Archiv für die Kategorie ‘Filmkritik’

Ambulance | Larry Cohens fast vergessener B-Film in makelloser Sammleredition

Samstag, 24. Juni 2017

Ambulance

[Lesedauer: ca. 2:00 Minuten]

100 Extrapunkte für die richtige Antwort: In welchem Film spielt Eric Roberts einen Marvel-Zeichner mit Stan Lee als direktem Vorgesetzten? Wissen Sie nicht? Ein Grund mehr, bei der schmucken Mediabook-Neuauflage von Larry Cohens 1990er Gaga-Thriller „Ambulance“ zuzugreifen. Als inoffizielles Begleitmaterial zur geplanten Abschaffung von Obamacare ebenso geeignet wie als willkommenes Ventil für alle Lebenspartner von „Grey’s Anatomy“-Fans. Da kurvt doch glatt ein ausrangierter Krankenwagen durch die Straßen von New York und sammelt kollabierende Diabetiker auf, nur um sie in einem Versuchslabor wieder aufwachen zu lassen, wo ihnen experimenthalber die Bauchspeicheldrüse eines Schweins implantiert werden soll. Ein B-Film für die ganze Familie also.

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Pet (2016) | Filmkritik: Käfighaltung

Freitag, 23. Juni 2017

Pet | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:50 Minuten]

Dies ist der feuchte Traum eines jeden scheuen Jungen, der sich unsterblich in ein Mädchen verliebt, das nichts von ihm wissen will. Jeder Versuch, die Angebetete vom Gegenteil zu überzeugen, ist nicht nur per se zum Scheitern verurteilt, sondern macht die Sache nur noch hoffnungsloser. Am Ende schleudert sie dem armen Tropf schlimmstenfalls ihre uneingeschränkte Abneigung entgegen, bricht ihm das Herz und demütigt ihn auf denkbar schmerzhafte Weise. Was aber, wenn sich das Blatt doch noch wenden ließe? Wenn die Unwillige plötzlich in seiner Hand wäre, gezwungen, sich ihm ganz zu überlassen, bis sie erkennt, dass er und sie sich doch viel ähnlicher sind als gedacht? So würde man es sich wünschen – insbesondere wenn man Vollblut-Psychopath ist. Seth gehört zu dieser Spezies.

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Tödlicher Segen [Deadly Blessing] | Frühwerk von Wes Craven in neuer Edition

Sonntag, 18. Juni 2017

Tödlicher Segen

[Lesedauer: ca. 3:40 Minuten]

Mit anderen Meistern seines Fachs wie John Huston oder Robert Altman teilt sich Wes Craven das ungeheure Auf und Ab seiner Filmographie. Neben einschlägigen und stilbildendenden Klassikern findet sich da eine Menge Durchschnittliches, Verünglücktes und Vergessenswertes. Vor diesem Hintergrund drohen manche Zwischenwerke ganz aus dem Blick zu geraten. “Deadly Blessing [dt. Tödlicher Segen a.k.a. Dem Tode geweiht]” ist so ein Fall. 1981 als Auftragsarbeit zwischen zwei TV-Projekten entstanden, zeigt der Film nicht nur eine ganze Reihe erzählerischer Taktiken, die später zu Cravens Markenzeichen werden sollten, sondern überzeugt auch für sich. Eine jetzt erschienene Special Edition erlaubt zudem einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte.

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Hacksaw Ridge | Filmkritik: Frieden schaffen ohne Waffen

Mittwoch, 14. Juni 2017

Hacksaw Ridge | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Mel Gibson war noch nie ein Mann der leisen Töne. Als Filmemacher hat ihm seine wenig zurückhaltende Art immerhin einen Oscar (für „Braveheart“) und – das Wortspiel liegt einfach zu sehr auf der Hand – einen gewaltigen Geldsegen eingebracht (für „The Passion of the Christ“), privat ist sie ihm zum Verhängnis geworden. Nach einem Jahrzehnt wenig vorzeigbarer Cameos mit übler Grimassenschneiderei („The Expendables 3“, „Machete kills“) und akzeptabler, aber schnell vergessener B-Filme („Get the Gringo“) hatte ihn so mancher bereits abgeschrieben. Umso überraschender letztes Jahr seine Rückkehr auf den Regiestuhl, die auch Gibson-Gegner mit einigem Respekt goutieren mussten. 10 Minuten Standing Ovations bei der Premiere in Venedig holten Hollywoods verlorenen Sohn zurück ins Rampenlicht.

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Die Taschendiebin | Filmkritik: Alles Lug und Trug

Sonntag, 11. Juni 2017

Die Taschendiebin

[Lesedauer: ca. 2:40 Minuten]

Nicht, dass es im Grundsatz irgendwer leicht hätte im Erzählkosmos von Park Chan-wook, aber für Liebende ist die Angelegenheit nochmal eine Stufe verzwickter. Sollte da für die Beteiligten überhaupt so etwas wie ein Happy End drin sein, dann bitte mindestens als menschliche Atombombe, die nicht zündet („I’m a Cyborg, but that’s OK“), oder als Kreatur der Nacht, die im Morgengrauen zu Staub und Asche zerfällt („Durst“). In gewissem Sinn kann man „Die Taschendiebin“ als Abschluss einer weiteren thematisch ausgerichteten Trilogie in seinem Oeuvre lesen (also Liebe statt Rache), zumal die Geschichte einer eigenwilligen ménage à trois selber dreigeteilt erzählt wird. Und wie bei dem Südkoreaner nicht anders zu erwarten, erweist sich die (un)heilige Dreifaltigkeit selbstredend als ein zweischneidiges Schwert.

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Die Mumie (2017) | Filmkritik: Cruise und Crowe kloppen sich

Freitag, 09. Juni 2017

Die Mumie (2017)

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Sagen wir es gerade heraus: Dies ist ein sehr, sehr dummer Film. Das muss erst einmal nichts heißen, denn dumme Filme können durchaus ziemlich unterhaltsam sein. Jim Wynorski etwa hat seine gesamte Karriere auf sehr dummen Filmen aufgebaut. Die müssen einem nicht gefallen, aber dass sie langweilen, das kann man ihnen in der Regel kaum vorwerfen. Ganz anders im Fall dieses neuerlichen Aufgusses des altägyptischen Wiederkehrers aus der Mottenkiste von Universal, mit dessen Budget Wynorski bis ans Ende seiner Tage die Kameras laufen lassen könnte. Noch nicht deutlich genug? Dann versuchen wir es einmal so: „Die Mumie“ ist für Tom Cruise, was „Hudson Hawk“ für Bruce Willis war – das Papier nicht wert, auf dem beide ihre Verträge unterschrieben haben.

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XX | Filmkritik: Chromosom der Angst

Samstag, 27. Mai 2017

XX

[Lesedauer: ca. 2:50 Minuten]

Das Grauen ist geschlechtslos – deshalb im Deutschen auch das grammatikalische Neutrum. Die Filmindustrie, insbesondere die amerikanische, sieht das von jeher anders. Horrorfilme sind eine Männerdomäne und damit Basta! Nun ist das natürlich nur ein Genre-Beispiel für das Geschäft mit den bewegten Bildern an sich, wo Frauen, abseits ihrer Funktion vor der Kamera, in entscheidenden Positionen auch im Jahr 2017 noch immer unterrepräsentiert sind (und in aller Regel auch unterbezahlt). Aber gerade im Horrorumfeld zeigen sich weibliche Filmemacherinnen seit einigen Jahren deutlich auf dem Vormarsch: „Der Babadook“, „A girl walks home alone at night“ und „American Mary“ sind nur drei besonders populäre Beispiele. Zeit also für die erste Anthologie, bei der ausschließlich Frauen auf dem Regiestuhl Platz genommen haben.

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Doppelfeature: The Void vs. Humanoid | Schnee, Monster, Carpenter

Montag, 22. Mai 2017

The Void

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Zwei aktuelle Beispiele, die seit vergangenem Freitag auf dem hiesigen Markt zu haben sind, zeigen vergleichsweise überzeugend, wie hoch das Niveau unabhängig produzierter Genre-Beiträge trotz überschaubarer Budgets mittlerweile ausfallen kann – wenn man nur will. Dass sich ihre Titel reimen, liegt ausschließlich am (übrigens identischen) deutschen Verleih, doch es gibt auch echte Gemeinsamkeiten. Inhaltlich setzt „The Void“ auf Retro-Horror, während „Humanoid“ als eine Art postapokalyptischer Schnee-Western daherkommt. Im Kern sind beides B-Filme und doch echte Herzensprojekte ihrer Macher. Zudem stehen sie für eine spezifische Entwicklung im digitalen Independent-Markt.

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The Great Wall | Filmkritik: Kriegsbeistand aus dem Abendland

Donnerstag, 18. Mai 2017

The Great Wall

[Lesedauer: ca. 2:10 Minuten]

Habgier schafft Monster. Da ist sicher einiges dran, doch wer hätte gedacht, dass man diese Erkenntnis so wörtlich nehmen muss wie in der ersten englischsprachigen Regiearbeit von Zhang Yimou („House of Flying Daggers“)? Dieselbe Untugend ist es auch, die den englischen Söldner William (Matt Damon) und seinen spanischen Begleiter Tovar irgendwann um die erste Jahrtausendwende ins Land des Lächelns gelockt hat, wo jenes sagenumwobene schwarze Pulver zu finden sein soll, mit dem sich trefflich Krieg führen lässt. Welche Reichtümer man sich wohl verschaffen könnte, hätte man nur ein paar Pfund davon! Doch dann stoßen die beiden auf eine imposante Mauer, die das gesamte Land zu durchziehen scheint und vor den Angriffen einer gewaltigen Armee ebenso hungriger wie hässlicher Kreaturen schützen soll. Ein echtes Ammenmärchen? Leider nein.

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Alien: Covenant | Filmkritik: Macht kaputt, was euch kaputt macht

Mittwoch, 17. Mai 2017

Alien: Covenant

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Es kommt der Moment, da möchte man wüste Beschimpfungen in Richtung Leinwand schleudern. Doch was würde das schon nützen? Die Verantwortlichen sind eh nicht da und so bleibt einem nur die Wahl, entweder den Saal zu verlassen oder das Elend dieses Films bis zum bitteren Ende zu ertragen. Mit zwei fatalen Plotwendungen hat Ridley Scott (oder wer auch immer hier die Verantwortung trägt) zuerst den Vorgängerfilm und dann gleich das ganze „Alien“-Franchise zerschossen. Am Ende ist von dem, was einst Dan O’Bannons in Obdachlosigkeit und finanziellem Ruin erdachten Space-Horror im Kern ausgemacht hat, nichts mehr übrig.

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Guardians of the Galaxy Vol. 2 | Filmkritik: Gottkomplex und Wahlverwantschaften

Sonntag, 07. Mai 2017

Guardians of the Galaxy Vol. 2

[Lesedauer: ca. 3:30 Minuten]

Kurt Russell ist Gott. Wer diese Fanweisheit schon immer mit völliger Selbstverständlichkeit und der angemessenen Arroganz vor sich hergetragen hat, bekommt hier endlich den Beweis geliefert. Und dann diese gewisse Ähnlichkeit mit David Hasselhoff – lag der Vergleich nicht längst unausgesprochen in der Luft? Aber das nur am Rande. Bereits in den ersten Szenen erfahren wir jedenfalls, dass der digital um drei Jahrzehnte verjüngte KR uns tatsächlich den außerirdisch-göttlichen Vater von Peter Quill a.k.a. Star-Lord gibt. Doch macht das den Anführer der Guardians of the Galaxy auch automatisch zu einer Art Space-Jesus? Klares Jein. Denn ob der heidnische Demiurg so ganz koscher ist, darf man getrost bezweifeln.

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Song to Song | Filmkritik: Streuner im Licht

Freitag, 28. April 2017

Song to Song

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

„You get used to drifting“, heißt es einmal aus dem Off. Da sind bereits weit über 90 Minuten vergangen und die Figuren haben sich ausgiebig treiben lassen, sind ziellos umeinander hergestreift, haben viel ins Leere, auf den Boden und in den Himmel geblickt, Bedeutungsschwangeres gedacht (Bekenntnisse etwa wie „I love pain, it feels like life“) und wenig miteinander geredet. Erlesen sind die lichtzeichnerischen Bilder (Emmanuel Lubezki, „The Revenant“), teuer die Schauspieler (Fassbender, Gosling, Mara, Portman, Blanchett). Dafür ist die Handlung umso dünner und fällt über weite Strecken eher assoziativ als narrativ aus. Nichts davon muss einen wundern, denn wir befinden uns in einem Film von Terrence Malick.

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The Founder | Filmkritik: Bigger Business

Donnerstag, 20. April 2017

The Founder | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Höhere Effizienz steigert den Umsatz. Um das zu begreifen, braucht man keine Unternehmensberatung zu beschäftigen. Wenn Ray Kroc uns gleich zu Beginn einen Spezialmixer schmackhaft macht, mit dem sich binnen kürzester Zeit eine größere Anzahl Milkshakes zubereiten lässt, leuchten seine Augen hell und seine Argumente unmittelbar ein. Mehr Shakes, mehr Kunden, mehr Umsatz. Aber Amerika ist noch nicht so weit. Denn während wir dem smarten Handlungsreisenden seinen Mixer eigentlich direkt abkaufen wollen, beißt er bei den schlechtgelaunten Betreibern verschlafener Drive-Ins, die er landesweit abklappert, regelmäßig auf schwer verdaulichen Granit. Great sieht anders aus.

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Shut in | Filmkritik: Klischee im Schnee

Sonntag, 09. April 2017

Shut in | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:30 Minuten]

Das Phänomen des 2/3-Films gehört zu den besonders ärgerlichen Fällen von Zeitverschwendung. Es definiert sich dadurch, dass die ersten rund zwei Drittel durchaus sehenswert, vielversprechend, manchmal gar außergewöhnlich ausfallen, während sich das letzte Drittel (in der Regel dank eines absurden Twists) völlig unerwartet in haarsträubenden Mist verwandelt. Nicht selten sind dafür Testscreenings verantwortlich bzw. die panische Reaktion der Studios auf eben diese (klassischer Fall: „Sliver“). Manchmal liegt die Schuld aber auch einfach nur am Drehbuch. Ein Vorzeigebeispiel für letztere Variante bietet dieser frustrierende Thriller aus dem Wunderreich der Logiklöcher.

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Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik: Karaoke und Holographie

Mittwoch, 05. April 2017

Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Vergessen wir einmal für einen Moment die leidige Whitewashing-Debatte, denn Hand auf’s Herz: Wer hätte schon gerne auf den Anblick von Scarlett Johansson im Nude-Look eines hautengen Latex-Anzuges verzichtet? Eye-Candy liefert der Film aber auch unabhängig von seiner Hauptdarstellerin, und zwar in jeder Einstellung und über die volle Distanz hinweg. Kaum möglich, sich an den betörenden CGI-Welten sattzusehen, die einen völlig vereinnahmen – urbaner Futurismus, wie man ihn vielleicht seit „Blade Runner“ nicht besser gesehen hat. Damit sind aber leider auch schon fast alle Stärken dieser ersten Realversion des einflussreichen Mangas benannt. „Ghost in the Shell“ ist eine visuell makellose Oberfläche ohne nennenswerte Tiefe.

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Doctor Who – Der Film | Deutsche Synchronfassung nach fast zwei Jahrzehnten wieder erhältlich | Erstveröffentlichung auf DVD und Blu-ray

Sonntag, 02. April 2017

Doctor Who - Der Film

1996 war ein gutes Jahr für Whovians: Nach 26 erfolgreichen Jahren hatte die BBC 1989 beschlossen, die bis heute langlebigste Scifi-Serie der TV-Geschichte einzustellen. Andere Erfolgsformate hatten den Markt übernommen (ganz vorne: „Star Trek: The Next Generation“), mit deren Quoten wie Produktionswerten es „Doctor Who“ einfach nicht aufnehmen konnte. Aber vielleicht war so mancher Verantwortliche des Formates auch einfach überdrüssig und wollte sich einiger Altlasten entledigen. Keinen Überdruss jedenfalls empfanden die Fans, für die der berühmteste Zeitreisende neben Marty McFly in Fanzines, Büchern und Comics munter weiterlebte. Einer dieser Fans: TV-Produzent Philip Segal. Ganze sieben Jahre kämpfte er hartnäckig für eine Wiederbelebung. Am Ende gelang ihm ein Kompromiss in Form eines rund 90-minütigen Fernsehfilms.

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Die versunkene Stadt Z | Filmkritik: Eldorado im Schützengraben

Donnerstag, 30. März 2017

Die versunkene Stadt Z | Filmkritik

Wenn man sich mit eingefleischten Cineasten über David Lean austauscht und zugibt, „Lawrence von Arabien“ nur vom Fernsehbildschirm zu kennen, wird man sich wohl oder übel anhören müssen, erst dann ernsthaft behaupten zu können, diesen Klassiker des Biopics gesehen zu haben, wenn man ihn auf der Großleinwand gesehen hat. Trotz aller elitären Arroganz ist da einiges dran. Im Fall von James Grays („The Immigrant“) im besten Sinne altmodischem Abenteurerfilm nach realem Vorbild mag man vielleicht nicht ganz so streng sein, doch dass er dem analogen Kino Lean’scher Prägung näher steht als modernen CGI-Spektakeln, deren Ästhetik mit der Spielekonsole konkurrieren muss, lässt sich schwerlich bestreiten. Und weil es da auch keine Kompromisse gibt, ist „The Lost City of Z“ möglicherweise der Film, den Steven Spielberg seit langem vergeblich zu machen versucht.

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The Monster | Filmkritik: Co-abhängig

Donnerstag, 23. März 2017

The Monster

Wer sich in den letzten neun Jahren gefragt hat, was eigentlich aus Bryan Bertino geworden ist, nachdem er 2008 mit „The Strangers“ einen vielbeachtetes und leidlich verstörendes (zudem starbesetztes) Debüt abgeliefert hatte, der bekommt hier die Antwort in Gestalt eines kleinen, für überschaubares Geld produzierten Horrorjuwels, in dem die Figuren wichtiger sind als die Monster, von denen sie heimgesucht werden. Und weil der Film so gut geworden ist, verschweigen wir auch gerne, dass Bertino zuvor mit „Mockingbird [dt. Play]“ einen lauen FoundFootage-Beitrag zwischengeschoben hatte, der insgesamt eher unterhalb des Radars geblieben ist.

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Gold (2016) | Filmkritik: Big Business

Sonntag, 12. März 2017

Gold | Filmkritik

Es gibt eine Menge Gründe, Matthew McConaughey zu hassen und die meisten davon tragen einen Filmtitel. „Interstellar“ zum Beispiel, Christopher Nolans Ausflug ins Raum-Zeit-Kontinuum, der dank seines Hauptdarstellers ohne eine tragende Rolle auskommen muss, die man auch mögen kann. Ganz anders liegt der Fall, wenn der Mann, der jahrelang auf romantische Komödien abonniert war, all seine natürliche Schmierigkeit vollgültig auslebt, damit man seine Figur ausgiebig verachten, fürchten oder belachen kann – so auf optimale Weise etwa geschehen in William Friedkins „Killer Joe“. Auf andere Weise schlüssig funktioniert McConaughey auch in „Gold“, ein Film, in dem er zu allem Übel auch noch permanent ausgiebig schwitzen muss.

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Logan – The Wolverine | Filmkritik: Shane mit den Scherenhänden

Sonntag, 05. März 2017

Logan - The Wolverine

Wenn sich das Zielpublikum nicht irgendwann voller Überdruss abwendet, werden DC und Marvel 2029 mit großer Wahrscheinlichkeit weit über 100 Superheldenfilme auf die Leinwand gebracht haben. Und warum auch nicht? Seit über einem Jahrzehnt verzeichnet das Genre keine relevanten Schwankungen oder gar Einbrüche. Offizielle Starttermine für einzelne Titel reichen bereits über 2020 hinaus. Die Zeichen stehen also gut. Weniger rosig sieht es für Superhelden in der fiktiven Variante des Jahres 2029 aus. Die X-Men sind ausgestorben, neue Mutanten gibt es keine und Logan arbeitet unter seinem bürgerlichen Namen unerkannt als Limousinenfahrer. Nur noch ein paar abgegriffene Comichefte erinnern an bessere Zeiten. Wie konnte es bloß so weit kommen?

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