Facebook vs. Bettie Page | Soziales Netzwerk schließt Profil des Dokumentarfilms BETTIE PAGE REAVEALS ALL

18. Dezember 2011

Bettie Page Reveals All

Es sieht so aus, als sei Mark Zuckerbergs soziales Netzwerk kein Fan von Lingerie und sexueller Revolution. Gerade zwei Tage ist es her, dass Facebook das offizielle Profil einer Dokumentation über Pinup-Ikone Bettie Page dichtgemacht hat. Warnungen oder Beschwerden, die es den Seitenbetreibern ermöglicht hätten zu reagieren oder vermeintlich kontroverse Inhalte zu entfernen, gab es vorab keine – aber die gibt es dort nie. Mit Ausnahme des Standard-Hinweises auf einen allgemeinen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen blieb jegliche Erklärung bislang aus, und so stehen die Filmemacher nach mühevollem Aufbau einer öffentlichen Wahrnehmung ihres Projektes immer noch völlig ratlos da.

Aber vielleicht ist die ganze Angelegenheit auch nur ein unglückseliges Missverständnis. In jedem Fall wäre es nicht das erste Mal, dass die rigide (aber deshalb nicht grundsätzlich falsche) Politik der Profilsperrung durch Facebook für Kollateralschäden sorgt. Erst vor wenigen Monaten beispielsweise wurde Filmkritiker Roger Ebert ohne erkennbaren Grund und zu dessen eigener Verwunderung von jetzt auf gleich einfach aus dem Netzwerk entfernt. Nach einer öffentlichen Beschwerde und unmittelbaren Reaktionen der Presse stellte man sein Profil rasch wieder online.

Was den jetzigen Fall betrifft, so ist bereits ein großer Teil der über 13.000 Abonnenten des offiziellen Twitter-Accounts @BettiePageMovie dazu übergegangen, die unerklärte Profilsperrung mit dem Hashtag #RestoreBettiepageRevealsAll auf die virale Reise durchs Netz zu schicken. Facebook wäre also gut beraten, möglichst bald zu reagieren und damit weiteren Image-Schaden abzuwenden.

Möglicherweise war es ja der ironisch-zweideutige Titel „Bettie Page reveals all“, der die Verantwortlichen auf eine falsche Fährte gelockt hat. Bereits 1996 hatte der Oscar-nominierte und Emmy-gekrönte Dokumentarist Mark Mori („Building Bombs“) das Projekt mithilfe eines gemeinsamen Anwalts dem damals 73-jährigen, zurückgezogen lebenden Ex-Model vorgestellt und war offene Türen eingerannt. Page autorisierte die Dokumentation noch zu Lebzeiten und gab Mori ein 6-stündiges Interview, das als Off-Erzählung im fertigen Film zu hören sein wird.

Bettie Page Reveals All

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[Abbildungen: Screencaptures | Single Spark Pictures]

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