Archiv für die Kategorie ‘Filmemacher’

Blair Witch | Filmkritik: Im Wald nichts Neues

Samstag, 08. Oktober 2016

Blair Witch

Es gibt gute Gründe, warum man sich über Sequels von Filmen, die rund zwei Jahrzehnte oder mehr zurückliegen und zudem eine ganze Armada von Nachahmern auf den Plan gerufen haben, besser keine ernsthaften Gedanken machen sollte. Da ist schon eine geballte künstlerische Vision vonnöten (wie im Ausnahmefall von „Mad Max: Fury Road“), um am Ende mit mehr als einem bemüht-müden Wiederaufguss dazustehen, der seiner Zeit gewaltig hinterher hinkt und mit dem Fluch der eigenen Verzichtbarkeit zu kämpfen hat. Im Fall von „Blair Witch“ (der bessere Titel wäre wohl „Project: Blair Witch Sequel“ gewesen) ist eine solche Vision jedenfalls ausgeblieben.

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Genreware aus Chilewood: The Stranger

Montag, 16. Mai 2016

The Stranger

Auf dem Schiff kommt er angereist, ganz so wie der bekannteste aller Blutsauger. Doch dieser hier flieht eher vor dem, was er ist, als dass er sein Revier ausdehnen will, und am Ende seiner Suche nach einer verlorenen Geliebten wartet nur ein Grabstein auf ihn. Lebensmüde lässt er sich von einer übermütigen Straßengang abstechen, wird jedoch von einem aufmerksamen Jungen vor dem Verbluten bewahrt. Stehen die beiden möglicherweise in einem besonderen Verhältnis zueinander? Auf dem Weg zur Antwort bekämpfen sich Söhne, die keine Mütter, und Väter, die keine Frauen mehr haben, Gesichter verbrennen im Sonnenlicht (oder per Brandstiftung) und Blut fließt naturgemäß sowieso. Wer am Schluss die Andeutung eines Sequels vermutet, liegt goldrichtig.

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Jack Ketchum / Lucky McKee: I’m not Sam | Zwischen Kopf und Unterleib

Sonntag, 24. April 2016

Offenbar fühlt sich der Autor, den Stephen King einmal recht werbewirksam zum „scariest guy in America“ erklärt hatte, bei der Zusammenarbeit mit Filmemacher Lucky McKee ziemlich wohl. „I’m not Sam“ ist nach „The Woman [dt. Beuterausch]” bereits der zweite gemeinsame Roman – obwohl man bei relativ schmalen 114 Seiten und der inhaltlichen Konzentration der Handlung vermutlich treffender von einer Novelle sprechen würde. Dem unangenehmen Entsetzen der ganzen Angelegenheit tut das freilich keinen Abbruch.

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Seth Rogen, Jan Böhmermann und die Freiheit der Kunst unter Druck

Mittwoch, 20. April 2016

The Interview | Jan Böhmermann (Fotomontage)

Unser Land kann aufatmen. Gerade als es so aussieht, als sei jede, aber auch wirklich jede erdenkliche Dummheit zum großen deutsch-türkischen Satirestreit herausposaunt, niedergeschrieben oder sonstwie in die Öffentlichkeit ejakuliert worden, meldet sich dank Bernd Lucke kurz vor Toreschluss doch noch die Stimme des größtmöglichen geistigen Vakuums in der hiesigen politischen Landschaft zu Wort und beschimpft Jan Böhmermann als „feige Drecksau“. Die Chancen stehen also gut, dass sich das Niveau der Diskussion von hier aus nicht mehr weiter unterschreiten lässt, und so kann vielleicht endlich Sachlichkeit in das Nachdenken über einen Beispielfall für den Umgang mit Kunstfreiheit einkehren, dem die Bundeskanzlerin vergangenen Freitag einen aus unserer Sicht ebenso bedenklichen wie empörenden (ersten?) Höhepunkt bescherte.

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Joe Dante: Essaysammlung über den Gremlins-Macher

Sonntag, 17. April 2016

Joe Dante

Schon bemerkenswert, dass die erste englischsprachige Monografie über Joe Dante aus Europa stammt. Erschienen in einer Schriftenreihe des österreichischen Filmmuseums versammelt der rund 250 Seiten umfassende Band 10 Essays unterschiedlicher Autoren (darunter Dantes langjähriger Weggefährte John Sayles), ergänzt um ein Interview mit dem Meister, eine Art jahreskalendarische Biografie sowie eine ausführliche Filmografie und Auflistung von Kooperationen, bei denen sein Name offiziell nie aufgetaucht ist. Eine große Anzahl meist farbiger Illustrationen – vielfach Screengrabs – lockern den dicht gesetzten Text optisch auf. Insgesamt eine runde Sache.

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Luchagore goes Gigante | Interview mit Kanadas spannendstem Horror-Nachwuchs: Gigi Saul Guerrero, Luke Bramley and Raynor Shima

Montag, 14. März 2016

Luchagore

Gigi Saul Guerrero und ihr Luchagore-Team gehören aktuell zu den heißesten und am schnellsten wachsenden Newcomern im Horror. Vergangenes Jahr sahnten sie für ihren blutigen 14-Minüter „El Gigante“ auf zahlreichen Festivals einen Preis nach dem anderen ab. Prominente Genregrößen wie Eli Roth und die Soska-Schwestern zählen zu ihren Fans und Unterstützern. Im Programm des 17. Landshuter Kurzfilmfestivals erlebten gleich zwei ihrer Arbeiten ihre Deutschlandpremiere. Mit uns sprachen Gigi, Luke Bramley und Raynor Shima über ihren speziellen Stil, den Umgang mit geringen Budgets und wie viel Spaß es machen kann, anderen den Tag zu verderben.

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Luchagore goes Gigante | Interview with Canada’s hot new generation of horror: Gigi Saul Guerrero, Luke Bramley and Raynor Shima

Montag, 14. März 2016

Luchagore

Gigi Saul Guerrero and her Luchagore-team may be the hottest and fastest rising newcomers in horror today. Last year they collected award after award for their stomach-churning beat-them-and-eat-them short „El Gigante“. Famous horror icons like Eli Roth and the Soska sisters are among their fans and supporters. 2016 could be remembered as the year that brought the Vancouver-based filmmakers right where they belong – to the top of their game. Director Gigi, cinematographer Luke Bramley and producer Raynor Shima spoke with us about their specific approach, dealing with low budgets and the fun of grossing people out.

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Preisgekrönte Schocker aus Kanada erstmals in Deutschland: Luchagore mit “El Gigante” und “Madre de Dios” auf dem 17. Landshuter Kurzfilmfestival

Freitag, 11. März 2016

Luchagore

Branchengrößen wie Eli Roth („The Green Inferno“) und die Soska-Schwestern („American Mary“) zählen zu den Förderern von Filmemacherin Gigi Saul Guerrero. Aktuell ist sie mit ihrem Team von Luchagore Productions eine der vielversprechendsten Hoffnungen im jüngeren Horrorkino. Auf Genre-Festivals in Kanada und den USA sammelte die sympathische Kanadierin mit mexikanischen Wurzeln vergangenes Jahr zahlreiche Auszeichnung ein und konnte sich einen namhaften Agenturvertrag sichern. Neben Jorge Michel Grau („We are what we are“) lieferte sie kürzlich einen vielbeachteten Beitrag zur Horror-Anthologie „México Bárbaro“. Jetzt gibt es zwei ihrer Arbeiten erstmals auch in Deutschland zu sehen.

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Rabid: Soska-Schwestern drehen Remake des Cronenberg-Klassikers | TV-Serie in Planung

Freitag, 26. Februar 2016

Rabid

Jen und Sylvia Soska, auch bekannt als „Twisted Twins“, tragen seit ihrem Body-Modification-meets-Rape/Revenge-Thriller „American Mary“ den Ruf echter Hoffnungsträger des zeitgenössischen Indie-Horrorkinos. So richtig gerecht sind sie der Erwartungshaltung seit 2012 bislang allerdings nur sehr eingeschränkt geworden. Zwei eher durchschnittliche Produktionen für die WWE Studios (die in erster Linie der Weitervermarktung populärer Wrestling-Stars dienten) und die Moderation einer Horror-Gameshow konnten allenfalls bedingt begeistern. Mit einem Remake des David-Cronenberg-Klassikers „Rabid [dt. Der brüllende Tod]“, bei dem sie laut Variety die Regie übernehmen, könnte sich das Blatt jetzt wenden.

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Termite Terrace: Joe Dante durfte keinen Film über Warners Animationsstudio drehen

Dienstag, 23. Februar 2016

„Termite Terrace“ war der wenig ruhmvolle Spitzname der Animationsabteilung von Warner Bros der 1930er Jahre, ursprünglich benannt nach dem viel zu kleinen Produktionsgebäude, in das man Tex Avery und sein Team aus Platzmangel verfrachtet hatte. Seine Freundschaft mit „Looney Tunes“-Regisseur Chuck Jones hatte „Gremlins“-Macher Joe Dante (der selber gerne Comic-Zeichner geworden wäre) in den frühen 90ern auf die Idee gebracht, einen Film über die Cartoonmeister des Studios dieser Zeit zu drehen.

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Sam Raimi dreht Horrorclip für Chevrolet

Dienstag, 16. Februar 2016

Sam Raimi dreht Horrorclip für Chevrolet

Mit „House of Cards“, „The Big Short“ und gerade erst „Deadpool“ wird das Durchbrechen der vierten Wand zur echten (zunehmend nervigen) Modeerscheinung. Sam Raimi („Evil Dead“) versucht in einem neuen, als Horror-Kurzfilm angelegten Werbespot für Chevrolet eine augenzwinkernde Variante und lässt ausnahmsweise mal die Zuschauer eingreifen. Anschauen kann man sich den Clip hier.

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The Day the Clown cried | Eric Friedler entlockt Jerry Lewis ein Interview und zeigt Rohmaterial des Originalfilms

Dienstag, 09. Februar 2016

Der Clown | The Day the Clown cried | Jerry Lewis

Filmhistorisch hat das, was die ARD da am 3. Februar im späten Abendprogramm versteckt hat, durchaus Sensationscharakter. Vor der Kamera von Dokumentarfilmer Eric Friedler („Das Schweigen der Quandts“) äußert sich der mittlerweile 89-jährige Jerry Lewis erstmals ausführlich zum größten Tiefpunkt seiner Karriere, jenem Sonderfall cineastischen Schaffens, den trotz (weitestgehender) Fertigstellung bis heute praktisch niemand je zu sehen bekommen hat. „The Day the Clown cried“ gehört zu den großen Mythen des Nachkriegskinos und Friedlers knapp 2-stündige Spurensuche bemüht sich nach Kräften darum, neben der Aufarbeitung zahlreicher längst bekannter Hintergründe auch einen groben Eindruck des unveröffentlichten Werks zu ermöglichen.

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In Memoriam: Haro Senft (1928 – 2016)

Montag, 08. Februar 2016

Haro Senft

Der 1928 in Budweis geborene Haro Senft gehörte zu den ersten, vielleicht aber auch am meisten übersehenen deutschen Autorenfilmern. Bereits 1954 betrieb er unter dem Namen „Bohême Film“ eine eigene, gänzlich unabhängige Produktionsgesellschaft. Seine Dokumentation „Kahl“ über den Bau des ersten Atomkraftwerks in der BRD war 1961 der erste deutsche Kurzfilm, der eine Oscarnominierung erhielt.

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Muerte con Carne: Mexploitation-Thriller von Shane McKenzie auf dem Weg zur Verfilmung | Gigi Saul Guerrero liefert mit „El Gigante“ einen festivaltauglichen Teaser

Mittwoch, 09. September 2015

El Gigante

Im mexikanischen Grenzland liegen Paradies und Hölle nah beieinander. Für den illegalen Einwanderer Armando jedenfalls ist der Traum von einem besseren Leben schon ausgeträumt, bevor er überhaupt begonnen hat. Und das nicht etwa, weil ihn die Borderpatrol aufgegriffen hätte – was in diesem Fall fraglos das kleinere Übel gewesen wäre. Stattdessen erwacht er in eng gezurrter Maskierung und wird wenige Augenblicke später von einem bulligen Riesenwrestler zu Brei geschlagen. Als dieser Armando zum Abschluss alle Knochen bricht, spendet seine bizarre Sippschaft frenetischen Applaus. Die Begeisterung ist verständlich, denn schließlich wird da gerade ihr Abendessen vorbereitet.

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Free-TV-Premiere: The Strain (Season 1) | Guillermo del Toro kann der Pilotfolge nur wenig Leben einhauchen

Donnerstag, 30. Juli 2015

The Strain | Staffel 1

Das Horrorgenre hat (jedenfalls in den USA) seinen festen Platz im Fernsehen eingenommen: „The Walking Dead“ bekommt gerade einen eigenen Zweitableger, „Bates Motel“ geht in die vierte Runde, „American Horror Story“ in die fünfte und auch sonst tut sich einiges auf dem TV-Bildschirm, was bis vor einer Weile noch der Kinoleinwand oder der reinen DVD-Auswertung vorbehalten war. Als man sich 2013 bei FX Network für „The Strain“ stark machte, war das Risiko also überschau- und der Boden fruchtbar. Sieben Jahre zuvor sah das noch ganz anders aus und Guillermo del Toro stand mit seiner Serienidee um eine epidemische Vampir-Invasion vor verschlossenen Türen.

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Sweethearts: Highschool, Cheerleader und Satanismus | Ama Lea findet ihre filmischen Vorbilder in den 90ern

Montag, 20. April 2015

Sweethearts | Ama Lea

Geschlossene Mädchengangs haben ihren festen Platz im Highschool-Kino. Als kleinste Form einer Parallelgesellschaft bieten sie einen exemplarischen Konfliktherd, der nach eigenen Regeln funktioniert und Außenstehende da lässt, wo sie hingehören – draußen eben. Seit ganzen sechs Staffeln etwa beweist aktuell „Pretty Little Liars“, wie erfolgreich sich um diesen Kern herum immer weiter erzählen lässt – speziell wenn Elemente aus Mystery und Horror mit einfließen. In den 90er etablierten einschlägige Beiträge wie „Heathers“, „Der Hexenclub“ oder „Jawbreaker“ vorübergehend gar eine Art Subgenre.

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Exklusiv: Twisted Twins zur Streichung ihrer Episode aus der deutschen Fassung von The ABCs Of Death 2

Sonntag, 19. April 2015

Jen and Sylvia Soska

Wie kaum anders zu erwarten, wurde jetzt bekannt, dass auch der zweite Teil der Horror-Anthologie „The ABCs of Death“ in der deutschen Version auf einige Episoden verzichten wird. Eine Freigabe der vollständigen Fassung war seitens der FSK nicht erfolgt und so entschied sich der deutsche Verleih Capelight aus (verständlichen) kommerziellen Gründen und vermutlich schweren Herzens dazu, die entscheidenden drei beanstandeten Episoden außen vor zu lassen – darunter „T is for Torture Porn“ der Twisted Twins Jen und Sylvia Soska („American Mary“). Auf Nachfrage ließen uns die Schwestern ein exklusives Statement zukommen:

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Exclusive: Twisted Twins comment on their episode being banned from the German version of The ABCs Of Death 2

Sonntag, 19. April 2015

Jen and Sylvia Soska

With their recent evaluation, the German „Voluntary Self Regulation of the Movie Industry“ (FSK) has lead to the decision of banning various episodes from „The ABCs of Death 2“. Having done the same for the first part of the anthology before, distributor Capelight felt forced to release an incomplete version due to (understandable) commercial reasons. Among the missing episodes will be the Twisted Twins’ „T is for Torture Porn“. On request, Jen and Sylvia Soska were so kind to send us an exclusive statement:

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Extraterrestrial | Interview mit den Vicious Brothers Colin Minihan und Stuart Ortiz

Sonntag, 12. April 2015

2011 zog ein bis dato völlig unbekanntes Duo aus Kanada mithilfe eines kleinen FoundFootage-Schockers quasi über Nacht die Aufmerksamkeit der Horrorgemeinde auf sich. Das einflussreiche Forbes-Magazine erklärte „Grave Encounters“ gar zu einem der zehn besten Genre-Filme dieses Jahrgangs. Kurz darauf folgte ein unvermeidliche Sequel, für das die beiden allerdings nur das Drehbuch lieferten. Mit „Extraterrestrial“, einer gemeinen Hommage an klassische Alien-Filme, gewürzt mit einer sparsamen Dosis Torture Porn, liegt nun der zweite Film der selbsternannten (nicht blutsverwandten) „Vicious Brothers“ vor. Wir sprachen mit Colin Minihan und Stuart Ortiz über Archetypen, UFO-Standards, Teamarbeit und Jennifer Aniston.

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Extraterrestrial Conversation: The Vicious Brothers | Interview with Colin Minihan and Stuart Ortiz (english version)

Sonntag, 12. April 2015

In 2011 a never-heard-of-before filmmaker duo from Canada managed to draw the attention of the horror film crowd with a little found footage shocker called “Grave Encounters” which the influential Forbes magazine ranked among that year’s top ten films of its genre. Apart from writing the sequel it took “The Vicious Brothers” (who are not related at all) three years to finish their next original film but the fun result was worth the wait. “Extraterrestrial” is a mean little homage to classic alien movies with a little bit of torture porn thrown in. We spoke with Colin Minihan and Stuart Ortiz about archetypes, UFO tropes, working as a team and Jennifer Aniston.

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