Archiv für die Kategorie ‘Filmkritik’

Doppelfeature: The Void vs. Humanoid | Schnee, Monster, Carpenter

Montag, 22. Mai 2017

The Void

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Zwei aktuelle Beispiele, die seit vergangenem Freitag auf dem hiesigen Markt zu haben sind, zeigen vergleichsweise überzeugend, wie hoch das Niveau unabhängig produzierter Genre-Beiträge trotz überschaubarer Budgets mittlerweile ausfallen kann – wenn man nur will. Dass sich ihre Titel reimen, liegt ausschließlich am (übrigens identischen) deutschen Verleih, doch es gibt auch echte Gemeinsamkeiten. Inhaltlich setzt „The Void“ auf Retro-Horror, während „Humanoid“ als eine Art postapokalyptischer Schnee-Western daherkommt. Im Kern sind beides B-Filme und doch echte Herzensprojekte ihrer Macher. Zudem stehen sie für eine spezifische Entwicklung im digitalen Independent-Markt.

(weiterlesen…)

The Great Wall | Filmkritik: Kriegsbeistand aus dem Abendland

Donnerstag, 18. Mai 2017

The Great Wall

[Lesedauer: ca. 2:10 Minuten]

Habgier schafft Monster. Da ist sicher einiges dran, doch wer hätte gedacht, dass man diese Erkenntnis so wörtlich nehmen muss wie in der ersten englischsprachigen Regiearbeit von Zhang Yimou („House of Flying Daggers“)? Dieselbe Untugend ist es auch, die den englischen Söldner William (Matt Damon) und seinen spanischen Begleiter Tovar irgendwann um die erste Jahrtausendwende ins Land des Lächelns gelockt hat, wo jenes sagenumwobene schwarze Pulver zu finden sein soll, mit dem sich trefflich Krieg führen lässt. Welche Reichtümer man sich wohl verschaffen könnte, hätte man nur ein paar Pfund davon! Doch dann stoßen die beiden auf eine imposante Mauer, die das gesamte Land zu durchziehen scheint und vor den Angriffen einer gewaltigen Armee ebenso hungriger wie hässlicher Kreaturen schützen soll. Ein echtes Ammenmärchen? Leider nein.

(weiterlesen…)

Alien: Covenant | Filmkritik: Macht kaputt, was euch kaputt macht

Mittwoch, 17. Mai 2017

Alien: Covenant

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Es kommt der Moment, da möchte man wüste Beschimpfungen in Richtung Leinwand schleudern. Doch was würde das schon nützen? Die Verantwortlichen sind eh nicht da und so bleibt einem nur die Wahl, entweder den Saal zu verlassen oder das Elend dieses Films bis zum bitteren Ende zu ertragen. Mit zwei fatalen Plotwendungen hat Ridley Scott (oder wer auch immer hier die Verantwortung trägt) zuerst den Vorgängerfilm und dann gleich das ganze „Alien“-Franchise zerschossen. Am Ende ist von dem, was einst Dan O’Bannons in Obdachlosigkeit und finanziellem Ruin erdachten Space-Horror im Kern ausgemacht hat, nichts mehr übrig.

(weiterlesen…)

Guardians of the Galaxy Vol. 2 | Filmkritik: Gottkomplex und Wahlverwantschaften

Sonntag, 07. Mai 2017

Guardians of the Galaxy Vol. 2

[Lesedauer: ca. 3:30 Minuten]

Kurt Russell ist Gott. Wer diese Fanweisheit schon immer mit völliger Selbstverständlichkeit und der angemessenen Arroganz vor sich hergetragen hat, bekommt hier endlich den Beweis geliefert. Und dann diese gewisse Ähnlichkeit mit David Hasselhoff – lag der Vergleich nicht längst unausgesprochen in der Luft? Aber das nur am Rande. Bereits in den ersten Szenen erfahren wir jedenfalls, dass der digital um drei Jahrzehnte verjüngte KR uns tatsächlich den außerirdisch-göttlichen Vater von Peter Quill a.k.a. Star-Lord gibt. Doch macht das den Anführer der Guardians of the Galaxy auch automatisch zu einer Art Space-Jesus? Klares Jein. Denn ob der heidnische Demiurg so ganz koscher ist, darf man getrost bezweifeln.

(weiterlesen…)

Song to Song | Filmkritik: Streuner im Licht

Freitag, 28. April 2017

Song to Song

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

„You get used to drifting“, heißt es einmal aus dem Off. Da sind bereits weit über 90 Minuten vergangen und die Figuren haben sich ausgiebig treiben lassen, sind ziellos umeinander hergestreift, haben viel ins Leere, auf den Boden und in den Himmel geblickt, Bedeutungsschwangeres gedacht (Bekenntnisse etwa wie „I love pain, it feels like life“) und wenig miteinander geredet. Erlesen sind die lichtzeichnerischen Bilder (Emmanuel Lubezki, „The Revenant“), teuer die Schauspieler (Fassbender, Gosling, Mara, Portman, Blanchett). Dafür ist die Handlung umso dünner und fällt über weite Strecken eher assoziativ als narrativ aus. Nichts davon muss einen wundern, denn wir befinden uns in einem Film von Terrence Malick.

(weiterlesen…)

The Founder | Filmkritik: Bigger Business

Donnerstag, 20. April 2017

The Founder | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Höhere Effizienz steigert den Umsatz. Um das zu begreifen, braucht man keine Unternehmensberatung zu beschäftigen. Wenn Ray Kroc uns gleich zu Beginn einen Spezialmixer schmackhaft macht, mit dem sich binnen kürzester Zeit eine größere Anzahl Milkshakes zubereiten lässt, leuchten seine Augen hell und seine Argumente unmittelbar ein. Mehr Shakes, mehr Kunden, mehr Umsatz. Aber Amerika ist noch nicht so weit. Denn während wir dem smarten Handlungsreisenden seinen Mixer eigentlich direkt abkaufen wollen, beißt er bei den schlechtgelaunten Betreibern verschlafener Drive-Ins, die er landesweit abklappert, regelmäßig auf schwer verdaulichen Granit. Great sieht anders aus.

(weiterlesen…)

Shut in | Filmkritik: Klischee im Schnee

Sonntag, 09. April 2017

Shut in | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:30 Minuten]

Das Phänomen des 2/3-Films gehört zu den besonders ärgerlichen Fällen von Zeitverschwendung. Es definiert sich dadurch, dass die ersten rund zwei Drittel durchaus sehenswert, vielversprechend, manchmal gar außergewöhnlich ausfallen, während sich das letzte Drittel (in der Regel dank eines absurden Twists) völlig unerwartet in haarsträubenden Mist verwandelt. Nicht selten sind dafür Testscreenings verantwortlich bzw. die panische Reaktion der Studios auf eben diese (klassischer Fall: „Sliver“). Manchmal liegt die Schuld aber auch einfach nur am Drehbuch. Ein Vorzeigebeispiel für letztere Variante bietet dieser frustrierende Thriller aus dem Wunderreich der Logiklöcher.

(weiterlesen…)

Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik: Karaoke und Holographie

Mittwoch, 05. April 2017

Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Vergessen wir einmal für einen Moment die leidige Whitewashing-Debatte, denn Hand auf’s Herz: Wer hätte schon gerne auf den Anblick von Scarlett Johansson im Nude-Look eines hautengen Latex-Anzuges verzichtet? Eye-Candy liefert der Film aber auch unabhängig von seiner Hauptdarstellerin, und zwar in jeder Einstellung und über die volle Distanz hinweg. Kaum möglich, sich an den betörenden CGI-Welten sattzusehen, die einen völlig vereinnahmen – urbaner Futurismus, wie man ihn vielleicht seit „Blade Runner“ nicht besser gesehen hat. Damit sind aber leider auch schon fast alle Stärken dieser ersten Realversion des einflussreichen Mangas benannt. „Ghost in the Shell“ ist eine visuell makellose Oberfläche ohne nennenswerte Tiefe.

(weiterlesen…)

Doctor Who – Der Film | Deutsche Synchronfassung nach fast zwei Jahrzehnten wieder erhältlich | Erstveröffentlichung auf DVD und Blu-ray

Sonntag, 02. April 2017

Doctor Who - Der Film

1996 war ein gutes Jahr für Whovians: Nach 26 erfolgreichen Jahren hatte die BBC 1989 beschlossen, die bis heute langlebigste Scifi-Serie der TV-Geschichte einzustellen. Andere Erfolgsformate hatten den Markt übernommen (ganz vorne: „Star Trek: The Next Generation“), mit deren Quoten wie Produktionswerten es „Doctor Who“ einfach nicht aufnehmen konnte. Aber vielleicht war so mancher Verantwortliche des Formates auch einfach überdrüssig und wollte sich einiger Altlasten entledigen. Keinen Überdruss jedenfalls empfanden die Fans, für die der berühmteste Zeitreisende neben Marty McFly in Fanzines, Büchern und Comics munter weiterlebte. Einer dieser Fans: TV-Produzent Philip Segal. Ganze sieben Jahre kämpfte er hartnäckig für eine Wiederbelebung. Am Ende gelang ihm ein Kompromiss in Form eines rund 90-minütigen Fernsehfilms.

(weiterlesen…)

Die versunkene Stadt Z | Filmkritik: Eldorado im Schützengraben

Donnerstag, 30. März 2017

Die versunkene Stadt Z

Wenn man sich mit eingefleischten Cineasten über David Lean austauscht und zugibt, „Lawrence von Arabien“ nur vom Fernsehbildschirm zu kennen, wird man sich wohl oder übel anhören müssen, erst dann ernsthaft behaupten zu können, diesen Klassiker des Biopics gesehen zu haben, wenn man ihn auf der Großleinwand gesehen hat. Trotz aller elitären Arroganz ist da einiges dran. Im Fall von James Grays („The Immigrant“) im besten Sinne altmodischem Abenteurerfilm nach realem Vorbild mag man vielleicht nicht ganz so streng sein, doch dass er dem analogen Kino Lean’scher Prägung näher steht als modernen CGI-Spektakeln, deren Ästhetik mit der Spielekonsole konkurrieren muss, lässt sich schwerlich bestreiten. Und weil es da auch keine Kompromisse gibt, ist „The Lost City of Z“ möglicherweise der Film, den Steven Spielberg seit langem vergeblich zu machen versucht.

(weiterlesen…)

The Monster | Filmkritik: Co-abhängig

Donnerstag, 23. März 2017

The Monster

Wer sich in den letzten neun Jahren gefragt hat, was eigentlich aus Bryan Bertino geworden ist, nachdem er 2008 mit „The Strangers“ einen vielbeachtetes und leidlich verstörendes (zudem starbesetztes) Debüt abgeliefert hatte, der bekommt hier die Antwort in Gestalt eines kleinen, für überschaubares Geld produzierten Horrorjuwels, in dem die Figuren wichtiger sind als die Monster, von denen sie heimgesucht werden. Und weil der Film so gut geworden ist, verschweigen wir auch gerne, dass Bertino zuvor mit „Mockingbird [dt. Play]“ einen lauen FoundFootage-Beitrag zwischengeschoben hatte, der insgesamt eher unterhalb des Radars geblieben ist.

(weiterlesen…)

Gold (2016) | Filmkritik: Big Business

Sonntag, 12. März 2017

Gold | Filmkritik

Es gibt eine Menge Gründe, Matthew McConaughey zu hassen und die meisten davon tragen einen Filmtitel. „Interstellar“ zum Beispiel, Christopher Nolans Ausflug ins Raum-Zeit-Kontinuum, der dank seines Hauptdarstellers ohne eine tragende Rolle auskommen muss, die man auch mögen kann. Ganz anders liegt der Fall, wenn der Mann, der jahrelang auf romantische Komödien abonniert war, all seine natürliche Schmierigkeit vollgültig auslebt, damit man seine Figur ausgiebig verachten, fürchten oder belachen kann – so auf optimale Weise etwa geschehen in William Friedkins „Killer Joe“. Auf andere Weise schlüssig funktioniert McConaughey auch in „Gold“, ein Film, in dem er zu allem Übel auch noch permanent ausgiebig schwitzen muss.

(weiterlesen…)

Logan – The Wolverine | Filmkritik: Shane mit den Scherenhänden

Sonntag, 05. März 2017

Logan - The Wolverine

Wenn sich das Zielpublikum nicht irgendwann voller Überdruss abwendet, werden DC und Marvel 2029 mit großer Wahrscheinlichkeit weit über 100 Superheldenfilme auf die Leinwand gebracht haben. Und warum auch nicht? Seit über einem Jahrzehnt verzeichnet das Genre keine relevanten Schwankungen oder gar Einbrüche. Offizielle Starttermine für einzelne Titel reichen bereits über 2020 hinaus. Die Zeichen stehen also gut. Weniger rosig sieht es für Superhelden in der fiktiven Variante des Jahres 2029 aus. Die X-Men sind ausgestorben, neue Mutanten gibt es keine und Logan arbeitet unter seinem bürgerlichen Namen unerkannt als Limousinenfahrer. Nur noch ein paar abgegriffene Comichefte erinnern an bessere Zeiten. Wie konnte es bloß so weit kommen?

(weiterlesen…)

Lüsterne Lachse, blanke Brüste: Das Grauen aus der Tiefe (Humanoids from the Deep) [1980] | Corman-Klassiker als neue Collector’s Edition

Freitag, 24. Februar 2017

Humanoids from the Deep (Das Grauen aus der Tiefe)

Warum die Initiatorinnen ausgerechnet den Februar zum „Women in Horror“-Monat auserkoren haben [1], ist wohl weniger entscheidend als die Tatsache, dass die Idee an sich seit mittlerweile bereits acht Jahren erfolgreich dazu beiträgt, die Rolle von Frauen im Genre genauer zu beleuchten. Man muss allerdings schon einigermaßen im Thema sein, um nicht ausschließlich an die einschlägigen Screamqueens vor der Kamera zu denken, sondern auch die seit einer Weile erfreulicherweise steigende Zahl weiblicher Filmschaffenden dahinter im Blick zu haben. Anfang der 80er sah das noch ganz anders aus und so war Roger Cormans Entscheidung, eine Frau mit der Regie einer seiner Monsterfilme zu betreuen, durchaus ein Ausnahmefall.

(weiterlesen…)

Genius (2016) | Filmkritik: Gut behütet

Freitag, 17. Februar 2017

Genius

Im offiziellen Programm einer jeden Berlinale gibt es diese seltsamen Fremdkörper, die ganz offensichtlich nur dazu da sind, den einen oder anderen Hollywood-Star auf den Roten Teppich zu locken, ansonsten aber nicht wirklich dazugehören, weil sie dem semipolitischen / weltkinofreundlichen Image, das dieses Festival so gerne vor sich herträgt, nicht das Geringste anzubieten haben. Dieses Jahr mussten dafür Danny Boyles „Trainspotting“-Sequel sowie Hugh Jackmans letzter Auftritt als „Logan – The Wolverine“ herhalten. 2016 fiel das Los auf eine handzahme biographische Annäherung an zwei der wichtigsten Figuren amerikanischer Literaturgeschichte – im Kern ein Fernsehfilm, der außer seinen kostspieligen Darstellern wenig stichhaltige Gründe für eine Kinoauswertung liefert.

(weiterlesen…)

Das Ritual (The Believers) [1987] | Wenig bekannter Okkult-Thriller in vorbildlicher Neuauflage

Samstag, 12. November 2016

Das Ritual (The Believers) [1987]

Der große Money Shot dieses fast vergessenen Ausflugs von John Schlesinger ins Horror-Genre wäre unter vergleichbaren Umständen heute wohl kaum mehr denkbar: Im Gesicht der Schauspielerin Helen Shaver platzt ein übles Geschwür auf, winzige Spinnen schießen hervor und krabbeln zielsicher in Richtung Augen, Nase und Ohren – alles in Nahaufnahme, ohne Netz und doppelten Boden. Das muss niemanden wundern, denn schließlich schreiben wir das Jahr 1987, CGI ist noch Zukunftsmusik und Bilder wie diese benötigen wahlweise verzweifelte, wahnsinnige oder gänzlich unerschrockene Darsteller.

(weiterlesen…)

Submerged – Gefangen in der Tiefe | Filmkritik: Limo auf Eis

Dienstag, 11. Oktober 2016

Submerged - Gefangen in der Tiefe

Eine unwillommene Ausgangslage für Klaustrophobiker: Luxuslimousine mit Spezialpanzerung stürzt in einen Fluss, geht unter und treibt aufs offene Meer zu. Entkommen nicht möglich. Während vorne der eingeklemmte Fahrer als einziger die Ruhe bewahrt, drehen die Passagiere hinten schon bald durch. Für den Zuschauer ergeben sich zwei entscheidende Fragen: Wird die disparate Gruppe rechtzeitig gerettet? Und wie konnte es zu dieser unglückseligen Konstellation kommen? Eine komatöse Beifahrerin macht die Angelegenheit zusätzlich rätselhaft.

(weiterlesen…)

31 | Filmkritik: Nazizwerge, Killerclowns, ein Deutscher im Tutu

Samstag, 01. Oktober 2016

31 | Rob Zombie

Die gute Nachricht zuerst: Rob Zombies aktuelle Schlachtplatte kann mit einem wirklich schicken Retro-Plakat im klassischen Exploitation-Look aufwarten. Die schlechte Nachricht: Mehr Positives gibt es über dieses unsäglich dumme, lieblose und amateurhaft zusammengezimmerte Machwerk kaum zu sagen. Man kann die früheren Arbeiten des hauptberuflichen Musikers mögen oder nicht, ihre individuelle, eigenwillige und non-konforme Herangehensweise jedoch, mit der sie sich deutlich von der Mehrheit vergleichbarer Genre-Produktionen abheben, lässt sich schwerlich ignorieren. Insbesondere vor diesem Hintergrund ist „31“ nicht mehr und nicht weniger als eine künstlerische Bankrotterklärung.

(weiterlesen…)

Suicide Squad | Filmkritik: Big Shot, Deadshot

Dienstag, 23. August 2016

Suicide Squad

Wenn sich eine einzige Erkenntnis aus diesem neuerlichen Ausflug ins Expanded Universe von DC gewinnen lässt, dann diese, dass die Ära, in der Will Smith als letzter Kassengarant Hollywoods gegolten hat, endgültig der Vergangenheit angehört. Und das nicht etwa, weil er mit „After Earth“ (a.k.a. der gescheiterte Versuch, seinem mit überschaubarem Talent ausgestatteten Sohn Jaden ein Franchise zu basteln) nach fast zwei überaus erfolgreichen Jahrzehnten einen üblen Flop gelandet hatte, und auch nicht, weil er die beleidigte Leberwurst spielte, als er für „Concussion“ (noch so ein Flop) keine Oscar-Nominierung bekam. Sondern weil er jetzt – wenn auch mit der meisten Screentime – endgültig in einem Ensemblefilm gelandet ist und weder sein Name noch sein Gesicht auf dem Filmplakat irgendeine erwähnenswerte Rolle spielen. Umso mehr muss man wohl anerkennen, dass ausgerechnet er diese weitere Katastrophe aus dem Hause Snyder vor dem Totalausfall bewahrt.

(weiterlesen…)

Ghostbusters (2016) | Filmkritik: Halluzinogene im Trinkwasser

Sonntag, 07. August 2016

Ghostbusters (2016)

Eine Handvoll Filme aus den glorreichen 80ern genießt einen geradezu sakral anmutenden Unberührbarkeitsstatus. Ungeachtet dessen drohen die einschlägigen Hollywood-Studios seit Jahren mit Wiederbelebungen in Form verspäteter Sequels oder Remakes von Klassikern wie „Gremlins“, „Goonies“ oder „Zurück in die Zukunft“ – Pläne, denen die langjährigen Fans am liebsten mit Kruzifixen und Weihwasser entgegentreten würden, hätte das auch nur den geringsten Effekt. Umso eisiger war der Wind, der dem Reboot von Ivan Reitmans kultiger Geisterjägerkomödie von Tag Eins an entgegenschlug, fanatischer Hass, Frauenfeindlichkeit und dunkelster Rassismus inbegriffen.

(weiterlesen…)