Ausstellung: Stallone zeigt sich als Maler

21. Februar 2011

Als kleiner Junge hätte er mit dem Malen angefangen, um sich vom Erlös der Bilder ein Busticket für den Heimweg von der Schule kaufen zu können. Wäre es nicht Sylvester Stallone, man würde derartiger Legendenbildung wohl keinen Glauben schenken. Dass er jetzt erstmals eine Auswahl seiner Arbeiten als Maler im größeren Rahmen einer Ausstellung präsentiert, mutet an sich schon seltsam genug an. Doch warum eigentlich nicht? Immerhin schwingt der Mann, der gerade erst mit „The Expendables“ bewiesen hat, dass sich als Action-Held auch mit 64 noch gut Kasse machen lässt, den Pinsel eigenen Angaben gemäß bereits seit 35 Jahren, und so traut er sich jetzt auch an eine breitere Öffentlichkeit. Die meisten der insgesamt dreißig Exponate im Preissegment zwischen 50.000 und 150.000 USD sind nach Galerieangaben zudem bereits verkauft.

Ende der 60er habe er ernsthaft mit dem Malen angefangen, sagt Stallone im Interview mit dem New Yorker Autor und Kunstkritiker Anthony Haden-Guest. Seine Themen entstammen vor allem der eigenen Branche. „Ich hatte dieses Paralleluniversum der Filmstars betreten, in dessen Umfeld man mich auch als Person beurteilte. Als Rambo und Rocky, als Held, meine echte Identität war eher sekundär. Das war irgendwie interessant. Ich begann also mit einer Serie von Gemälden über andere Schauspieler, die ein zweites Gesicht trugen. Ich habe ihre Erscheinungsweisen porträtiert. Und normalerweise habe ich auch immer eine Uhr in das Bild eingebaut, die zeigte, wo sich ihre Karriere gerade befand. Also wenn es zum Beispiel sechs Uhr war, hatte das Bild etwas Optimistisches an sich. Um elf oder zwölf wurde dann der Preis fällig, den diese Industrie einem abverlangt.“

Stallone gibt sich auf ironische Weise kritisch. Sein Fazit mag nicht jedem gefallen, aber bemerkenswert ist es aus seinem Mund allemal: „Wenn alles, was man macht, ständig kritisch begutachtet wird, fängt man früher oder später an, sich irgendwie anders zu verhalten. Man wird eingebildet oder asozial. Es ist sehr seltsam, was der Erfolg mit Menschen macht.“

Zu sehen gibt es Stallones Bilder vom 19. Februar bis 15. März 2011 in der Galerie Gmurzynska, St. Moritz.

[Abbildung: Stallone in front of „Untitled (michael jackson)“ | Foto: Sabine Brauer für Galerie Gmurzynska]

follow @screenread on twitter

Hinterlasse eine Antwort