Archiv für die Kategorie ‘Kurzfilme’

ROSA: Ein-Mann-Animationsfilm von Jesús Orellana

Samstag, 12. November 2011

Die Zeiten, in denen sich ohne horrende Budgets und eine umfangreiche Crew kein Film machen ließ, gehören ein für allemal der Vergangenheit an. Viel erstaunlicher jedoch als die unüberschaubare Flut digitaler Laienproduktionen mit hohem Dilettantismusfaktor ist mittlerweile die zunehmende Zahl an No-Budget-Arbeiten, die zumindest hinsichtlich ihres Looks den Vergleich mit ultrateuerem Eye Candy großer Studios nicht zu scheuen brauchen. Im Regelfall entstehen sie fast zu einhundert Prozent am Rechner und lassen manchmal sogar echte Virtuosität erkennen. Ein aktuelles und besonders überzeugendes Beispiel für diese Entwicklung ist der knapp 10-minütige Animationsfilm „Rosa“ des Spaniers Jesús Orellana.

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Vier Anti-Meth-Clips von Darren Aronofsky

Mittwoch, 09. November 2011

The Meth Project

Wer seinem Trailer oder TV-Beitrag mit unfehlbarer Sicherheit die nötige musikalische Dramatik verleihen will, greift heute bevorzugt (und viel zu oft) auf Clint Mansells Stringarrangement „Lux Aeterna“ zurück. Was die meisten eher nicht wissen: Das mit kraftvollem Ernst vorwärtstreibende Stück beschreibt ursprünglich den fatalen Abstieg in den sicheren Drogentod. „Requiem for a Dream“ heißt der Film, für den es komponiert wurde, und dessen Regisseur bekanntlich Darren Aronofsky. Die Adaption des gleichnamigen Buches von Hubert Selby jr. schockierte und faszinierte in einem Maße, wie es keinem anderen Film über Abhängigkeit bis dato gelungen war. Jetzt widmet sich Aronofsky dem Thema erneut.

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MAKING FRIENDS: Happy Halloween von Michael Dougherty

Montag, 31. Oktober 2011

Seit John Carpenters Slasher-Klassiker hat kein Film dem Kürbisfest so nachdrücklich seinen Stempel aufgedrückt wie „Trick ’r Treat“ von Michael Dougherty. Beruhend auf dem Kurzfilm „Season’s Greetings“ und zusammengesetzt aus mehreren ineinander verwobenen Episoden, erfreut sich die einfallsreiche, mal unheimliche, mal ausgesprochen lustige Liebeserklärung an Halloween und seine Bräuche seit der Premiere 2007 ungebrochener Beliebtheit. Auf dem amerikanischen Spartenkanal Fearnet gibt es den Film dieses Jahr praktisch den gesamten 31. Oktober über im Loop zu sehen. Dougherty hat extra zu diesem Zweck einen kleinen Beitrag geliefert, der in Form einer augenzwinkernden Frankenstein-Variante mit einem Cameo von Kürbismonster Sam auch als Kurzfilm viel Spaß macht.

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Joe Lynch produziert drei Kurzfilm-Adaptionen von Game-Klassikern | THE HUNT, KART DRIVER, THE BIRDS OF ANGER

Freitag, 28. Oktober 2011

G4TV Films

Filmadaptionen erfolgreicher Videospiele haben nicht den besten Ruf, und das ist nicht allein die Schuld von Uwe Boll. Wenige Ausnahmen wie „Silent Hill“ oder die gelungeneren Teile der „Resident Evil“-Reihe bestätigen eher die Regel, dass auf dem Weg von der Konsole zur Leinwand immer noch eine Menge verloren geht. Dabei ist es im Wesentlichen eine Frage von Sorgfalt, Originalität und der richtigen Perspektive, mit der man sich dem anderen Medium annähert. Eindrucksvoll belegen das gerade drei Kurzfilme, die der amerikanische Spartenkanal G4TV im Rahmen seines Epictober Festivals für sein Online-Portal in Auftrag gegeben hat. „The Hunt“, „Kart Game“ und „The Birds of Anger“ gehören bereits jetzt zum Besten, was an Game-Adaptionen derzeit auf dem Markt ist.

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Spike Jonze: Animierter Kurzfilm MOURIR AUPRÈS DE TOI | Zusammenarbeit mit Designerin Olympia Le-Tan

Freitag, 21. Oktober 2011

Mourir Auprès de Toi

Auf den ersten Blick sehen sie wie Bücher aus, doch was modebewusste Stars wie Clémence Poésy oder Natalie Portman mit sich herumtragen, sind tatsächlich Handtaschen, deren Design dem Einband von Erstausgaben literarischer Klassiker nachempfunden wurde. Gefertigt in Handarbeit, mit Baumwoll-Batist überzogen, bestickt und immer auf 16 Exemplare limitiert, erfreuen sich die Clutches der französischen Designerin Olympia Le-Tan großer Beliebtheit – offenbar auch bei Filmemacher Spike Jonze. Mit „Mourir Auprès de Toi (To Die By Your Side)“ legt er jetzt einen Kurzfilm vor, der Le-Tans Buchcover auf spielerische Weise zum Leben erweckt.

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Jack Perez puts the T in TANTRUM | Interview with the director of SOME GUY WHO KILLS PEOPLE (english version)

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Jack Perez

For a while, Jack Perez was mostly known for directing the rather infamous „Mega Shark vs. Giant Octopus“, but since his movie „Some Guy who kills People“ is playing festivals worldwide, things have changed. The subtle slasher comedy did not only convince John Landis to function as executive producer, it also keeps winning audiences and critics alike. Just recently Perez entered the „ABCs of Death“ contest with his short film „T is for Tantrum“, hoping to become a part of the upcoming horror anthology alongside 25 other prestigious genre directors. Being the second collaboration with writer Ryan Levin, „Tantrum“ immediately found its audience and over night became one of the most voted for films of the competition. With us Perez talked about his directorial approach, working with child actors, humor in horror, tight budgets and what he shares with David Cronenberg.

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THE ABCs OF DEATH: Ryan Levin and Jack Perez join with T IS FOR TANTRUM

Donnerstag, 29. September 2011

T is for Tantrum

26 letters of the alphabet, 26 surprising ways to die. The idea behind the upcoming anthology „The ABCs of Death“ by Drafthouse Films is simple, smart and caught the attention of some of the most interesting younger horror directors around, among them Banjong Pisanthanakun („Shutter“), Jorge Grau („We are what we are“), Jason Eisner („Hobo with a Shotgun“), Andrew Traucki („Black Water“) and Ti West („House of the Devil“). The letter „T“ though is the subject of a competition that is open for everyone to participate in and vote for. Almost 90 shorts were submitted so far, but only one received instant online praise by no other than veteran filmmaker John Landis and got more than 450 votes on the first day. „T is for Tantrum” was written by Ryan Levin and directed by Jack Perez, successfully reteaming again after their award-winning slasher comedy „Some Guy who kills People”.

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Geistermärchen von Axelle Carolyn: Neil Marshall produziert THE HALLOWEEN KID

Sonntag, 25. September 2011

The Halloween Kid

Axelle Carolyn legt hinter der Kamera derzeit ein ungemeines Tempo vor. Während „The Last Post“, der erste Kurzfilm der ehemaligen belgischen Filmjournalistin, noch auf Festivaltour ist und der Nachfolger „Hooked“ vor wenigen Tagen seine Weltpremiere beim amerikanischen Spartenkanal FearNet hatte, ist ihr nächstes Projekt bereits in Arbeit. „The Halloween Kid“ soll pünktlich zum Kürbisfest erscheinen und wird erst am letzten Oktoberwochenende abgedreht. Co-Produzent ist wie bei den beiden vorherigen Arbeiten erneut Neil Marshall.

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David Lynch: THE 3 Rs | Trailer Viennale 2011

Donnerstag, 22. September 2011

The 3 Rs

Regiekollege Abel Ferrara sorgte kürzlich für einiges an Aufmerken, als er wie nebenbei darauf hinwies, dass David Lynch laut eigener Aussage mit dem Thema Filmemachen ein für allemal durch sei. Tatsächlich tanzt der Meister seit 2006 noch ausgiebiger auf allen möglichen Hochzeiten als zuvor, und wenn er nicht gerade für Transzendentale Meditation wirbt, eröffnet er mal eine Ausstellung (unter anderem 2009 im Max Ernst Museum), dreht rätselhafte Werbeclips (für Dior oder auch die eigene Kaffeemarke) und bringt gar eine eigene CD auf den Markt („Crazy Clown Time“). Für das diesjährige internationale Filmfestival Wien hat er nun gerade einen knapp einminütigen Trailer fertig gestellt, und der könnte kaum archetypischer aussehen.

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HOOKED: Ultrakurzfilm von Axelle Carolyn

Montag, 12. September 2011

Hooked

Die belgischstämmige Filmjournalistin Axelle Carolyn legt derzeit ein bemerkenswertes Tempo vor, was ihre Karriere hinter der Kamera betrifft. Gerade erst ist ihr Debütfilm „The Last Post“ auf Festivaltour gegangen, da feiert auch ihre zweite Arbeit auf dem Regiestuhl bereits Premiere. Doch im Gegensatz zu dem eher melancholisch angelegten Erstling über Geistererscheinungen in einem Pflegeheim setzt „Hooked“ mit einem Augenzwinkern vor allem auf Horror. Kaum zwei Minuten inklusive Credits ist der von Neil Marshall („The Descent“) produzierte und von Adam Greens regulärem Kameramann Will Barratt („Hatchet“) stimmungsvoll eingefangene Ultrakurzfilm lang, doch gerade dadurch gewinnt das simple Setting seine Wirkung. In jedem Fall gilt hier: „Be careful what you’re fishing for.“

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THE ABCs OF DEATH: Jenn Rose and Erica Harrell join with T IS FOR TOSS

Samstag, 03. September 2011

T is for Toss

This is Sesame Street from Hell: A group of children magically toss items at their teacher (or just plain victim?) and obviously enjoy the pretty gory results. Strangely enough, all they have to do is yell words starting with a „T“. But then again, there’s nothing strange about the latter (and the letter) because this weird scenario is part of a witty filmmaking contest. 26 directors team up for the horror anthology  „The ABCs of Death“, with each of them dedicating a 4 minute short to a specific letter of the alphabet that describes a (mostly surprising) cause of being killed off. The letter „T“ is still open for submission, and so filmmakers from all around the world upload their shorts to the project’s website, hoping to receive the highest amount of online votes. „T is for Toss” is one of the most unexpected contestants.

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THE ABCs OF DEATH: Ryan Levin and Jack Perez might join with T IS FOR TANTRUM

Samstag, 03. September 2011

T is for Tantrum

A panicky five year old boy loses a baby tooth and all hell breaks loose. The „tragically hilarious chain of events“ that follows might have the chance to become part of the upcoming horror anthology „The ABCs of Death“, currently in production by Drafthouse Films. Consisting of 26 shorts with each chosing a single letter of the alphabet to describe the arrival of the reaper, the project is still looking for one entry. „T is for Tantrum“ could help out. The script is completed, a professional crew lined up and locations are locked in. The only problem: The short is not produced yet. Right now, author Ryan Levin and director Jake Perez try to crowdfund their version of death via Kickstarter.

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THE LAST POST by Axelle Carolyn | Short film review

Sonntag, 21. August 2011

The Last Post

There might be no fixed running time to define or limit the options of a short film, but the art of the format however is still about telling a story as focused and pointed as possible. In most of the cases, the disadvantages of this approach will affect identification. Because, how deep can you dig into a fictional character when you only get to share five, ten or twenty minutes with them? This being said, the achievements of first-time filmmaker Axelle Carolyn and her lead actress Jean Marsh cannot be praised enough. With barely eleven minutes (including end credits), „The Last Post“ easily evolves the emotional depth of a two-hour drama.

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Mike Le Han wins Best Film at 7th Annual HollyShorts Film Festival

Sonntag, 21. August 2011

Actually, UK filmmaker Mike LeHan decided not to send his much hyped fantasy short „Mrs Peppercorn’s Magical Reading Room“ to any festival at all but instead put it online for everyone to watch and enjoy. He made one exception though and it has turned out as pretty much the right decision. When the 7th Annual HollyShorts Film Festival wrapped on August 18th at the Geisha House in Hollywood, the big winner was – Mike Le Han. Taking home the Best Overall Short Film prize endowed with $ 10.000 and a miniature Oscar, the overjoyed Englishman did not miss to send out his gratitude to a great team helping him along the way: „I did tell you guys when I pitched the idea to you, didn’t I?“

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MRS PEPPERCORN’S MAGICAL READING ROOM: Filmmaker Mike Le Han goes viral

Samstag, 28. Mai 2011

Fantasy Short by Mike Le Han

It was a big day for UK filmmaker Mike Le Han when more than 300 invited guests attended the BAFTA premiere of his 24-minute fantasy short on march 29th. The first trailer for „Mrs Peppercorn’s Magical Reading Room“ had been released only half a year ago and immediately caused a remarkable viral interest by film fans and industry professionals alike. With the official premiere and a favorable write-up in Variety as well as dozens of other publications, things went through the roof and Le Han became a name to watch. Now, right in between studio negotiations and a secret new project, the busy filmmaker decided to put his short online for everyone to enjoy. Having conducted the very first interview with him on the subject and published a review earlier this year, we are now able to finally present the film itself in its entirety.

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Short film review: MRS PEPPERCORN’S MAGICAL READING ROOM by Mike Le Han

Mittwoch, 06. April 2011

After a dozen docudramas for UK television as well as a fair amount of high profile commercials, the time was ripe for Mike Le Han to finally step over into fictional filmmaking. Armed with a moderate budget of about 25.000 pounds, bestselling author Martina Cole as executive producer and a highly motivated cast and crew, he created a 24-minute short film, that feels like a teaser for a big budget blockbuster. The impression is not exactly wrong. A feature version loosely based on the same story and characters is already in the works. But yet regardless of ambitious plans like these, „Mrs Peppercorn’s Magical Reading Room“ is an exceptional effort.

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Mike Le Han: MRS PEPPERCORN’S MAGICAL READING ROOM | Kurzfilmreview

Dienstag, 05. April 2011

Nach über einem Dutzend Dokudramen für das britische Fernsehen und einer Handvoll hochdotierter Werbeclips war für Mike Le Han irgendwann der Punkt erreicht, wo es Zeit wurde, den Schritt zum fiktionalen Filmemachen zu wagen. Bewaffnet mit einem moderaten Budget von rund 35.000 Euro, Bestseller-Autorin Martina Cole als Executive Producer und einem hochmotivierten Team vor und hinter der Kamera, entstand ein  24-minütiger Kurzfilm, der sich anfühlt wie der Teaser zu einer budgetstarken Großproduktion. Der Eindruck ist nicht ganz falsch. Längst ist eine Featurevariante in Arbeit, die lose auf dem gleichen Sujet basiert. Doch auch unabhängig von ambitionierten Plänen wie diesen erweist sich „Mrs Peppercorn’s Magical Reading Room“ als eine echte Ausnahmeerscheinung.

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David Lynch: LADY BLUE SHANGHAI (Dior)

Samstag, 15. Mai 2010

Im Kosmos der Zeichen und Symbole gibt es Wiedergänger, die ihren Weg über Jahre hinweg unbeirrt in die ganz persönliche Welt von David Lynch zurückfinden. Eine feste Bedeutung haben sie nie, und selbst wenn ihnen eine zugewiesen wird, dann doch ausdrücklich in Form eines Mysteriums. Eine geheimnisvolle blaue Rose ist so ein Beispiel, und mancher Interpret würde nur allzu gerne einen Bezug zur deutschen Romantik herstellen. Doch das ist bloße Spekulation. In „Fire walk with me“ wird ihr zwar dezidiert die Funktion eines Codes zugewiesen, doch auf eine Decodierung wartet man vergeblich. In „Mulholland Drive“ taucht sie lediglich als Dekor im Hintergrund auf und verweist offenbar nur auf sich selbst. In Lynchs aktuellem Dior-Imageclip rückt die seltsame Blume erstmals ganz ins Zentrum und bleibt doch reine Projektionsfläche.

Aber auch sonst ist „Lady Blue Shanghai“ unverkennbarster Lynch. Die erste Schwarzblende hat sich kaum geöffnet, da umschleicht den Zuschauer bereits ein seltsam hypnotisches Anmuten undefinierter Zwischenwelten: Leere Flure, rote Vorhänge, rätselhafte Artefakte – nicht einmal die Schachbrettmuster auf dem Boden fehlen. Die (erneut digitalen) Bilder sind gewohnt erlesen, und der über allem schwebende, geheimnisvoll-sehnsüchtige Klangteppich (von Lynch und Dean Hurley) wirkt vor allem auf das Unterbewusstsein ein.

Offenbar wollte man ein Auteur-feeling anstelle einer reinen Auftragsarbeit, und das sieht man dem etwa 16-minütigen Kurzfilm, der eigentlich eine Handtasche bewirbt, deutlich an. „Lady Blue Shanghai“ ist in erster Linie ein kunstvoll gesponnenes Netz aus unverzichtbaren Trademarks des Filmemachers und – ganz gemäß Lynchs entwaffnend einfacher „Inland Empire“-Synopsis – erneut eine Geschichte „about a woman in trouble“.

Der Financial Times beschrieb Lynch die Anfrage von Dior denkbar einfach: „They called me up and said, ‘Would you like to make a short film for the internet? You can do anything you want, you just need to show the handbag, the Pearl Tower and some old Shanghai.’“

Neben dem eigentlichen Film liegt zusätzlich eine 7-minütige Collage vor, in der Hauptdarstellerin Marion Cotillard die vollständige Fassung des von Lynch selber verfassten Gedichtes zitiert, das dem Projekt als Grundlage diente.

Lady Blue Shanghai

[Abbildung: Screencapture]

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