Blut will reden: Walter Kirn adaptiert sein eigenes Buch als TV-Mehrteiler

23. November 2014

Blood will out

1998 lernt ein aufstrebender Autor mehr oder weniger per Zufall den einflussreichen Multimillionär Clark Rockefeller kennen. Die beiden höchst unterschiedlichen Charaktere haben mehr gemeinsam als man vermuten mag und bald schon entsteht eine enge Freundschaft, die ganze zehn Jahre andauern soll – bis die Umstände offenbaren, dass sich hinter dem kunstbesessenen Finanzinvestor ein deutschstämmiger Hochstapler, Psychopath, Kindesentführer und Mörder verbirgt. Ein bisschen zuviel des Guten? Vermutlich. Doch die Geschichte ist keine Fiktion.

Der Autor heißt Walter Kirn und der vermeintliche Rockefeller büßt inzwischen eine lebenslange Haftstrafe ab. Unter dem Titel „Blood will out [dt. Blut will reden]“ hat Kirn im vergangenen März seine persönliche Aufarbeitung des Falles veröffentlicht, für die sich Sony TV schon vorab die Verfilmungsrechte sicherte. Geplant ist ein Mehrteiler nach einem Originaldrehbuch des Autors. Unterstützung bekommt er dabei von Sheldon Turner („X-Men: Erste Entscheidung“), der mit „Up in the Air“ zuvor bereits eine andere Vorlage von Kirn adaptiert und dafür eine Oscar-Nominierung erhalten hatte.

2010 war die Geschichte des unter dem Namen Christian Gerhartsreiter geborenen Kriminellen schon einmal verfilmt worden. „Who is Clark Rockefeller?“ hatte als Produktion des US-Kabelsenders Lifetime unter der Regie von TV-Routinier Mikael Salomon („Salem’s Lot“) außer Hauptdarsteller Eric McCormack („Will & Grace“) allerdings nur eine recht oberflächliche Annäherung zu bieten. Kirn tauchte in dieser Version nicht einmal als Randfigur auf.

Über seine Rolle bei der geplanten Adaption sprach der Autor vergangenen Mittwoch im Rahmen einer Buchvorstellung in Düsseldorf.

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[Abbildungen: walterkirn.com | Screencapture]

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