Archiv für die Kategorie ‘Bücher’

Irvine Welsh: Ein ordentlicher Ritt (A Decent Ride) | Review: Sex und Taxameter

Donnerstag, 10. November 2016

Irvine Welsh: Ein ordentlicher Ritt (A decent ride)

Auch ein Vierteljahrhundert später hat die Edinburgh-Gang um Mark Renton, „Spud“ Murphy und „Sick Boy“ ihren Autor noch gut im Griff. In London ist gerade erst die umjubelte Premiere einer „Trainspotting“-Live-Version über die Bühne gegangen, in wenigen Wochen läuft Danny Boyles langersehntes Sequel in den Kinos an („T2“) und in seinem aktuellen Roman „The Blade Artist“ lässt Irvine Welsh den unberechenbaren „Franco“ Begbie erneut sein Unwesen treiben. Und auch im Vorgänger von 2015 sind Spuren und Figuren des Punk-und-Heroin-Klassikers enthalten. Für Allergiker also ungeeignet.

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Ein Blick ins Disney-Filmarchiv | Umfangreicher Band aus dem Taschen-Verlag

Freitag, 07. Oktober 2016

The Walt Disney Film Archives

Da spricht der Taschen-Verlag doch ganz nebenbei mal vom „erste(n) Band der umfangreichsten Reihe von Bildbänden, die es bislang zu Disneys Animationsfilmen gab.“ Wie viele da geplant sind? Man kann nur raten. Mit sagenhaften 1500 Abbildungen auf gewaltigen 630 Seiten im Großformat von 41,1 x 30 cm lässt sich zwar tief ins Imperium der Maus eintauchen, doch angesichts der füllhorngleichen Materialmenge, die in den Archiven des Konzerns schlummern, ist da gerade mal die Oberfläche angekratzt.

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Jack Ketchum / Lucky McKee: I’m not Sam | Zwischen Kopf und Unterleib

Sonntag, 24. April 2016

Offenbar fühlt sich der Autor, den Stephen King einmal recht werbewirksam zum „scariest guy in America“ erklärt hatte, bei der Zusammenarbeit mit Filmemacher Lucky McKee ziemlich wohl. „I’m not Sam“ ist nach „The Woman [dt. Beuterausch]” bereits der zweite gemeinsame Roman – obwohl man bei relativ schmalen 114 Seiten und der inhaltlichen Konzentration der Handlung vermutlich treffender von einer Novelle sprechen würde. Dem unangenehmen Entsetzen der ganzen Angelegenheit tut das freilich keinen Abbruch.

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Joe Dante: Essaysammlung über den Gremlins-Macher

Sonntag, 17. April 2016

Joe Dante

Schon bemerkenswert, dass die erste englischsprachige Monografie über Joe Dante aus Europa stammt. Erschienen in einer Schriftenreihe des österreichischen Filmmuseums versammelt der rund 250 Seiten umfassende Band 10 Essays unterschiedlicher Autoren (darunter Dantes langjähriger Weggefährte John Sayles), ergänzt um ein Interview mit dem Meister, eine Art jahreskalendarische Biografie sowie eine ausführliche Filmografie und Auflistung von Kooperationen, bei denen sein Name offiziell nie aufgetaucht ist. Eine große Anzahl meist farbiger Illustrationen – vielfach Screengrabs – lockern den dicht gesetzten Text optisch auf. Insgesamt eine runde Sache.

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Muerte con Carne: Mexploitation-Thriller von Shane McKenzie auf dem Weg zur Verfilmung | Gigi Saul Guerrero liefert mit „El Gigante“ einen festivaltauglichen Teaser

Mittwoch, 09. September 2015

El Gigante

Im mexikanischen Grenzland liegen Paradies und Hölle nah beieinander. Für den illegalen Einwanderer Armando jedenfalls ist der Traum von einem besseren Leben schon ausgeträumt, bevor er überhaupt begonnen hat. Und das nicht etwa, weil ihn die Borderpatrol aufgegriffen hätte – was in diesem Fall fraglos das kleinere Übel gewesen wäre. Stattdessen erwacht er in eng gezurrter Maskierung und wird wenige Augenblicke später von einem bulligen Riesenwrestler zu Brei geschlagen. Als dieser Armando zum Abschluss alle Knochen bricht, spendet seine bizarre Sippschaft frenetischen Applaus. Die Begeisterung ist verständlich, denn schließlich wird da gerade ihr Abendessen vorbereitet.

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11/22/63: Fünf Herausforderungen für die Stephen-King-Adaption von J.J. Abrams

Samstag, 05. September 2015

11/22/63 | James Franco, Stephen King, J.J. Abrams

Als Stephen King auf seinem Twitter-Account das erste Foto vom Set veröffentlichte, zeigten sich die drei Hauptbeteiligten – er selbst, Schauspieler James Franco und Produzent J.J. Abrams – bestens gelaunt. Dabei stand die Verfilmung seines Opus Magnum „11/22/63“ (hierzulande unter dem nüchtern-belanglosen Titel „Der Anschlag“ veröffentlicht) über einen Zeitreisenden, der die Ermordung John F. Kennedys verhindern will, zunächst unter keinem guten Stern. Jonathan Demme hatte sich die Rechte gesichert, stieg aber kurz darauf wegen kreativer Differenzen wieder aus. Leser des Buches konnten diese Entwicklung nur begrüßen.

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On location: Thailand, Kambodscha, Vietnam | Urlaubslektüre zum Nachlesen und Nachreisen

Montag, 20. Juli 2015

On location: Thailand, Kambodscha, Vietnam

Urlaubszeit! Endlich hat man sich einige Tage von seinem mühevollen Alltag freigeschaufelt und will nun etwas von der Welt sehen. Damit das gut funktioniert und man in den wenigen Wochen, die einem zur Verfügung stehen, möglichst viel zu sehen bekommt, plant man bestenfalls mit einem der zahllosen Reiseführer, die sich im Netz oder klassisch als Buch finden lassen. Wer darüber hinaus ganz gezielt Schauplätze der Film- und TV-Geschichte besichtigen will, findet mit der im Schüren-Verlag erschienenen Reihe „On location: Reiseführer zu den Orten des Kinos“ eine Art touristischen Cineasten-Guide. Der neueste der bislang erschienenen drei Bände führt nach Thailand, Kambodscha und Vietnam.

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David Cronenberg: Verzehrt (Consumed) | Sartre, Skype und Shin Sang-ok

Samstag, 22. November 2014

David Cronenberg | Verzehrt

Warum dieses späte literarische Debüt so sehr wie eine Rückkehr zu einer längst abgeschlossen geglaubten Phase in David Cronenbergs Schaffen erscheint, hat vermutlich einen einfachen Grund: „Consumed [dt. Verzehrt]“ ist der erste gänzlich originäre Stoff des Meisters seit 15 Jahren. Überhaupt: Mit Ausnahme von „eXistenZ“ (1999) beruht sein gesamtes Oeuvre seit „Videodrome“ (1983) ausschließlich auf Fremdvorlagen, und so muss es wenig wundern, dass er sich mit der intimeren der beiden Kunstformen in einer Weise an sein Frühwerk annähert, die mit großer Wahrscheinlichkeit niemand mehr von ihm erwartet hätte.

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Imaginer: Kunstbuch zeigt Clive Barker als Maler

Sonntag, 24. August 2014

Imaginer | Clive Barker

Wer ihn in erster Linie als Autor und gelegentlichen Filmemacher kennt, wird vermutlich überrascht sein, wie intensiv sich Clive Barker seit Jahrzehnten mit der Malerei beschäftigt – und das keinesfalls als beiläufiges Hobby. Der Ursprung all seiner Arbeit, so lässt sich gelegentlich lesen, sei von jeher stets visueller Natur gewesen. Nicht selten dienten seine Bilder gar dazu, seine Figuren erst zu entdecken. Und tatsächlich: Ein Blick auf die zahlreichen Kreaturen aus „Hellraiser“ und „Nightbreed“ zeigt mehr als deutlich, inwiefern die Physis von Barkers Schöpfungen ihre Natur und Bestimmung definiert. Jetzt veröffentlich der Meister erstmals ein umfangreiches Kunstbuch mit großformatigen Abbildungen seiner Bilder.

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Michael Sheen liest neuen Roman von Neil Gaiman für die BBC

Samstag, 06. Juli 2013

Michael Sheen liest Neil Gaiman

Wann „The Ocean at the End of the Lane“ in deutscher Fassung vorliegen wird, steht derzeit noch in den Sternen. Acht Jahre hatte die Fangemeinde des britischen Fantasy-Autors Neil Gaiman („Coraline“) auf einen neuen Roman warten müssen, der nicht in erster Linie für ein jüngeres Publikum gedacht ist. Schauspieler Michael Sheen („Frost/Nixon“, „Tron Legacy“) hat im Auftrag der BBC eine leicht gekürzte Audiofassung aufgezeichnet, die jetzt in fünf jeweils 15-minütigen Episoden gesendet wird. Der Walise outet sich dabei als echter Gaimanist.

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I’m not Sam: Jack Ketchum und Lucky McKee veröffentlichen neues gemeinsames Projekt und verlosen Originalmanuskript

Freitag, 24. August 2012

Nach dem Preisregen, der den ausgedehnten Festivaltrip von „The Woman“ begleitet hatte, sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Autor Jack Ketchum und Filmemacher Lucky McKee das nächste gemeinsame Projekt ansteuern würden. Dabei hatten die beiden nicht nur den Film zusammen konzipiert, sondern auch den begleitenden Roman (dt. „Beuterausch“) in gegenseitiger Abstimmung verfasst – eine echte Seltenheit mit einem überraschend homogenen Resultat. Wer allerdings hinter vorgehaltener Hand eher davon ausgegangen war, dass Ketchum mehr oder weniger alleine für die nur in Teilen abweichende Prosaversion des Films verantwortlich war, muss seine Meinung nun vermutlich revidieren. Unter dem Titel „I’m not Sam“ haben sich die beiden jetzt erneut für ein Buch zusammengetan.

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THE EXORCIST: Erste Bilder der Bühnenfassung mit Richard Chamberlain und Brooke Shields

Donnerstag, 05. Juli 2012

Autor William Peter Blatty hat mittlerweile den Berichten über eine TV-Serie nach seinem legendären Bestseller energisch widersprochen. Gegenüber BleedingCool betonte er, dass jegliche Adaption ausgeschlossen sei, da die Rechte immer noch in seinem Besitz seien. Stattdessen plane er gemeinsam mit William Friedkin eine eigene neuerliche Annäherung an den Stoff in Form einer Mini-Serie, ohne jedoch weitere Details preiszugeben. John Pielmeiers Bühnenversion mit Richard Chamberlain und Brooke Shields in den Hauptrollen wird hingegen wie geplant am 11. Juli in Los Angeles uraufgeführt. Geffen Playhouse veröffentlichte jetzt vorab erste Bilder, die einen Eindruck von John Doyles offenbar sparsam ausgeleuchteter Inszenierung vermitteln.

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THE GRAVEYARD BOOK: Henry Selick verfilmt Roman von Neil Gaiman

Sonntag, 29. April 2012

Wer bei „Nightmare before Christmas“ immer noch in erster Linie an Tim Burton denkt, hat vermutlich Henry Selicks fantastische Neil-Gaiman-Verfilmung „Coraline“ nicht wirklich wahrgenommen. Hierzulande kein Wunder, denn der für ein junges Publikum ungewöhnlich düstere Animationsfilm ist in Deutschland praktisch untergegangen. Zeit, ihn dringend (wieder) zu entdecken, denn laut eines aktuellen Reports von Deadline bereitet Selick mit „The Graveyard Book“ gerade die nächste Gaiman-Adaption vor.

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WEEK IN HELL: Molly Crabapple schließt sich ein

Sonntag, 01. April 2012

Molly Crabapple

In gewissem Sinne war es wohl die Idee des britischen Autors Warren Ellis. Doch so ganz ernst hatte er es nicht gemeint, als er Molly Crabapple vorschlug, sich für eine Woche in einen Karton einzusperren, die Innenwände mit Kunstdruckpapier auszustatten und nicht vorher herauszudürfen, bis jede noch so kleine Ecke mit Zeichnungen bedeckt ist. Am Ende wurde es zwar kein Karton, sondern eine New Yorker Hotelsuite, doch ansonsten hielt sich die Künstlerin ganz ans Konzept. Ein verspielt bunter Bildband dokumentiert mittlerweile Mollys „Week in Hell“.

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Erster echter HUMAN CENTIPEDE entstand 1930 in Illinois

Sonntag, 05. Februar 2012

Human Centipede

Das hätte Tom Six sich vermutlich auch nicht träumen lassen. Während die Fortsetzung zu seinem weltweit erfolgreichen Horrorfilm „The Human Centipede“ den Gedanken durchspielt, wie es wohl aussähe, wenn ein besessener Fan die chirurgische Monsterfantasie des ersten Teils tatsächlich nachbauen würde, belegt ein neuaufgelegter Katalog aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts jetzt, dass Logen und Bruderschaften schon lange vor Dr. Heiter Gefallen am quälenden Spiel mit menschlichen Tausendfüßlern hatten.

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Jack Ketchum / Lucky McKee: BEUTERAUSCH (The Woman) | Buchkritik

Sonntag, 29. Januar 2012

Ob Annie Wilkes das wohl gefallen hätte? Was das Wiederbeleben eigentlich schon tot geglaubter Fantasiegestalten angeht, ist Stephen Kings leicht aus der Bahn geratene Krankenschwester bekanntlich anspruchsvoll. Gegen billige Taschenspielertricks hat sie etwas. Glaubwürdig muss es vonstatten gehen. Ein Fan von Jack Ketchum wäre sie angesichts von Sujet und Wortwahl zwar wohl nie geworden, doch wie er eine Figur seines Romans „Offspring“ (dt. „Beutegier“) behutsam aus dem Reich der Toten zurückholt, ohne dass man sich als Leser dabei über den Tisch gezogen fühlt (oder wie bei David Morrells bekanntester Schöpfung einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wird), damit hätte sie sich möglicherweise anfreunden können.

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