Archiv für die Kategorie ‘Filme’

Valerian – Die Stadt der tausend Planeten | Filmkritik: Zwei von 17 Millionen

Freitag, 21. Juli 2017

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

[Lesedauer: ca. 4:30 Minuten]

Luc Besson hat diesen (so heißt es) aktuell teuersten europäischen Film überhaupt ganz alleine finanziert. Das heißt: ohne eines der großen Studios im Rücken. Wie man das bei Independent-Produktionen eben so macht, hat er schickes Anschauungsmaterial erstellt, den Flieger nach Cannes bestiegen und die weltweiten Vertriebsrechte vorab Stück um Stück an den Mann gebracht. Damit war der Löwenanteil des Budgets von runden 200 Millionen Euro zusammengetragen und das lange verfolgte Lieblingsprojekt gesichert, ohne dass sich irgendein Anzugträger aus der Chefetage inhaltlich würde einmischen können. Grund genug, dem Film allen erdenklich Erfolg zu wünschen. Grund genug auch, ihn wirklich, wirklich mögen zu wollen, doch (und hier stelle man sich einen tiefen Seufzer vor) genau das macht er einem nicht gerade leicht.

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Viral | Filmkritik: Teenage Wildlife

Montag, 17. Juli 2017

Viral

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Diese leicht verspätet in Deutschland angekommene Blumhouse-Produktion hat eine lange Historie hinter sich. Sie reicht nämlich zurück bis ins Jahr 1968 – so wie jede moderne Zombiegeschichte, egal ob als Film, Roman, Kurzgeschichte, Game oder TV-Serie. Vermutlich wüsste die Popkultur gerade mal nur am Rande, was genau Zombies sind, hätte nicht George A. Romero sie mit „Night of the Living Dead“ quasi erst in ihrer uns bekannten Form erfunden. Nur wenige Stunden vor Verfassen dieses kleinen Textes ist der Meister der Untoten im Alter von 77 Jahren verstorben, und so kann kein Gedanke naheliegender und angemessener sein, als der eben aufgezeigte, wenn es um einen Film wie diesen hier geht, dessen thematisches Umfeld, dessen Abläufe und unausgesprochenen Regeln uns heute so selbstverständlich erscheinen und doch ohne Romeros ultimative Blaupause kaum existieren würden.

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Das Kindermädchen [The Guardian] | Hexenhorror von William Friedkin erstmals in legaler Uncut-Fassung auf dem deutschen Markt

Donnerstag, 13. Juli 2017

Das Kindermädchen [The Guardian]

[Lesedauer: ca. 3:20 Minuten]

Es sei der erschreckendste Film, den er je gesehen habe, gab William Friedkin vor zwei Jahren enthusiastisch zu Protokoll und meinte damit „The Babadook“, den viel umjubelten Erstling der bis dato völlig unbekannten Jennifer Kent. Das war ein ziemlicher Ritterschlag, denn schließlich ist genau dasselbe vier Jahrzehnte lang immer wieder über „The Exorcist“ gesagt worden, seinen eigenen Beitrag zum cineastischen Horrorkanon, und Friedkin ging in der Folge gar so weit, öffentliche Screenings seines neuen Lieblingsfilms abzuhalten. Nicht bekannt ist, ob er dabei irgendwann an seinen 1990er Kassenflop „The Guardian“ gedacht hat, von dem sich Kent ein besonders einprägsames Requisit abgeschaut haben könnte: das Popup-Buch des Grauens.

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The Dark Half: George A. Romeros Stephen-King-Verfilmung weiterhin auf dem Index

Donnerstag, 06. Juli 2017

Stark - The Dark Half | OFDb Filmworks

[Lesedauer: ca. 1:00 Minute]

Während Spitzenvertreter der AfD hierzulande offenbar konsequenzlos über ihre Pläne zur Gleichschaltung der Presse schwadronieren dürfen, gilt George A. Romero für die BPjM immer noch als übler Jugendgefährder. „Day of the Dead“ etwa steht bis heute – über drei Jahrzehnte später und ungeachtet zahlloser filmwissenschaftlicher Auseinandersetzungen – auf dem Index. Eine kürzlich erschienene Edition des Cinestrange-Labels blieb demzufolge zwangsweise unter dem Radar. Nicht anders wird es „The Dark Half (dt. Stark)“ ergehen, die 1993er Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Stephen King, die OFDb Filmworks am 07. Juli als aufwendiges Mediabook mit jeder Menge Extras neu veröffentlicht.

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Shakespeare für Anfänger [The Carer] | Filmkritik: 2B or not 2B

Mittwoch, 05. Juli 2017

Shakespeare für Anfänger | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:40 Minuten]

Wer immer noch nicht genug hat von der Paarung knurriger Patienten im Rollstuhl und durchsetzungsfähiger Pflegekräfte, die nach der einen oder anderen Auseinandersetzung begreifen, dass sie eigentlich Seelenverwandte sind, bekommt hier Nachschub. Keine lustige Männerfreundschaft diesmal („Ziemlich beste Freunde“), keine tragische Romanze („Ein ganzes halbes Jahr“), sondern so etwas wie das Surrogat einer Vater-Tochter-Beziehung, auch wenn der Altersunterschied dafür viel zu groß ist. Ästhetisch bewegt sich „The Carer“ auf dem Niveau sonntäglicher Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen im ZDF, aber weil Brian Cox die Hauptrolle spielt (und Roger Moore hier einen seiner letzten Auftritte hat), lässt sich diese britisch-ungarische Co-Produktion nicht einfach so ignorieren.

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Voice from the Stone | Filmkritik: Zeit des Erwachens

Mittwoch, 28. Juni 2017

Voice from the Stone

[Lesedauer: ca. 3:00 Minuten]

Vorweg: Weder der reißerische Klappentext noch das scheußliche giftgrüne Cover von DVD und Blu-ray werden diesem Film gerecht, der (ergänzt um ein lieblos zusammengezimmertes und – trotz langer Passagen auf Italienisch – untertitelfreies Making-of) gerade auf dem deutschen Markt erscheint und es leider nicht auf die große Leinwand geschafft hat. Damit ist zum Glück aber auch bereits alles Unerfreuliche zu dieser Veröffentlichung abgehakt. Der Rest erweist sich schon nach den ersten Minuten als stimmungsvoller und erlesen fotografierter Beitrag zum Subgenre des Geisterfilms, das in den letzten Jahren einige interessante Arbeiten hervorgebracht hat (etwa Guillermo del Toros „Crimson Peak“ oder „Soulmate“ von Axelle Carolyn). Dass der Regisseur bislang vor allem als Stuntman und Vfx-Spezialist gearbeitet hat, sieht man „Voice from the Stone“ in keinster Weise an.

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Ambulance | Larry Cohens fast vergessener B-Film in makelloser Sammleredition

Samstag, 24. Juni 2017

Ambulance

[Lesedauer: ca. 2:00 Minuten]

100 Extrapunkte für die richtige Antwort: In welchem Film spielt Eric Roberts einen Marvel-Zeichner mit Stan Lee als direktem Vorgesetzten? Wissen Sie nicht? Ein Grund mehr, bei der schmucken Mediabook-Neuauflage von Larry Cohens 1990er Gaga-Thriller „Ambulance“ zuzugreifen. Als inoffizielles Begleitmaterial zur geplanten Abschaffung von Obamacare ebenso geeignet wie als willkommenes Ventil für alle Lebenspartner von „Grey’s Anatomy“-Fans. Da kurvt doch glatt ein ausrangierter Krankenwagen durch die Straßen von New York und sammelt kollabierende Diabetiker auf, nur um sie in einem Versuchslabor wieder aufwachen zu lassen, wo ihnen experimenthalber die Bauchspeicheldrüse eines Schweins implantiert werden soll. Ein B-Film für die ganze Familie also.

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Pet (2016) | Filmkritik: Käfighaltung

Freitag, 23. Juni 2017

Pet | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:50 Minuten]

Dies ist der feuchte Traum eines jeden scheuen Jungen, der sich unsterblich in ein Mädchen verliebt, das nichts von ihm wissen will. Jeder Versuch, die Angebetete vom Gegenteil zu überzeugen, ist nicht nur per se zum Scheitern verurteilt, sondern macht die Sache nur noch hoffnungsloser. Am Ende schleudert sie dem armen Tropf schlimmstenfalls ihre uneingeschränkte Abneigung entgegen, bricht ihm das Herz und demütigt ihn auf denkbar schmerzhafte Weise. Was aber, wenn sich das Blatt doch noch wenden ließe? Wenn die Unwillige plötzlich in seiner Hand wäre, gezwungen, sich ihm ganz zu überlassen, bis sie erkennt, dass er und sie sich doch viel ähnlicher sind als gedacht? So würde man es sich wünschen – insbesondere wenn man Vollblut-Psychopath ist. Seth gehört zu dieser Spezies.

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Tödlicher Segen [Deadly Blessing] | Frühwerk von Wes Craven in neuer Edition

Sonntag, 18. Juni 2017

Tödlicher Segen

[Lesedauer: ca. 3:40 Minuten]

Mit anderen Meistern seines Fachs wie John Huston oder Robert Altman teilt sich Wes Craven das ungeheure Auf und Ab seiner Filmographie. Neben einschlägigen und stilbildendenden Klassikern findet sich da eine Menge Durchschnittliches, Verünglücktes und Vergessenswertes. Vor diesem Hintergrund drohen manche Zwischenwerke ganz aus dem Blick zu geraten. “Deadly Blessing [dt. Tödlicher Segen a.k.a. Dem Tode geweiht]” ist so ein Fall. 1981 als Auftragsarbeit zwischen zwei TV-Projekten entstanden, zeigt der Film nicht nur eine ganze Reihe erzählerischer Taktiken, die später zu Cravens Markenzeichen werden sollten, sondern überzeugt auch für sich. Eine jetzt erschienene Special Edition erlaubt zudem einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte.

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Hacksaw Ridge | Filmkritik: Frieden schaffen ohne Waffen

Mittwoch, 14. Juni 2017

Hacksaw Ridge | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Mel Gibson war noch nie ein Mann der leisen Töne. Als Filmemacher hat ihm seine wenig zurückhaltende Art immerhin einen Oscar (für „Braveheart“) und – das Wortspiel liegt einfach zu sehr auf der Hand – einen gewaltigen Geldsegen eingebracht (für „The Passion of the Christ“), privat ist sie ihm zum Verhängnis geworden. Nach einem Jahrzehnt wenig vorzeigbarer Cameos mit übler Grimassenschneiderei („The Expendables 3“, „Machete kills“) und akzeptabler, aber schnell vergessener B-Filme („Get the Gringo“) hatte ihn so mancher bereits abgeschrieben. Umso überraschender letztes Jahr seine Rückkehr auf den Regiestuhl, die auch Gibson-Gegner mit einigem Respekt goutieren mussten. 10 Minuten Standing Ovations bei der Premiere in Venedig holten Hollywoods verlorenen Sohn zurück ins Rampenlicht.

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Die Taschendiebin | Filmkritik: Alles Lug und Trug

Sonntag, 11. Juni 2017

Die Taschendiebin

[Lesedauer: ca. 2:40 Minuten]

Nicht, dass es im Grundsatz irgendwer leicht hätte im Erzählkosmos von Park Chan-wook, aber für Liebende ist die Angelegenheit nochmal eine Stufe verzwickter. Sollte da für die Beteiligten überhaupt so etwas wie ein Happy End drin sein, dann bitte mindestens als menschliche Atombombe, die nicht zündet („I’m a Cyborg, but that’s OK“), oder als Kreatur der Nacht, die im Morgengrauen zu Staub und Asche zerfällt („Durst“). In gewissem Sinn kann man „Die Taschendiebin“ als Abschluss einer weiteren thematisch ausgerichteten Trilogie in seinem Oeuvre lesen (also Liebe statt Rache), zumal die Geschichte einer eigenwilligen ménage à trois selber dreigeteilt erzählt wird. Und wie bei dem Südkoreaner nicht anders zu erwarten, erweist sich die (un)heilige Dreifaltigkeit selbstredend als ein zweischneidiges Schwert.

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Die Mumie (2017) | Filmkritik: Cruise und Crowe kloppen sich

Freitag, 09. Juni 2017

Die Mumie (2017)

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Sagen wir es gerade heraus: Dies ist ein sehr, sehr dummer Film. Das muss erst einmal nichts heißen, denn dumme Filme können durchaus ziemlich unterhaltsam sein. Jim Wynorski etwa hat seine gesamte Karriere auf sehr dummen Filmen aufgebaut. Die müssen einem nicht gefallen, aber dass sie langweilen, das kann man ihnen in der Regel kaum vorwerfen. Ganz anders im Fall dieses neuerlichen Aufgusses des altägyptischen Wiederkehrers aus der Mottenkiste von Universal, mit dessen Budget Wynorski bis ans Ende seiner Tage die Kameras laufen lassen könnte. Noch nicht deutlich genug? Dann versuchen wir es einmal so: „Die Mumie“ ist für Tom Cruise, was „Hudson Hawk“ für Bruce Willis war – das Papier nicht wert, auf dem beide ihre Verträge unterschrieben haben.

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XX | Filmkritik: Chromosom der Angst

Samstag, 27. Mai 2017

XX

[Lesedauer: ca. 2:50 Minuten]

Das Grauen ist geschlechtslos – deshalb im Deutschen auch das grammatikalische Neutrum. Die Filmindustrie, insbesondere die amerikanische, sieht das von jeher anders. Horrorfilme sind eine Männerdomäne und damit Basta! Nun ist das natürlich nur ein Genre-Beispiel für das Geschäft mit den bewegten Bildern an sich, wo Frauen, abseits ihrer Funktion vor der Kamera, in entscheidenden Positionen auch im Jahr 2017 noch immer unterrepräsentiert sind (und in aller Regel auch unterbezahlt). Aber gerade im Horrorumfeld zeigen sich weibliche Filmemacherinnen seit einigen Jahren deutlich auf dem Vormarsch: „Der Babadook“, „A girl walks home alone at night“ und „American Mary“ sind nur drei besonders populäre Beispiele. Zeit also für die erste Anthologie, bei der ausschließlich Frauen auf dem Regiestuhl Platz genommen haben.

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Doppelfeature: The Void vs. Humanoid | Schnee, Monster, Carpenter

Montag, 22. Mai 2017

The Void

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Zwei aktuelle Beispiele, die seit vergangenem Freitag auf dem hiesigen Markt zu haben sind, zeigen vergleichsweise überzeugend, wie hoch das Niveau unabhängig produzierter Genre-Beiträge trotz überschaubarer Budgets mittlerweile ausfallen kann – wenn man nur will. Dass sich ihre Titel reimen, liegt ausschließlich am (übrigens identischen) deutschen Verleih, doch es gibt auch echte Gemeinsamkeiten. Inhaltlich setzt „The Void“ auf Retro-Horror, während „Humanoid“ als eine Art postapokalyptischer Schnee-Western daherkommt. Im Kern sind beides B-Filme und doch echte Herzensprojekte ihrer Macher. Zudem stehen sie für eine spezifische Entwicklung im digitalen Independent-Markt.

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The Great Wall | Filmkritik: Kriegsbeistand aus dem Abendland

Donnerstag, 18. Mai 2017

The Great Wall

[Lesedauer: ca. 2:10 Minuten]

Habgier schafft Monster. Da ist sicher einiges dran, doch wer hätte gedacht, dass man diese Erkenntnis so wörtlich nehmen muss wie in der ersten englischsprachigen Regiearbeit von Zhang Yimou („House of Flying Daggers“)? Dieselbe Untugend ist es auch, die den englischen Söldner William (Matt Damon) und seinen spanischen Begleiter Tovar irgendwann um die erste Jahrtausendwende ins Land des Lächelns gelockt hat, wo jenes sagenumwobene schwarze Pulver zu finden sein soll, mit dem sich trefflich Krieg führen lässt. Welche Reichtümer man sich wohl verschaffen könnte, hätte man nur ein paar Pfund davon! Doch dann stoßen die beiden auf eine imposante Mauer, die das gesamte Land zu durchziehen scheint und vor den Angriffen einer gewaltigen Armee ebenso hungriger wie hässlicher Kreaturen schützen soll. Ein echtes Ammenmärchen? Leider nein.

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Alien: Covenant | Filmkritik: Macht kaputt, was euch kaputt macht

Mittwoch, 17. Mai 2017

Alien: Covenant

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Es kommt der Moment, da möchte man wüste Beschimpfungen in Richtung Leinwand schleudern. Doch was würde das schon nützen? Die Verantwortlichen sind eh nicht da und so bleibt einem nur die Wahl, entweder den Saal zu verlassen oder das Elend dieses Films bis zum bitteren Ende zu ertragen. Mit zwei fatalen Plotwendungen hat Ridley Scott (oder wer auch immer hier die Verantwortung trägt) zuerst den Vorgängerfilm und dann gleich das ganze „Alien“-Franchise zerschossen. Am Ende ist von dem, was einst Dan O’Bannons in Obdachlosigkeit und finanziellem Ruin erdachten Space-Horror im Kern ausgemacht hat, nichts mehr übrig.

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Guardians of the Galaxy Vol. 2 | Filmkritik: Gottkomplex und Wahlverwantschaften

Sonntag, 07. Mai 2017

Guardians of the Galaxy Vol. 2

[Lesedauer: ca. 3:30 Minuten]

Kurt Russell ist Gott. Wer diese Fanweisheit schon immer mit völliger Selbstverständlichkeit und der angemessenen Arroganz vor sich hergetragen hat, bekommt hier endlich den Beweis geliefert. Und dann diese gewisse Ähnlichkeit mit David Hasselhoff – lag der Vergleich nicht längst unausgesprochen in der Luft? Aber das nur am Rande. Bereits in den ersten Szenen erfahren wir jedenfalls, dass der digital um drei Jahrzehnte verjüngte KR uns tatsächlich den außerirdisch-göttlichen Vater von Peter Quill a.k.a. Star-Lord gibt. Doch macht das den Anführer der Guardians of the Galaxy auch automatisch zu einer Art Space-Jesus? Klares Jein. Denn ob der heidnische Demiurg so ganz koscher ist, darf man getrost bezweifeln.

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Alien: Covenant | Ist der Prolog das ursprüngliche Ende von Prometheus?

Montag, 01. Mai 2017

Alien: Covenant | The Crossing

[Lesedauer: ca. 2:50 Minuten]

Unter dem Titel „The Crossing“ hat Fox vor einigen Tagen den insgesamt dritten viralen Clip zu Ridley Scotts neuerlicher Rückkehr ins „Alien“-Universum veröffentlicht. Explizit als Prolog ausgewiesen, zeigt der 2 ½-minütige Kurzfilm eine Handvoll Szenen, die an die Handlung des Vorgängers anschließen, ohne inhaltlich etwas auszuplaudern. Derartiges Vorab-Bonusmaterial ist bei den großen Blockbustern heute mehr oder weniger Standard. In diesem Fall allerdings drängt sich der Verdacht auf, dass man es in Wahrheit mit dem bislang ungezeigten Original-Ende von „Prometheus“ zu tun hat.

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Song to Song | Filmkritik: Streuner im Licht

Freitag, 28. April 2017

Song to Song

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

„You get used to drifting“, heißt es einmal aus dem Off. Da sind bereits weit über 90 Minuten vergangen und die Figuren haben sich ausgiebig treiben lassen, sind ziellos umeinander hergestreift, haben viel ins Leere, auf den Boden und in den Himmel geblickt, Bedeutungsschwangeres gedacht (Bekenntnisse etwa wie „I love pain, it feels like life“) und wenig miteinander geredet. Erlesen sind die lichtzeichnerischen Bilder (Emmanuel Lubezki, „The Revenant“), teuer die Schauspieler (Fassbender, Gosling, Mara, Portman, Blanchett). Dafür ist die Handlung umso dünner und fällt über weite Strecken eher assoziativ als narrativ aus. Nichts davon muss einen wundern, denn wir befinden uns in einem Film von Terrence Malick.

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The Founder | Filmkritik: Bigger Business

Donnerstag, 20. April 2017

The Founder | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Höhere Effizienz steigert den Umsatz. Um das zu begreifen, braucht man keine Unternehmensberatung zu beschäftigen. Wenn Ray Kroc uns gleich zu Beginn einen Spezialmixer schmackhaft macht, mit dem sich binnen kürzester Zeit eine größere Anzahl Milkshakes zubereiten lässt, leuchten seine Augen hell und seine Argumente unmittelbar ein. Mehr Shakes, mehr Kunden, mehr Umsatz. Aber Amerika ist noch nicht so weit. Denn während wir dem smarten Handlungsreisenden seinen Mixer eigentlich direkt abkaufen wollen, beißt er bei den schlechtgelaunten Betreibern verschlafener Drive-Ins, die er landesweit abklappert, regelmäßig auf schwer verdaulichen Granit. Great sieht anders aus.

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