Archiv für März 2018

Ghost Wars | Garantiert gruselfrei: Syfy-Serie ist Stephen King ultra-light

Sonntag, 25. März 2018

Ghost Wars

[Lesedauer: ca. 2:20 Minuten]

Das größte Problem am nicht nachlassenden Serienwahn ist die begrenzte Lebenszeit des Konsumenten. Als Showrunner muss man alles daran setzen, ihr ein möglichst großes Stück abzuringen – und das bestenfalls über mehrere Staffeln hinweg. Gar nicht so einfach, denn wer kann schon alles wegbingen, was da praktisch wöchentlich auf dem Markt erscheint und die volle Aufmerksamkeit verlangt? Bei Netflix glaubt man (angeblich), der Herausforderung mit Verschlagwortung und Useranalyse beizukommen. Andere setzen auf eine mehr oder weniger ausgewogene Balance aus Originalität und Gutbewährtem. Schlimmstenfalls kommt lauwarme Ware dabei herum. „Ghost Wars“, eine Produktion des Syfy-Channels, ist dafür ein echtes Vorzeigebeispiel.

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Good Time | Filmkritik: Murphy’s Law

Mittwoch, 14. März 2018

Good Time

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Man mag von Robert Pattinson ja halten, was man will, aber dass er es sich karrieretechnisch einfach machen würde, dürfte ihm niemand ernsthaft unterstellen. Denn während so mancher seiner Kollegen nicht schnell genug auf den Marvel-Zug aufspringen kann, sucht sich der gerade mal 31-jährige Engländer lieber Independent-Produktionen aus, die ihn schauspielerisch herausfordern, und bei denen er auch nichts dagegen hat, mal nur eine Nebenrolle zu spielen. Cronenberg, Herzog, Corbijn finden sich in seiner Filmographie, für „Die versunkene Stadt Z“ machte er sich fast unsichtbar, „The Childhood of a Leader“ (2015) kämpft immer noch mit dem Weltvertrieb. „Good Time“ bildet in dieser Reihe bemerkenswerter Entscheidungen jenseits eines breiten Zuschauergeschmacks keine Ausnahme.

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The Secret Man | Filmkritik: Whistleblowing

Montag, 05. März 2018

The Secret Man

[Lesedauer: ca. 2:00 Minuten]

Es ist für Amerika eine gute Zeit, um an aufrechte Frauen und Männer zu erinnern, die sich dem Druck antidemokratischer Kräfte in der eigenen Regierung entgegengestellt und damit nicht selten ihre Existenz aufs Spiel gesetzt haben. Gerade erst erzählt Steven Spielberg in „The Post“ eine solche Geschichte und erinnert gegen Ende in einem Atemzug an „All the President’s Men“, jenen Klassiker des politischen US-Kinos von 1976 über den Watergate-Skandal und dessen Protagonisten. Einer davon heißt dort lediglich „Deep Throat“ (damals Hal Holbrook), nach dem gleichnamigen Pornofilm, der die Nation mindestens so erschütterte wie die Verwicklung ihres Präsidenten in die Abhör-Affäre. Seinen echten Namen erfuhr die Öffentlichkeit erst 2005 und vergaß ihn auch gleich wieder. Dabei ist er in der Sache bis heute einer der bekanntesten Whistleblower nach Edward Snowden.

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Altered Carbon | Ich ist ein anderer: Netflix macht sich unsterblich

Samstag, 03. März 2018

Altered Carbon

[Lesedauer: ca. 2:50 Minuten]

Gegen Ende des 24. Jahrhunderts ist der alte Cartesische Leib-Seele-Dualismus endgültig ad acta gelegt. Die eigene Persönlichkeit lässt sich auf eine Art Speicherstick herunterladen und beliebig in einen neuen Körper einsetzen, wenn der alte ausgedient hat. In der Welt von „Altered Carbon“ heißen diese beiden Elemente „Stack“ und „Sleeve“, aber am Ende sind das auch nur Vokabeln. Ohne Haken ist diese ziemlich vereinfachte Form der Metempsychose allerdings nicht. Denn wo die Schere zwischen Arm und Reich besonders weit aufgeht, müssen die weniger gut Betuchten leider mit den Körpern auskommen, die gerade zur Verfügung stehen – und da kann der Stack eines verstorbenen Kindes schon mal im Sleeve eines alternden Erwachsenen wiederkehren. Geschlechtswechsel inklusive.

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