Cabin Fever: Remake nach Originaldrehbuch von Eli Roth

21. Oktober 2014

Cabin Fever

2002 war „Cabin Fever“ ein echter Überraschungserfolg. Clever hatte sein Macher das Prinzip des Abzählreims vom Slasher auf das Subgenre des Body Horrors übertragen, einen fleischfressenden Virus auf eine Gruppe ebenso notgeiler wie austauschbarer College-Absolventen gehetzt und damit einen passablen Hit gelandet. 12 Jahre und zwei mehr oder weniger missratene Sequels später (zuletzt „Patient Zero“) besinnt man sich nun auf die Stärken des Originals zurück und setzt ein Remake in Gang. Soweit keine Überraschung.

Für echtes Kopfschütteln sorgt hingegen der Umstand, dass Eli Roth himself als Ausführender Produzent auftritt und dabei von keinem Geringeren als Hollywoods derzeit erfolgreichstem Independent-Förderer Cassian Elwes („Dallas Buyers Club“) unterstützt wird. Und als ob das nicht schon merkwürdig genug wäre, soll dem Remake offiziellen Angaben gemäß auch noch das unveränderte Originaldrehbuch zugrunde liegen.

Travis Zariwny, bislang vor allem als Produktionsdesigner tätig („Chillerama“, „Behind the Mask“) habe „eine atemberaubende Interpretation“ des bestehenden Skripts im Kopf, und die wolle Roth unbedingt sehen. „Ich betrachte es praktisch als Neuinszenierung, wie bei einem Theaterstück“, erklärt er, „und bin gespannt, was Travis und die Schauspieler in den Film einbringen. Sie sind alle Fans des Originals und wollen einen neuen Klassiker abliefern, und ich glaube, das werden sie auch schaffen.“

Nun kann man das natürlich auch kritischer sehen, denn in erster Linie hat die Entscheidung zum Remake vermutlich mit dem Scheitern eines weiteren Sequels zu tun, das ursprünglich parallel zum dritten Teil entstehen sollte. „Halloween“ und „Hellraiser“ sind die bekanntesten Beispiele für Franchise-Pakete, die ab einem bestimmten Punkt nur noch über ein Reboot wieder sinnvolles Geld in die Kassen spülen können oder in Zukunft spülen sollen.

Ob Roth sich mit der Entscheidung, hier mitzuwirken, einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten. Sein aktueller Film „The Green Inferno“ liegt derzeit jedenfalls auf Eis und kann die Produktionskosten deshalb (durch Lizenzverkäufe) nur bedingt einspielen. Da kommt das Remake des eigenen Erstlings gerade recht, denn als Executive Producer ist Roth aller Wahrscheinlichkeit nach lediglich Auftragnehmer. Für die Wiederverwendung des Drehbuchs gibt es zudem Extratantiemen. In ökonomischer Hinsicht also keine schlechte Entscheidung.

[Abbildung: Lionsgate]

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