Archiv für die Kategorie ‘Filmkritik’

HUGO CABRET | Filmkritik

Samstag, 11. Februar 2012

Hugo Cabret

Ganz Paris ist ein Uhrwerk, daran lassen die ersten Bilder von Martin Scorseses Märchen aus der dritten Dimension der Kinotechnik keinen Zweifel. Aber was heißt hier Paris? Die ganze Welt, nein, das Leben an sich, ein einziges Automatengebilde aus Zahnrädern, Federwerken, Kugelumläufen und Drehpendeln. Denn am Ende greift eins ins andere und treibt voran, was seinen vorbestimmten Weg gehen muss. Wie ein Zug, der erst im Bahnhof zum Stehen kommt. Oder eine Kamera, die rollt, bis der Regisseur „Cut“ ruft. Oder ein Projektor, der nicht aufhört zu rattern, bis der Film zuende ist. Und doch bedarf all dies jenes herzförmigen Schlüssels, mit dem die Dinge erst in Gang gesetzt werden. La clé, c’est l’amour. Plakativ, aber ach, so wahr.

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THE WOMAN | Filmkritik

Dienstag, 24. Januar 2012

The Woman

Die Behauptung mag die falschen Assoziationen wecken, aber in gewissem Sinn ist Lucky McKees gefeierter Anti-Familienfilm so etwas wie der „Godfather 2“ des Horrorkinos, nur dass Mario Puzo hier Jack Ketchum heißt. Technisch betrachtet stellt „The Woman“ ein Sequel zu „Offspring (dt. Beutegier)“ dar, einer wenig beachteten und über weite Strecken eher lauwarmen Adaption von Ketchums gleichnamiger Vorlage, doch weder Buch noch Film muss man zur Kenntnis genommen haben, um McKees abgründigen Blick hinter bürgerliche Fassaden ausgiebig würdigen zu können. Im Gegenteil. Je unvoreingenommener man dem Stoff begegnet, desto effektiver entfaltet er seine Wirkung. Dass der Film seinen Vorgänger dabei um Längen übertrifft und zudem eine gänzlich neue und überraschend originelle Geschichte erzählt, bildet im Gesetz der Serie eine echte Ausnahme von der Regel.

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VERBLENDUNG (The Girl with the Dragon Tattoo) | Filmkritik

Samstag, 14. Januar 2012

Verblendung

Auf einer Liste der am meisten überschätzten US-Regisseure der Gegenwart könnte David Fincher mit Leichtigkeit einen der vorderen Plätze einnehmen. Nicht etwa, weil er mittelmäßige Arbeit abliefern würde. Das Gegenteil ist der Fall. Selbst die routiniertesten seiner Filme liegen immer noch weit über regulärem Hollywood-Durchschnitt, erlauben sich unbequeme Normabweichungen und zeugen von einem unbedingten Stilwillen, ohne dabei der Geschichte im Weg zu stehen. Eine Form von Heldenverehrung allerdings, die hinter Finchers manchmal arg selbstbewusstem Auftreten historische Ausmaße vermutet (und schnell mit abseitigen Kubrick-Vergleichen aufwartet), schießt weit übers Ziel hinaus. Umso mehr muss alle Erwartungshaltung in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus, wenn ein Film wie „Verblendung“ daherkommt, der, obwohl er alles richtig macht, nicht unbedingt dazu geeignet ist, die Kinogeschichte auf den Kopf zu stellen.

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THE HUMAN CENTIPEDE 2 (FULL SEQUENCE) | Filmkritik

Mittwoch, 28. Dezember 2011

The Human Centipede 2

Eine Menge ist geschrieben worden über die Fortsetzung des niederländischen Chirurgenhorrors von 2009, und das meiste davon hat mit dem Film selber erstaunlich wenig zu tun. Ganz unschuldig ist Autor und Regisseur Tom Six daran nicht, denn sein beständig wiederholtes Versprechen, im Sequel so ziemlich alles zu zeigen, was beim Vorgänger fast ausschließlich im Kopf des Zuschauers stattfand, schürte (bewusst) eine von möglichen Tabubrüchen überschattete Erwartungshaltung, die ganz offenbar den Blick für alles andere versperrte. Dass derartiges Marketing nicht nur den Genre-Fans ordentlich einheizte, sondern im gleichen Zug auch die Sittenwächter auf den Plan rief, hätte man eigentlich ahnen können. Im Juni 2011 verweigerte die britische Filmbewertungsstelle BBFC die Freigabe für den englischen Markt und schien damit zu bestätigen, dass „The Human Centipede 2“ tatsächlich zum Schlimmsten gehört, was jemals im Bewegtbild zu sehen war.

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ATROCIOUS | Filmkritik

Dienstag, 13. Dezember 2011

Atrocious

Wer heute immer noch glaubt, dass sogenannte „Found Footage“-Filme auf authentischem Bildmaterial beruhen, dem ist schlichtweg nicht zu helfen. Ganz anders sahen die Dinge noch in den frühen 80ern aus, als Ruggero Deodato für seinen berüchtigten Fake-Snuff „Cannibal Holocaust“ eiskalt hinter Gittern landete. Die italienische Justiz hatte die Geschichte über eine Gruppe von Dokumentarfilmern, die am Amazonas angeblich einem Stamm von Kannibalen zum Opfer gefallen waren, allen Ernstes für real gehalten und den Autor des mehrfachen Mordes bezichtigt. Die Strategie der Verteidigung fiel denkbar einfach aus, denn alles, was man tun musste, war die Schauspieler vor Gericht auftauchen zu lassen.

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SAINT | Filmkritik

Donnerstag, 01. Dezember 2011

Saint | Filmkritik

In Holland und Belgien braucht der Weihnachtsmann weder Schlitten noch Rentiere. Ein Schimmel reicht ihm völlig aus und statt magisch durch den Sternenhimmel zu fliegen, reitet er ganz bodenständig über die Dächer der Stadt. In dieser Hinsicht offenbart er sich als echter Heide, denn hier stand wohl Germanengott Odin Pate. Überhaupt ist es mit christlichen Werten nicht sonderlich gut bestellt bei der Benelux-Variante des Bischofs von Myra, denn Sinterklaas, so sein holländischer Name, ist ein echter Kinderschreck. Wer unartig war, muss nicht nur auf Geschenke verzichten, sondern wird von dem Mann im roten Talar auch gleich in einen Sack gesteckt und schnurstracks nach Spanien verschleppt. Keine angenehme Vorstellung, aber aus der Sicht überforderter Eltern ein willkommenes Angstszenario, um den eigenen Nachwuchs gefügig zu halten. Für Dick Maas Grund genug, aus dem Nikolaus einen waschechten Slasher-Heroen zu machen.

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THE WALKING DEAD (Staffel 1) | DVD-Review

Montag, 31. Oktober 2011

The Walking Dead: 1. Staffel

Man mag eine Menge sozialpsychologischer Erklärungen dafür finden, warum unter allen klassischen Horrorgestalten ausgerechnet die dümmsten eine derart langanhaltende Beliebtheit wiedererlangt haben, doch aus narrativer Sicht machen sie einfach die wenigste Arbeit. Denn während die Vampire mittlerweile als gesellschaftliche Außenseiter mit Tendenzen zur Bildung von Parallelgesellschaften auftreten („True Blood“) oder als Platzhalter für Konfliktcluster von Heranwachsenden zwischen konservativer Bürgerlichkeit und sexuellem Erwachen dienen („Twilight“), sind die Untoten weiterhin das, was sie schon immer waren: aggressive Hohlkörper, denen jegliches Sättigungsgefühl abhanden gekommen ist.

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CONAN 3D | Filmkritik

Samstag, 10. September 2011

Conan 3D

Man kann über Arnold Schwarzenegger denken, was man will, aber jeder Ansatz, einen seiner Filmerfolge auch ohne ihn erfolgreich an den Mann zu bringen, ist bislang gescheitert. Weder das an sich nicht uninteressante „Terminator Salvation“-Sequel, noch das belanglose „Predators“-Reboot haben an der Kasse funktioniert. Derzeit versucht sich Len Wiseman an einer Neuadaption von „Total Recall“ und wird den Vergleich mit Paul Verhoevens Version aushalten müssen. Nichts jedoch kann so sehr auf ganzer Linie scheitern wie „Conan 3D“, jener unfassbar misslungene Versuch, das Zeitalter von Hyboria erneut auf die Leinwand zu bringen. In den USA straften die Zuschauer die gänzlich in Bulgarien gefilmte Schlachtplatte mit Nichtachtung und machten das krude Spektakel zu einem der größten Kassenflops des laufenden Kinojahres.

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MARIANNE | Filmkritik

Mittwoch, 07. September 2011

Marianne

Mit der umjubelten Weltpremiere von „Marianne“ am 2. August auf dem renommierten FanTasia Filmfestival in Montreal muss von Filip Tegstedt eine immense Last abgefallen sein. Über Jahre hinweg hatte der schwedische Filmemacher für die Realisierung seines Debüts gekämpft und dabei nahezu sein letztes Hemd gegeben. Ohne jegliche Unterstützung des SFI oder anderweitiger Produktionspartner war Tegstedt das Wagnis eingegangen, seinen Erstling gänzlich aus eigener Tasche zu finanzieren. Doch entgegen naheliegender Vermutungen zeigt das Resultat keine Spuren ökonomischer oder künstlerischer Kompromisse. Ganz im Gegenteil lässt sich an jeder einzelnen Einstellung ablesen, mit welcher professionellen Hingabe alle Beteiligten an dieses Projekt herangegangen sind. Zudem bietet der Stoff selber eine Vielschichtigkeit, die keinen Vergleich zu scheuen braucht. Und wer nach den letzten Folterpornos, lauwarmen Remakes oder ideenlosen Sequels den Glauben an das Genre verloren hat, bekommt hier eine echte Chance, ihn vollständig zurückzugewinnen.

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THE LAST POST by Axelle Carolyn | Short film review

Sonntag, 21. August 2011

The Last Post

There might be no fixed running time to define or limit the options of a short film, but the art of the format however is still about telling a story as focused and pointed as possible. In most of the cases, the disadvantages of this approach will affect identification. Because, how deep can you dig into a fictional character when you only get to share five, ten or twenty minutes with them? This being said, the achievements of first-time filmmaker Axelle Carolyn and her lead actress Jean Marsh cannot be praised enough. With barely eleven minutes (including end credits), „The Last Post“ easily evolves the emotional depth of a two-hour drama.

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PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION | Filmkritik

Samstag, 13. August 2011

Planet der Affen: Prevolution

Im Zeitalter der Remakes und Reboots war es nie eine Frage, ob, sondern lediglich wann man sich erneut an das bis heute beliebte und erfolgreiche Franchise um mutierte Affen und den Untergang der menschlichen Zivilisation herantrauen würde. Geduldig wird man die technische Entwicklung beobachtet haben, mit der sich glaubwürdige Primatencharaktere auf die Leinwand bringen lassen würden, ohne dass der finanzielle Aufwand gänzlich aus dem Ruder läuft. Das Warten hat sich gelohnt, denn mit einem geschätzten Budget von unter 100.000 USD ist „Planet der Affen: Prevolution“ für Blockbuster-Verhältnisse vergleichsweise moderat ausgefallen, und das bei einem Maximum an Effektivität. Denn realistischere und nuanciertere CG-Charaktere hat es zuvor nicht zu sehen gegeben. Dass Hauptdarsteller Andy Serkis daran entscheidenden Anteil trägt, macht die Sache umso bemerkenswerter.

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Filmkritik: AFTER.LIFE

Freitag, 05. August 2011

After.Life

Eine weitere von so vielen interessanten US-Produktionen mit bekannten Namen und ungewöhnlicher Grundidee, die es kaum mehr auf die Leinwand schaffen. Wo keine eindeutige Marketingformel ersichtlich ist, schrecken die Verleiher zurück – allerdings weniger vor dem Film selber, als vielmehr vor der Frage, wem man ihn verkaufen könne und vor allem wie. Prominent besetzt und stylish inszeniert, schaffte es „After.Life“ in den USA gerade einmal auf 41 Leinwände, und auch die internationale Vermarktung blieb bislang zurückhaltend. In Deutschland brachte es die unkonventionelle Melange aus Mystery, Thriller, Esoterik und Arthouse zwei Jahren nach der Premiere jetzt immerhin zu einer DVD-Auswertung.

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MARIANNE | Review (english version)

Sonntag, 17. Juli 2011

Marianne

Brought to Cannes for a screening aiming at industry professionals and members of the press earlier this year, „Marianne“ will finally have its official world premiere on August 2nd at the acclaimed FanTasia film festival in Montreal. It might be a massive relief for Swedish filmmaker Filip Tegstedt after years of fighting to get this project off the ground. Without any support of the SFI or regular production partners in his homecountry, Tegstedt financed his debut feature all by himself and the result does not look as if it had to suffer from any budgetary or artistic compromises. This is a film driven by the passion of the people behind it and you can see it frame per frame. And in case you lost your faith in the genre after the last torture porn or PG horror, here is a reason to believe again.

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Filmkritik: TRANSFORMERS 3

Dienstag, 05. Juli 2011

Transformers 3

In Hongkong konnte Michael Bay bereits am Startwochenende alle erdenklichen Rekorde brechen, und auch sonst hat die wiederholte Rückkehr der „Transformers“ eingeschlagen wie die Faust eines Autobots. Wundern muss das niemanden. Am Rezept hat sich nichts Wesentliches geändert, die Laufzeit ist länger, der Actionanteil noch größer und die Optik um eine Dimension erweitert. Mit den Protagonisten lässt sich zwar genauso wenig identifizieren wie mit den titelgebenden und weitestgehend mimiklosen Riesenspielzeugen, doch Derartiges geht in einem gnadenlosen Effektgewitter wie diesem ohnehin unter. Also 3D-Brille auf und durch.

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Filmkritik: THE KILLER INSIDE ME

Sonntag, 24. April 2011

The Killer inside me

Filme wie dieser schaffen es mittlerweile kaum mehr auf die Leinwand. In den USA war Michael Winterbottoms düsterer Psychokillergeschichte lediglich eine stark limitierte Kinoauswertung vergönnt, in Deutschland reichte es trotz Berlinale und einem kurzen Gastspiel auf dem letztjährigen Fantasy Filmfest nicht einmal für den Arthouse-Markt. Man wird sich daran gewöhnen müssen, einen Großteil interessanter und kontrovers diskutierter Independent-Filme in Zukunft regelmäßig direkt auf dem heimischen Bildschirm sehen zu müssen. Dass Tagespresse und Feuilleton sich hier mit regelmäßiger Berichterstattung zurückhalten, ist gelinde gesagt eine Katastrophe. Ein Film wie „The Killer inside me“ jedenfalls hätte dringend mehr Aufmerksamkeit verdient, als unter den gegebenen Umständen realistischerweise erwartet werden kann.

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Filmkritik: ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN

Dienstag, 19. April 2011

Never let me go | Filmkritik

Ein Bestseller-Autor wie Kazuo Ishiguro braucht heute nicht einmal mehr auf Leserreaktionen zu warten, um sicher zu sein, dass sein nächstes Buch früher oder später auch auf der Leinwand zu sehen sein wird. Noch bevor „Never let me go“ überhaupt veröffentlicht war, hatte Alex Garland schon ein Drehbuch verfasst und verkauft. Ähnlich geht es derzeit Daniel H. Wilson, für dessen Roman „Robopocalypse“ sich Steven Spielberg die Filmrechte bereits im vergangenen Jahr gesichert hatte, obwohl das Buch selber erst im Juni 2011 erscheint. Darüber, ob derartige Entwicklungen nicht nur aus ökonomischer, sondern auch künstlerischer Sicht wirklich zu begrüßen sind, kann man geteilter Meinung sein. Im Fall von Mark Romaneks Ishiguro-Adaption jedenfalls ist das Ergebnis so sklavisch werkgetreu ausgefallen, dass sich nicht viel Eigenständigkeit erkennen lässt.

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Filmkritik: SUCKER PUNCH

Samstag, 02. April 2011

Review: Sucker Punch

Ein ganzes Jahr im Voraus hat man bei Warner für diese uferlose Bilderfantasie die Werbetrommel gerührt und in den letzten Wochen vor Filmstart gar einen echten medialen Overkill eingeleitet. Dass man damit trotz der eher mäßigen Einspielergebnisse, die „Watchmen“ und „Legende der Wächter“ generiert haben, ungerührt an der Marke Zack Snyder festhält, muss wohl immer noch eine Nachwirkung des Fabelerfolgs von „300“ sein. Ihm gleich auch noch das nächste „Superman“-Reboot in die Hand zu drücken, lässt so manchen Fanboy nach den ersten Reaktionen auf „Sucker Punch“ und einem unbefriedigendem Startwochenende Schlimmes befürchten – vielleicht zu Unrecht. Denn Snyders ziemlich entfesselter Korsett- und Manga-Nonsens ist gar nicht so schlecht wie sein Ruf.

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Filmkritik: THE LOVED ONES

Mittwoch, 16. März 2011

The Loved Ones, Filmkritik

Den sinnlosen Untertitel hätte es nicht gebraucht, und diejenigen, die „Pretty in Blood“ tatsächlich mit Molly Ringwald und John Hughes in Verbindung bringen können, gehören kaum zum entscheidenden Zielpublikum dieses fantastischen Hybriden aus Hostel und High School oder besser: Glitter und Splatter. 2010 gab es „The Loved Ones“ erstmals in Deutschland auf dem Fantasy Filmfest zu sehen, jetzt kommt dieser außergewöhnliche australische Debütfilm wenn schon nicht regulär auf die Leinwand, so doch wenigstens auf den Heimkinomarkt. In den USA hingegen hat sich trotz durchgehender Festivalbegeisterung bisher kein Verleih gefunden. Nachvollziehbar ist das kaum, denn Originelleres hat es im Horrorgenre der 2000er Jahre kaum gegeben.

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Filmkritik: TRUE GRIT

Montag, 28. Februar 2011

True Grit | James Bridges, Hailee Steinfeld

Dass die Coen-Brüder einmal einen echten Blockbuster auf die Beine stellen würden, hätte wohl niemand vermutet. Und dabei ist „True Grit“ eine echte Mogelpackung. Denn auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag, als hätten sich die beiden an einem geradlinigen Spätwestern versucht, der die sperrigen Trademarks früherer Arbeiten, vor allem aber die alles andere als rosige Weltsicht des Duos ausspart, so muss man doch bei genauerem Hinsehen feststellen, dass eben dies selbstverständlich nicht der Fall ist. Im Gegenteil: Verpackt ins amerikanischste aller Genres präsentiert sich die ganze Bandbreite dessen, womit sie im Allgemeinen identifiziert werden. Nur eben mit einer hübschen Schleife versehen.

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Filmkritik: DRIVE ANGRY 3D

Samstag, 26. Februar 2011

Drive Angry

Wie breit das Spektrum der Verwendung von 3D im Kino mittlerweile geworden ist, lässt sich am besten einschätzen, wenn man direkte Vergleiche zieht. Völlig zufällig etwa starten in Deutschland mit „Pina“ und „Drive Angry“ zum gleichen Zeitpunkt zwei Beispiele, die kaum weiter voneinander entfernt sein könnten. Denn während Wim Wenders einen eindrucksvollen Beweis dafür liefert, welche ungeahnten Möglichkeiten die Technik dem Arthouse-Film eröffnen kann, wird sie von Patrick Lussier und Todd Farmer in bester Exploitation-Tradition durch und durch ausgebeutet. Dass die Schnittmenge des Publikums beider Filme da gegen Null tendiert, muss niemanden wundern. Im Sinne des Mediums selber ist das allerdings eher gut.

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