Cannibal Holocaust: Unzensierte Rückkehr auf US-Leinwände

08. Oktober 2014

Cannibal Holocaust

Ruggero Deodatos berüchtigte Schlachtplatte von 1980 erlebt seit Kurzem eine echte Renaissance. Mit dem großen Erfolg von „Hannibal“ hat der fiktionale Kannibalismus merklich an Popularität gewonnen und andere Produktionen wie „We are what we are“ untermauern die Attraktivität des Themas. Eine direkte Hommage an „Cannibal Holocaust“ liefert aktuell Eli Roth mit „The Green Inferno“ und lenkt damit zugleich ganz aktiv den Blick auf sein Vorbild. Der US-Verleih Grindhouse Releasing nutzt die momentane Beliebtheit für eine zweiwöchige limitierte Kinoauswertung des immer noch umstrittenen Klassikers. In Deutschland undenkbar.

Denn wie bei so vielen Titeln seiner Art ist die BPjM der Überzeugung, in Deadatos Film einen Verstoß gegen §131 StGB zu erkennen (Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewaltdarstellung bzw. Verbreitung von Medien mit derartigen Inhalten). Zweimal bereits wurde er deshalb beschlagnahmt und nichts deutet darauf hin, dass sich die Lage in näherer Zukunft ändern könnte. Selbst der offizielle Trailer des US-Verleihers ist hierzulande auf Youtube gesperrt und mit dem Vermerk versehen, „Dieses Video ist aufgrund einer Beschwerde der Regierung in deinem Land nicht verfügbar.“

Grindhouse Releasing hat erst im Juli diesen Jahres eine digital restaurierte Neuauflage des originalen Director’s Cuts veröffentlicht. Jetzt schiebt man also eine werbewirksame Kinoauswertung nach. Ironie dabei: Wann und ob Eli Roth mit einer Auswertung seiner blutige Verbeugung vor dem kontroversen Klassiker rechnen kann, ist derzeit (auch für Deutschland) noch offen. Erst vor einigen Wochen wurde der offizielle Starttermin auf unbestimmte Zeit verschoben.

[Abbildung: Grindhouse Releasing (Auszug)]

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