Archiv für die Kategorie ‘Filmkritik’

Suicide Squad | Filmkritik: Big Shot, Deadshot

Dienstag, 23. August 2016

Suicide Squad

Wenn sich eine einzige Erkenntnis aus diesem neuerlichen Ausflug ins Expanded Universe von DC gewinnen lässt, dann diese, dass die Ära, in der Will Smith als letzter Kassengarant Hollywoods gegolten hat, endgültig der Vergangenheit angehört. Und das nicht etwa, weil er mit „After Earth“ (a.k.a. der gescheiterte Versuch, seinem mit überschaubarem Talent ausgestatteten Sohn Jaden ein Franchise zu basteln) nach fast zwei überaus erfolgreichen Jahrzehnten einen üblen Flop gelandet hatte, und auch nicht, weil er die beleidigte Leberwurst spielte, als er für „Concussion“ (noch so ein Flop) keine Oscar-Nominierung bekam. Sondern weil er jetzt – wenn auch mit der meisten Screentime – endgültig in einem Ensemblefilm gelandet ist und weder sein Name noch sein Gesicht auf dem Filmplakat irgendeine erwähnenswerte Rolle spielen. Umso mehr muss man wohl anerkennen, dass ausgerechnet er diese weitere Katastrophe aus dem Hause Snyder vor dem Totalausfall bewahrt.

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Ghostbusters (2016) | Filmkritik: Halluzinogene im Trinkwasser

Sonntag, 07. August 2016

Ghostbusters (2016)

Eine Handvoll Filme aus den glorreichen 80ern genießt einen geradezu sakral anmutenden Unberührbarkeitsstatus. Ungeachtet dessen drohen die einschlägigen Hollywood-Studios seit Jahren mit Wiederbelebungen in Form verspäteter Sequels oder Remakes von Klassikern wie „Gremlins“, „Goonies“ oder „Zurück in die Zukunft“ – Pläne, denen die langjährigen Fans am liebsten mit Kruzifixen und Weihwasser entgegentreten würden, hätte das auch nur den geringsten Effekt. Umso eisiger war der Wind, der dem Reboot von Ivan Reitmans kultiger Geisterjägerkomödie von Tag Eins an entgegenschlug, fanatischer Hass, Frauenfeindlichkeit und dunkelster Rassismus inbegriffen.

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Star Trek: Beyond | Filmkritik: Public Enemy in Outer Space

Sonntag, 31. Juli 2016

Star Trek: Beyond

Bei James T. Kirk ist die Luft raus. Unendliche Weiten zu erforschen ist Sisyphusarbeit, ein Ende nicht abzusehen (wegen unendlich). Kurz vor seinem Geburtstag brütet der Captain der USS Enterprise eine handfeste Midlife-Crisis aus. Sogar über einen Wechsel in den Innendienst denkt er nach! Dramaturgisch hilft da nur noch eine übelgelaunte Wende des Schicksals, hier in Form eines havarierten Raumschiffs, das geborgen werden muss, weil es noch Überlebende gibt. Flugs erweist sich die vermeintliche Routinemission jedoch als gemeiner Trick eines bis dato unbekannten Schurken, der Kirk & Crew unter heftigen Beschuss nimmt und auf einem fremden Planeten in alle Winde zerstreut. Ruhestand ausgesetzt.

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Kaputtinszeniert: Hidden in the Woods | Original vs. Remake

Samstag, 16. Juli 2016

Hidden in the Woods (2012)

Kontroverser als das 2012er Spielfilmdebüt des Chilenen Patricio Valladares wurde im Horrorkino des letzten Jahrzehnts allerhöchstens noch „The Human Centipede“ diskutiert. Doch wo die Chirurgen-Farce von Tom Six gut und gerne auch als absurde Komödie durchgehen kann, besinnt sich „En las afueras de la ciudad“ in aller Konsequenz auf die Wurzeln des klassischen Exploitationfilms und lässt dabei keinen Raum für Augenzwinkern und Sonnenschein. Michael Biehn gefiel das radikale Gemenge aus Gewaltsex, Blut und Mysogynie so gut, dass er seinem Macher direkt nach der Weltpremiere auf dem kanadischen Fantasia-Festival ein Remake aus den Rippen leierte. Das hätte er allerdings besser gelassen.

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Frankenstein: Das Experiment | Filmkritik: Euthanasie, keine Liebe

Montag, 13. Juni 2016

Frankenstein - Das Experiment

Was denn, noch eine Frankenstein-Version? Gerade erst flimmerte eine ziemlich seltsame Verfilmung mit Daniel Radcliffe und James McAvoy über hiesige Leinwände, ohne dabei nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Jetzt also diese Fassung von Bernard Rose, der zuletzt den unsäglichen „Teufelsgeiger“ mit Nicht-Schauspieler, Alles-Fiedler und Escort-Fan David Garrett abgeliefert hatte. Zudem kommt die Kreatur, so die Prämisse, diesmal gleich aus dem 3D-Drucker – und nein, die Rede ist nicht von Prothesen oder Animatronics, sondern tatsächlich vom Monster selbst, ganz dezidiert als Erklärung für seine Herkunft. Könnten die Voraussetzungen weniger vielversprechend aussehen? Schwerlich.

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The Trust | Filmkritik: Bruchware aus dem Rheinland

Sonntag, 05. Juni 2016

The Trust

Kein Monat ohne neuen Film mit Nicolas Cage – könnte man jedenfalls meinen. Gemessen an seinem tatsächlichen Output ist das natürlich Nonsens, denn im Durchschnitt liefert der amerikanische Klaus Kinski (so nennt ihn jedenfalls Josh Olson) verlässlich drei bis vier Produktionen im Jahr ab. Dass der Eindruck täuscht, liegt vermutlich eher an der Beiläufigkeit, mit der die meisten seiner Arbeiten mittlerweile auf dem Markt erscheinen. Aktuelle Titel wie „Der Kandidat“, „Dying of the Light“, „Left behind“ oder zuletzt „Pay the Ghost“ (mit Veronica Ferres!) tauchen wie aus dem Nichts unter den Neuerscheinungen im Home Entertaiment auf, ohne dass (jedenfalls in Deutschland) irgendeine Form nennenswerten Marketings vorangegangen wäre. Nicht anders in diesem Fall.

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Warcraft: The Beginning | Filmkritik: Zweiweltentheorie

Samstag, 28. Mai 2016

Warcraft: The Beginning

Man muss schon eine Menge Ballast beiseite räumen, um jene unschuldige Zeit wieder aufleben zu lassen, als ein Kinobesuch noch bedeutete, sich für zwei Stunden berauschen zu lassen, ohne dafür mit schalem Nachgeschmack und schlechtem Gewissen bestraft zu werden. Als die Leinwand die bessere Welt war, Helden noch nicht von Traumata und deren Manifestationen heimgesucht wurden (oder man zumindest nichts davon mitbekommen hat) und epische Gut/Böse-Geschichten auch ohne die unvermeidliche Spiegelung von 9/11 in fiktiven Weltbedrohungsszenarien funktionierten. Eine gute Zeit, aber wann war das nochmal genau? Ach ja, als man selber etwa 12 Jahre alt war. Oder jünger. Ab und an kann einem der richtige Film vorgaukeln, das sei immer noch so. „John Carter“ zum Beispiel. Oder eben dieser hier.

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X-Men: Apocalypse | Filmkritik: Rückkehr nach Auschwitz

Sonntag, 22. Mai 2016

X-Men: Apocalypse

Er hätte Nietzsche gefallen, dieser erste Träger des X-Gens namens En Sabah Nur, besitzt er doch (und da wird einem selbst beim Zitieren übel) „jene ungeheure Energie der Größe“, die nötig ist, um „durch Vernichtung von Millionen Mißrathener [sic], den zukünftigen Menschen zu gestalten“. Denn als er nach über fünfeinhalb Jahrtausenden aus dem Koma erwacht, scannt er, der Unsterbliche, der im antiken Ägypten als Gott verehrt und von seinen Anhängern verraten wurde, rasch sämtliche TV-Kanäle des Planeten und erkennt so, dass es um die Moral des Homo Sapiens 1983 A.D. nicht sonderlich gut bestellt ist. Kein Wunder, Ronald Reagan ist US-Präsident, das Wettrüsten boomt und im Kino kehren die Jedi-Ritter zurück. Für den Ur-Mutanten gibt es also nur eine Lösung: die aktuelle Menschheit vernichten und unter seiner Herrschaft eine neue aufbauen. Daher sein Alternativname, Apocalypse.

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Lucia – Engel des Todes? | Filmkritik: Lehrstück in Eigendynamik

Dienstag, 17. Mai 2016

Lucia - Engel des Todes?

Das Leben schreibt die unglaublichsten Geschichten, besagt eine Floskel, die sich erstaunlich oft als zutreffend erweist. So auch im Fall der niederländischen Krankenschwester Lucia de Berk, die 2003 trotz fragwürdiger Beweislage wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Erst 2010 konnte sie nach diversen Revisionsprozessen das Gefängnis von allen Anschuldigungen befreit verlassen. Ihr Schicksal erregte großes Aufsehen und gilt in unserem Nachbarland als einer der schlimmsten Justizirrtümer der jüngeren Vergangenheit. Mit „Lucia – Engel des Todes?“ (tatsächlich mit politisch korrektem Fragezeichen), der es auf die Shortlist für den Auslands-Oscar schaffte, arbeitet die Filmemacherin Paula van der Oest („Black Butterflies“) die skandalösen Ereignisse auf, bekommt das umfangreiche Material jedoch nur sehr eingeschränkt in den Griff.

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Genreware aus Chilewood: The Stranger

Montag, 16. Mai 2016

The Stranger

Auf dem Schiff kommt er angereist, ganz so wie der bekannteste aller Blutsauger. Doch dieser hier flieht eher vor dem, was er ist, als dass er sein Revier ausdehnen will, und am Ende seiner Suche nach einer verlorenen Geliebten wartet nur ein Grabstein auf ihn. Lebensmüde lässt er sich von einer übermütigen Straßengang abstechen, wird jedoch von einem aufmerksamen Jungen vor dem Verbluten bewahrt. Stehen die beiden möglicherweise in einem besonderen Verhältnis zueinander? Auf dem Weg zur Antwort bekämpfen sich Söhne, die keine Mütter, und Väter, die keine Frauen mehr haben, Gesichter verbrennen im Sonnenlicht (oder per Brandstiftung) und Blut fließt naturgemäß sowieso. Wer am Schluss die Andeutung eines Sequels vermutet, liegt goldrichtig.

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The First Avenger: Civil War | Filmkritik: Staffelfinale

Montag, 02. Mai 2016

The First Avenger: Civil War

Die beste Strategie, als Deutscher unauffällig in einem deutschen Hotel zu residieren: den Namen „Müller“ angeben (Meldegesetz dabei ignorieren), das Zimmermädchen als „Fräulein“ betiteln und zum Frühstück schwarzen Kaffee mit Speck ordern. Nonsens? Mitnichten. Denn im aktuellen „Avengers“-Ableger/Sequel/Spin-Off funktioniert genau das reibungslos und sagt eine Menge darüber aus, welche Klischeevorstellung von Hans, Fritz und Helmut man dem amerikanischen Blockbusterpublikum wohl servieren zu müssen glaubt, wenn man sich schon dazu bereit erklärt, mehrere hiesige Filmförderungen um rund 1,2 Millionen Euro zu erleichtern. Dafür prügeln sich die Superhelden aus dem Marvel-Universum dann auch gerne durch den Flughafen Leipzig/Halle und machen kaputt, was ihnen so im Wege steht.

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Zipper | Filmkritik: House of Escorts

Sonntag, 27. März 2016

Zipper

Aufstrebender Staatsanwalt (Patrick Wilson) mit politischen Ambitionen, Vorzeigefamilie und sexueller Unterforderung stößt im Umfeld eines Verfahrens auf einen illegalen Escort-Service für zahlungskräftige Kunden. Trotz prominenten Auftretens in der Öffentlichkeit kann er der Versuchung nicht widerstehen und bucht eine der agentureigenen Edel-Prostituierten. Doch kaum auf den Geschmack gekommen, wird aus seinem einmaligen Fehltritt schon bald echte Sucht, die ihn zunehmend im Griff hält und sein Leben gegen alle Vernunft kontrolliert.

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Batman v Superman: Dawn of Justice | Filmkritik: DC Overkill

Freitag, 25. März 2016

Batman v Superman: Dawn of Justice

Auf Instagram postete Henry Cavill kürzlich ein paar Videoschnipsel, die ihn am Londoner Times Square zeigen, das ikonische „S“ auf der Brust und überdimensionale Riesenplakate seines aktuellen Films im Hintergrund. Niemand habe ihn erkannt, erklärt er dazu. Und wie auch? Der Mann hat ein Allerweltsgesicht und ist damit der ideale Clark Kent, den schließlich auch niemand mit Superman identifiziert, Ähnlichkeit hin oder her. Kein Wunder also, dass Cavill nächstes Jahr ganz offiziell auch noch ein drittes Mal den roten Umhang tragen wird, dann als Teil der „Justice League“ – ein Umstand, der die vermeintlich überraschendste Wendung von „Batman v Superman“ mal ganz nebenbei als billigen Taschenspielertrick entlarvt.

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Unsere Wildnis: Rettet den Wald | Deutschlandpremiere in Köln

Mittwoch, 09. März 2016

Unsere Wildnis

80.000 Jahre dauere der Winter jetzt schon an, heißt es aus dem Off, während sich die schneebedeckten Moschusochsen auf der Leinwand unbeeindruckt von den vermutlich eisigen Temperaturen zeigen. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis die weiße Schneedecke einem kräftigen Grün weicht, das dann – so die These – den gesamten europäischen Kontinent bestimmt. Doch genau da beginnt diese Geschichte, für die das französische Naturfilmerduo Jacques Perrin und Jacques Cluzaud ziemlich weit ausholt: beim (erdhistorischen) Beginn der Jahreszeiten nämlich.

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Clown | Filmkritik: Bitte lächeln

Donnerstag, 03. März 2016

Clown | Filmkritik

Horrorfilme sind immer dann am effektivsten, wenn sie den Zuschauer dazu bewegen, sein Verhalten zu ändern: zum Beispiel beim Duschen vorher lieber die Badezimmertür abzuschließen (dank „Psycho“) oder – eine dokumentierte Katastrophe für den Tourismus – vom Badeurlaub am Strand Abstand nehmen (wegen „Jaws“). Nun wird es vermutlich zwar kaum soweit kommen, dass der Verkauf von Clownskostümen aufgrund dieser kleinen, aber leidlich originellen Independent-Produktion einen drastischen Einbruch erlebt. Einen Nutzen erweist der Film dem Berufsstand jedoch auch nicht.

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Eat | Filmkritik: Du bist, was du isst

Sonntag, 28. Februar 2016

Eat

„Eat your heart out“, empfiehlt Tracy der erfolglosen Mitbewerberin ziemlich abschätzig über die Schulter hinweg. Dann schließt sich die Tür zum Vorsprechtermin hinter ihr. Tracy bekommt die Rollen, denen Novella trotz unbestreitbarem Talent, makellosem Äußeren und einem Namen, nach dem sich jeder Filmstar alle zehn Finger lecken würde, seit nunmehr drei Jahren vergeblich hinterher läuft. Nichts gelingt ihr, obwohl sie jeden Tag um Punkt Sieben die Augen aufschlägt, um sich für die nächsten Auditions aufzuhübschen. Da kann man schon mal nervös an den blutrot lackierten Nägeln kauen. Und auf den Geschmack kommen.

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Omnívoros – Das letzte Ma(h)l | Filmkritik: Elitär ist verboten lecker

Montag, 22. Februar 2016

Omnivoros

Supper-Clubs, die elitäre Art, in privaten Räumlichkeiten Restaurant zu spielen, sind seit einer Weile auch in Deutschland ein zunehmend populäres Thema. Der Clou dabei ist, dass man nicht für Freunde und Verwandte serviert, sondern für gänzlich fremde Gäste. Bezahlt wird per freiwilliger Spende, damit sich der Betreiber die gastronomische Lizenz sparen kann. Einladungen erfolgen per per Mund-zu-Mund-Propaganda oder über die sozialen Medien. Bei „Omnívoros“ (etwa: Allesfresser), einem kleinen spanischen Thriller von 2013, geht es allerdings um die gänzlich geheime Variante, von der nur Eingeweihte wissen. Über sie soll Restaurantkritiker Marcos Vela einen Beitrag, vielleicht sogar ein ganzes Buch schreiben. Hätte er doch nur die Finger davon gelassen!

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How to catch a Monster (Digging up the Marrow) | Filmkritik: Adam Green geht in den Untergrund

Donnerstag, 11. Februar 2016

How to catch a Monster (Digging up the Marrow)

Um die Welt zu erklären, brauchen wir Monster. So jedenfalls sieht es Guillermo del Toro in der wunderbaren neuen Dokumentation „Creature Designers: The Frankenstein Complex“. Für Filmemacher Adam Green ist es jedoch weniger ein philosophisches Bedürfnis als vielmehr das Wahrwerden eines feuchten Fanboy-Traums, der ihn an das glauben lässt, was ihm der ehemalige Polizeibeamte William Dekker da weismachen will: Jahrelange Recherchen hätten ihn auf die Spur eines Zugangs zu einem unterirdischen Reich derer geführt, die ihrer äußeren Missgestaltung wegen in unserer Gesellschaft nicht willkommen seien. Und ja, wenn man unbedingt wolle, mag man sie eben auch Monster nennen.

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Love | Filmkritik: Die Liebe stirbt und kehrt nie mehr zurück

Freitag, 29. Januar 2016

Love | Gaspar Noé

Dieser Ort ist ein Gefängnis. So geht es Murphy durch den Kopf am Morgen jenes ersten Januars an der Seite einer Frau, die er nicht liebt, mit einem Kind, das er mit einer anderen haben wollte, in einer Wohnung, die einmal sein Zuhause war. Davon ist jetzt nur noch ein Bücherbord mit ein paar Filmen übrig geblieben, Restbestände seines ambitionierten Traums, ein bedeutender Regisseur zu werden, der leidenschaftliche Geschichten von Blut, Sperma und Tränen erzählt. In einer leeren VHS-Hülle bewahrt er einen kleinen Beutel mit Opium auf, das letzte Geschenk von Electra, seiner großen Liebe, die spurlos verschwunden ist, sich vermutlich das Leben genommen hat, und mit der er nur noch in schmerzhaften Erinnerungen zusammen sein kann.

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The Hateful Eight | Filmkritik: Das große Faseln

Sonntag, 24. Januar 2016

The Hateful Eight

Es gibt diesen Künstlertypus, dem man gerne bereit ist, eine Menge zuzugestehen – darunter Dinge, die man jedem anderen im natürlichen Reflex um die Ohren hauen würde. Der Grund für diese Ausnahmeregelung, zu der man sich entgegen aller Vernunft breitschlagen lässt: All die Unerträglichkeiten, die einem da zugemutet werden, lösen sich früher oder später angesichts einzelner, gänzlich herausragender Leistungen ins neutrale Nichts der Kategorie „Schwamm drüber“ auf. Quentin Tarantino gehört zu eben diesem Typus von Künstlern, doch was er seinem Publikum mit den (je nach Fassung) bis zu 187 Minuten seines Neo-/Post-/Meta-/Pseudo-Spaghettiwesterns abverlangt, stellt selbst die heißeste Fanliebe auf eine zermürbende Geduldsprobe.

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