einen Zeitreisenden, der die Ermordung John F. Kennedys verhindern will, zunächst unter keinem guten Stern. Jonathan Demme hatte sich die Rechte gesichert, stieg aber kurz darauf wegen kreativer Differenzen wieder aus. Leser des Buches konnten diese Entwicklung nur begrüßen.

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