Archiv für die Kategorie ‘Filme’

The Monster | Filmkritik: Co-abhängig

Donnerstag, 23. März 2017

The Monster

Wer sich in den letzten neun Jahren gefragt hat, was eigentlich aus Bryan Bertino geworden ist, nachdem er 2008 mit „The Strangers“ einen vielbeachtetes und leidlich verstörendes (zudem starbesetztes) Debüt abgeliefert hatte, der bekommt hier die Antwort in Gestalt eines kleinen, für überschaubares Geld produzierten Horrorjuwels, in dem die Figuren wichtiger sind als die Monster, von denen sie heimgesucht werden. Und weil der Film so gut geworden ist, verschweigen wir auch gerne, dass Bertino zuvor mit „Mockingbird [dt. Play]“ einen lauen FoundFootage-Beitrag zwischengeschoben hatte, der insgesamt eher unterhalb des Radars geblieben ist.

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Gold (2016) | Filmkritik: Big Business

Sonntag, 12. März 2017

Gold | Filmkritik

Es gibt eine Menge Gründe, Matthew McConaughey zu hassen und die meisten davon tragen einen Filmtitel. „Interstellar“ zum Beispiel, Christopher Nolans Ausflug ins Raum-Zeit-Kontinuum, der dank seines Hauptdarstellers ohne eine tragende Rolle auskommen muss, die man auch mögen kann. Ganz anders liegt der Fall, wenn der Mann, der jahrelang auf romantische Komödien abonniert war, all seine natürliche Schmierigkeit vollgültig auslebt, damit man seine Figur ausgiebig verachten, fürchten oder belachen kann – so auf optimale Weise etwa geschehen in William Friedkins „Killer Joe“. Auf andere Weise schlüssig funktioniert McConaughey auch in „Gold“, ein Film, in dem er zu allem Übel auch noch permanent ausgiebig schwitzen muss.

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Logan – The Wolverine | Filmkritik: Shane mit den Scherenhänden

Sonntag, 05. März 2017

Logan - The Wolverine

Wenn sich das Zielpublikum nicht irgendwann voller Überdruss abwendet, werden DC und Marvel 2029 mit großer Wahrscheinlichkeit weit über 100 Superheldenfilme auf die Leinwand gebracht haben. Und warum auch nicht? Seit über einem Jahrzehnt verzeichnet das Genre keine relevanten Schwankungen oder gar Einbrüche. Offizielle Starttermine für einzelne Titel reichen bereits über 2020 hinaus. Die Zeichen stehen also gut. Weniger rosig sieht es für Superhelden in der fiktiven Variante des Jahres 2029 aus. Die X-Men sind ausgestorben, neue Mutanten gibt es keine und Logan arbeitet unter seinem bürgerlichen Namen unerkannt als Limousinenfahrer. Nur noch ein paar abgegriffene Comichefte erinnern an bessere Zeiten. Wie konnte es bloß so weit kommen?

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Lüsterne Lachse, blanke Brüste: Das Grauen aus der Tiefe (Humanoids from the Deep) [1980] | Corman-Klassiker als neue Collector’s Edition

Freitag, 24. Februar 2017

Humanoids from the Deep (Das Grauen aus der Tiefe)

Warum die Initiatorinnen ausgerechnet den Februar zum „Women in Horror“-Monat auserkoren haben [1], ist wohl weniger entscheidend als die Tatsache, dass die Idee an sich seit mittlerweile bereits acht Jahren erfolgreich dazu beiträgt, die Rolle von Frauen im Genre genauer zu beleuchten. Man muss allerdings schon einigermaßen im Thema sein, um nicht ausschließlich an die einschlägigen Screamqueens vor der Kamera zu denken, sondern auch die seit einer Weile erfreulicherweise steigende Zahl weiblicher Filmschaffenden dahinter im Blick zu haben. Anfang der 80er sah das noch ganz anders aus und so war Roger Cormans Entscheidung, eine Frau mit der Regie einer seiner Monsterfilme zu betreuen, durchaus ein Ausnahmefall.

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Genius (2016) | Filmkritik: Gut behütet

Freitag, 17. Februar 2017

Genius

Im offiziellen Programm einer jeden Berlinale gibt es diese seltsamen Fremdkörper, die ganz offensichtlich nur dazu da sind, den einen oder anderen Hollywood-Star auf den Roten Teppich zu locken, ansonsten aber nicht wirklich dazugehören, weil sie dem semipolitischen / weltkinofreundlichen Image, das dieses Festival so gerne vor sich herträgt, nicht das Geringste anzubieten haben. Dieses Jahr mussten dafür Danny Boyles „Trainspotting“-Sequel sowie Hugh Jackmans letzter Auftritt als „Logan – The Wolverine“ herhalten. 2016 fiel das Los auf eine handzahme biographische Annäherung an zwei der wichtigsten Figuren amerikanischer Literaturgeschichte – im Kern ein Fernsehfilm, der außer seinen kostspieligen Darstellern wenig stichhaltige Gründe für eine Kinoauswertung liefert.

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Das Ritual (The Believers) [1987] | Wenig bekannter Okkult-Thriller in vorbildlicher Neuauflage

Samstag, 12. November 2016

Das Ritual (The Believers) [1987]

Der große Money Shot dieses fast vergessenen Ausflugs von John Schlesinger ins Horror-Genre wäre unter vergleichbaren Umständen heute wohl kaum mehr denkbar: Im Gesicht der Schauspielerin Helen Shaver platzt ein übles Geschwür auf, winzige Spinnen schießen hervor und krabbeln zielsicher in Richtung Augen, Nase und Ohren – alles in Nahaufnahme, ohne Netz und doppelten Boden. Das muss niemanden wundern, denn schließlich schreiben wir das Jahr 1987, CGI ist noch Zukunftsmusik und Bilder wie diese benötigen wahlweise verzweifelte, wahnsinnige oder gänzlich unerschrockene Darsteller.

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Submerged – Gefangen in der Tiefe | Filmkritik: Limo auf Eis

Dienstag, 11. Oktober 2016

Submerged - Gefangen in der Tiefe

Eine unwillommene Ausgangslage für Klaustrophobiker: Luxuslimousine mit Spezialpanzerung stürzt in einen Fluss, geht unter und treibt aufs offene Meer zu. Entkommen nicht möglich. Während vorne der eingeklemmte Fahrer als einziger die Ruhe bewahrt, drehen die Passagiere hinten schon bald durch. Für den Zuschauer ergeben sich zwei entscheidende Fragen: Wird die disparate Gruppe rechtzeitig gerettet? Und wie konnte es zu dieser unglückseligen Konstellation kommen? Eine komatöse Beifahrerin macht die Angelegenheit zusätzlich rätselhaft.

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Blair Witch | Filmkritik: Im Wald nichts Neues

Samstag, 08. Oktober 2016

Blair Witch

Es gibt gute Gründe, warum man sich über Sequels von Filmen, die rund zwei Jahrzehnte oder mehr zurückliegen und zudem eine ganze Armada von Nachahmern auf den Plan gerufen haben, besser keine ernsthaften Gedanken machen sollte. Da ist schon eine geballte künstlerische Vision vonnöten (wie im Ausnahmefall von „Mad Max: Fury Road“), um am Ende mit mehr als einem bemüht-müden Wiederaufguss dazustehen, der seiner Zeit gewaltig hinterher hinkt und mit dem Fluch der eigenen Verzichtbarkeit zu kämpfen hat. Im Fall von „Blair Witch“ (der bessere Titel wäre wohl „Project: Blair Witch Sequel“ gewesen) ist eine solche Vision jedenfalls ausgeblieben.

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31 | Filmkritik: Nazizwerge, Killerclowns, ein Deutscher im Tutu

Samstag, 01. Oktober 2016

31 | Rob Zombie

Die gute Nachricht zuerst: Rob Zombies aktuelle Schlachtplatte kann mit einem wirklich schicken Retro-Plakat im klassischen Exploitation-Look aufwarten. Die schlechte Nachricht: Mehr Positives gibt es über dieses unsäglich dumme, lieblose und amateurhaft zusammengezimmerte Machwerk kaum zu sagen. Man kann die früheren Arbeiten des hauptberuflichen Musikers mögen oder nicht, ihre individuelle, eigenwillige und non-konforme Herangehensweise jedoch, mit der sie sich deutlich von der Mehrheit vergleichbarer Genre-Produktionen abheben, lässt sich schwerlich ignorieren. Insbesondere vor diesem Hintergrund ist „31“ nicht mehr und nicht weniger als eine künstlerische Bankrotterklärung.

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Suicide Squad | Filmkritik: Big Shot, Deadshot

Dienstag, 23. August 2016

Suicide Squad

Wenn sich eine einzige Erkenntnis aus diesem neuerlichen Ausflug ins Expanded Universe von DC gewinnen lässt, dann diese, dass die Ära, in der Will Smith als letzter Kassengarant Hollywoods gegolten hat, endgültig der Vergangenheit angehört. Und das nicht etwa, weil er mit „After Earth“ (a.k.a. der gescheiterte Versuch, seinem mit überschaubarem Talent ausgestatteten Sohn Jaden ein Franchise zu basteln) nach fast zwei überaus erfolgreichen Jahrzehnten einen üblen Flop gelandet hatte, und auch nicht, weil er die beleidigte Leberwurst spielte, als er für „Concussion“ (noch so ein Flop) keine Oscar-Nominierung bekam. Sondern weil er jetzt – wenn auch mit der meisten Screentime – endgültig in einem Ensemblefilm gelandet ist und weder sein Name noch sein Gesicht auf dem Filmplakat irgendeine erwähnenswerte Rolle spielen. Umso mehr muss man wohl anerkennen, dass ausgerechnet er diese weitere Katastrophe aus dem Hause Snyder vor dem Totalausfall bewahrt.

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Ghostbusters (2016) | Filmkritik: Halluzinogene im Trinkwasser

Sonntag, 07. August 2016

Ghostbusters (2016)

Eine Handvoll Filme aus den glorreichen 80ern genießt einen geradezu sakral anmutenden Unberührbarkeitsstatus. Ungeachtet dessen drohen die einschlägigen Hollywood-Studios seit Jahren mit Wiederbelebungen in Form verspäteter Sequels oder Remakes von Klassikern wie „Gremlins“, „Goonies“ oder „Zurück in die Zukunft“ – Pläne, denen die langjährigen Fans am liebsten mit Kruzifixen und Weihwasser entgegentreten würden, hätte das auch nur den geringsten Effekt. Umso eisiger war der Wind, der dem Reboot von Ivan Reitmans kultiger Geisterjägerkomödie von Tag Eins an entgegenschlug, fanatischer Hass, Frauenfeindlichkeit und dunkelster Rassismus inbegriffen.

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Star Trek: Beyond | Filmkritik: Public Enemy in Outer Space

Sonntag, 31. Juli 2016

Star Trek: Beyond

Bei James T. Kirk ist die Luft raus. Unendliche Weiten zu erforschen ist Sisyphusarbeit, ein Ende nicht abzusehen (wegen unendlich). Kurz vor seinem Geburtstag brütet der Captain der USS Enterprise eine handfeste Midlife-Crisis aus. Sogar über einen Wechsel in den Innendienst denkt er nach! Dramaturgisch hilft da nur noch eine übelgelaunte Wende des Schicksals, hier in Form eines havarierten Raumschiffs, das geborgen werden muss, weil es noch Überlebende gibt. Flugs erweist sich die vermeintliche Routinemission jedoch als gemeiner Trick eines bis dato unbekannten Schurken, der Kirk & Crew unter heftigen Beschuss nimmt und auf einem fremden Planeten in alle Winde zerstreut. Ruhestand ausgesetzt.

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Kaputtinszeniert: Hidden in the Woods | Original vs. Remake

Samstag, 16. Juli 2016

Hidden in the Woods (2012)

Kontroverser als das 2012er Spielfilmdebüt des Chilenen Patricio Valladares wurde im Horrorkino des letzten Jahrzehnts allerhöchstens noch „The Human Centipede“ diskutiert. Doch wo die Chirurgen-Farce von Tom Six gut und gerne auch als absurde Komödie durchgehen kann, besinnt sich „En las afueras de la ciudad“ in aller Konsequenz auf die Wurzeln des klassischen Exploitationfilms und lässt dabei keinen Raum für Augenzwinkern und Sonnenschein. Michael Biehn gefiel das radikale Gemenge aus Gewaltsex, Blut und Mysogynie so gut, dass er seinem Macher direkt nach der Weltpremiere auf dem kanadischen Fantasia-Festival ein Remake aus den Rippen leierte. Das hätte er allerdings besser gelassen.

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Frankenstein: Das Experiment | Filmkritik: Euthanasie, keine Liebe

Montag, 13. Juni 2016

Frankenstein - Das Experiment

Was denn, noch eine Frankenstein-Version? Gerade erst flimmerte eine ziemlich seltsame Verfilmung mit Daniel Radcliffe und James McAvoy über hiesige Leinwände, ohne dabei nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Jetzt also diese Fassung von Bernard Rose, der zuletzt den unsäglichen „Teufelsgeiger“ mit Nicht-Schauspieler, Alles-Fiedler und Escort-Fan David Garrett abgeliefert hatte. Zudem kommt die Kreatur, so die Prämisse, diesmal gleich aus dem 3D-Drucker – und nein, die Rede ist nicht von Prothesen oder Animatronics, sondern tatsächlich vom Monster selbst, ganz dezidiert als Erklärung für seine Herkunft. Könnten die Voraussetzungen weniger vielversprechend aussehen? Schwerlich.

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The Trust | Filmkritik: Bruchware aus dem Rheinland

Sonntag, 05. Juni 2016

The Trust

Kein Monat ohne neuen Film mit Nicolas Cage – könnte man jedenfalls meinen. Gemessen an seinem tatsächlichen Output ist das natürlich Nonsens, denn im Durchschnitt liefert der amerikanische Klaus Kinski (so nennt ihn jedenfalls Josh Olson) verlässlich drei bis vier Produktionen im Jahr ab. Dass der Eindruck täuscht, liegt vermutlich eher an der Beiläufigkeit, mit der die meisten seiner Arbeiten mittlerweile auf dem Markt erscheinen. Aktuelle Titel wie „Der Kandidat“, „Dying of the Light“, „Left behind“ oder zuletzt „Pay the Ghost“ (mit Veronica Ferres!) tauchen wie aus dem Nichts unter den Neuerscheinungen im Home Entertaiment auf, ohne dass (jedenfalls in Deutschland) irgendeine Form nennenswerten Marketings vorangegangen wäre. Nicht anders in diesem Fall.

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Warcraft: The Beginning | Filmkritik: Zweiweltentheorie

Samstag, 28. Mai 2016

Warcraft: The Beginning

Man muss schon eine Menge Ballast beiseite räumen, um jene unschuldige Zeit wieder aufleben zu lassen, als ein Kinobesuch noch bedeutete, sich für zwei Stunden berauschen zu lassen, ohne dafür mit schalem Nachgeschmack und schlechtem Gewissen bestraft zu werden. Als die Leinwand die bessere Welt war, Helden noch nicht von Traumata und deren Manifestationen heimgesucht wurden (oder man zumindest nichts davon mitbekommen hat) und epische Gut/Böse-Geschichten auch ohne die unvermeidliche Spiegelung von 9/11 in fiktiven Weltbedrohungsszenarien funktionierten. Eine gute Zeit, aber wann war das nochmal genau? Ach ja, als man selber etwa 12 Jahre alt war. Oder jünger. Ab und an kann einem der richtige Film vorgaukeln, das sei immer noch so. „John Carter“ zum Beispiel. Oder eben dieser hier.

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X-Men: Apocalypse | Filmkritik: Rückkehr nach Auschwitz

Sonntag, 22. Mai 2016

X-Men: Apocalypse

Er hätte Nietzsche gefallen, dieser erste Träger des X-Gens namens En Sabah Nur, besitzt er doch (und da wird einem selbst beim Zitieren übel) „jene ungeheure Energie der Größe“, die nötig ist, um „durch Vernichtung von Millionen Mißrathener [sic], den zukünftigen Menschen zu gestalten“. Denn als er nach über fünfeinhalb Jahrtausenden aus dem Koma erwacht, scannt er, der Unsterbliche, der im antiken Ägypten als Gott verehrt und von seinen Anhängern verraten wurde, rasch sämtliche TV-Kanäle des Planeten und erkennt so, dass es um die Moral des Homo Sapiens 1983 A.D. nicht sonderlich gut bestellt ist. Kein Wunder, Ronald Reagan ist US-Präsident, das Wettrüsten boomt und im Kino kehren die Jedi-Ritter zurück. Für den Ur-Mutanten gibt es also nur eine Lösung: die aktuelle Menschheit vernichten und unter seiner Herrschaft eine neue aufbauen. Daher sein Alternativname, Apocalypse.

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Lucia – Engel des Todes? | Filmkritik: Lehrstück in Eigendynamik

Dienstag, 17. Mai 2016

Lucia - Engel des Todes?

Das Leben schreibt die unglaublichsten Geschichten, besagt eine Floskel, die sich erstaunlich oft als zutreffend erweist. So auch im Fall der niederländischen Krankenschwester Lucia de Berk, die 2003 trotz fragwürdiger Beweislage wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Erst 2010 konnte sie nach diversen Revisionsprozessen das Gefängnis von allen Anschuldigungen befreit verlassen. Ihr Schicksal erregte großes Aufsehen und gilt in unserem Nachbarland als einer der schlimmsten Justizirrtümer der jüngeren Vergangenheit. Mit „Lucia – Engel des Todes?“ (tatsächlich mit politisch korrektem Fragezeichen), der es auf die Shortlist für den Auslands-Oscar schaffte, arbeitet die Filmemacherin Paula van der Oest („Black Butterflies“) die skandalösen Ereignisse auf, bekommt das umfangreiche Material jedoch nur sehr eingeschränkt in den Griff.

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Genreware aus Chilewood: The Stranger

Montag, 16. Mai 2016

The Stranger

Auf dem Schiff kommt er angereist, ganz so wie der bekannteste aller Blutsauger. Doch dieser hier flieht eher vor dem, was er ist, als dass er sein Revier ausdehnen will, und am Ende seiner Suche nach einer verlorenen Geliebten wartet nur ein Grabstein auf ihn. Lebensmüde lässt er sich von einer übermütigen Straßengang abstechen, wird jedoch von einem aufmerksamen Jungen vor dem Verbluten bewahrt. Stehen die beiden möglicherweise in einem besonderen Verhältnis zueinander? Auf dem Weg zur Antwort bekämpfen sich Söhne, die keine Mütter, und Väter, die keine Frauen mehr haben, Gesichter verbrennen im Sonnenlicht (oder per Brandstiftung) und Blut fließt naturgemäß sowieso. Wer am Schluss die Andeutung eines Sequels vermutet, liegt goldrichtig.

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Let Us Prey: BpjM setzt Horrorfilm mit Pollyanna McIntosh auf den Index

Freitag, 06. Mai 2016

Let us prey

Herzlichen Glückwunsch, BpjM. Wieder einmal ist es der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gelungen, sich mit einer Indizierung (Liste A) hinreichend lächerlich zu machen. Aktueller Stein des Anstoßes: der irisch-britische Horrorfilm „Let us prey“ mit Pollyanna McIntosh und Liam Cunningham in den Hauptrollen. Ein absurder Vorgang, der eine über 15-monatige Geschichte hat: Die ungeschnittene Fassung war bereits im Januar 2015 an der FSK gescheitert, kam aber zwei Wochen später bei der SPIO/JK mit dem Titel „keine schwere Jugendgefährdung“ durch. Der Verleih Pierrot le Fou veröffentlichte im Anschluss sowohl eine Uncut-Version als auch eine gekürzte Fassung mit FSK18-Freigabe.

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