Armin Mueller-Stahl bemalt Drehbuchseiten

17. August 2009

David O. Selznick soll Partituren von Max Steiner, Aussagen des legendären Hollywood-Komponisten gemäß, immer wieder gerne als Notizzettel missbraucht haben. Ob Armin Mueller-Stahl diese Anekdote bekannt war, als er sich daranmachte, sein Exemplar von Heinrich Breloers „Buddenbrooks“-Drehbuch von vorne bis hinten nach Herzenslust zu bekritzeln, wäre eine durchaus interessante Interviewfrage an den Schauspieler.

Wie sich lange Drehpausen möglichst sinnvoll überbrücken lassen, dafür hat jeder sein eigenes Rezept, und für die meisten sind sie in aller Regel bezahlte Freizeit. Von Jeff Bridges weiß man, dass er sich ganz gerne als Set-Fotograf die Zeit vertreibt und die Ergebnisse gar nicht schlecht aussehen. Armin Mueller-Stahl hat bei seinem Zwischenstopp in Deutschland vergangenes Jahr jedenfalls offenbar beschlossen, dass sich die ansonsten mehr oder weniger verschwendeten Stunden zwischen den Takes auch für andere künstlerische Betätigungen nutzen lassen. Und weil Drehbüchern ein bisschen Farbe nicht schaden kann, hat er die 357 Seiten seines Textes einfach mit Zeichnungen und Aquarellen übermalt.

Die Liebe zur Malerei ist bekanntlich keine Neuentdeckung des stets mit betont brüchigem Akzent spielenden Vorzeige-Deutschen in Hollywood (zuletzt Papst-Anwärter neben Tom Hanks in „Illuminati“). Eine Auswahl von 173 seiner Breloer-Bilder dienen jetzt als Grundlage einer Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf. Vom 15. August bis zum 27. September 2009 lassen sich dort zudem noch sechs großformatige Arbeiten des Schauspielers betrachten. Wem das immer noch nicht genug ist, der kann zum begleitenden Kunstbuch greifen. Auf 290 Seiten finden sich hier 140 der Drehbuchübermalungen in Originalgröße abgebildet.

Armin Mueller-Stahl - Übermalungen eines Drehbuchs - Ausstellung im NRW-Forum

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