Archiv für Februar 2018

American Assassin | Filmkritik: The Boring Legacy

Mittwoch, 28. Februar 2018

American Assassin

[Lesedauer: ca. 2:20 Minuten]

Seitdem er dank „Birdman“ in der allgemeinen Wahrnehmung wieder zu Hollywoods A-Liste gehört, hat Michael Keaton eine Reihe guter Entscheidungen getroffen, auch wenn nicht alle davon auf ein breiteres Publikum gestoßen sind (etwa „The Founder“). Dazu gehört zwar ein gutes Gespür, aber so ganz ohne Glück kommt man trotzdem nicht aus. Während der Dreharbeiten zu „American Assassin“ jedenfalls mag Keaton irgendwann aufgegangen sein, dass er hier eher danebengegriffen hat, und weil es da sowieso schon zu spät war und gerade eine alberne Dosis Torture Porn auf dem Plan stand, hat er möglicherweise die Chance genutzt, sich einfach mal in hemmungslosem Overacting auszuprobieren. Passiert den Besten.

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Rose McGowan: Brave | UK-Ausgabe deutlich kürzer als US-Fassung

Dienstag, 27. Februar 2018

Rose McGowan

[Lesedauer: ca. 1:20 Minuten]

Bis am 3. April die deutschsprachige Version von Rose McGowans vieldiskutierter Autobiographie erscheint, bleibt dem interessierten Leser hierzulande nur der Griff zur Originalausgabe. Wer sie im Buchhandel oder bei einem einschlägigen Online-Dienstleister bestellt, wird in aller Regel eine Ausgabe von Harper Collins UK bekommen und sich nicht weiter darüber wundern. Dass er eigentlich jedoch lieber die für den US-Markt bestimmte Fassung lesen würde, davon weiß er nichts. Zwischen beiden Versionen gibt es nämlich erhebliche Unterschiede.

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Rose McGowan: Brave | Alice im Traumaland

Sonntag, 18. Februar 2018

Rose McGowan | Brave

[Lesedauer: ca. 12:50 Minuten]

Für das kollektive (popkulturelle) Gedächtnis war Rose McGowan lange Zeit vor allem zweierlei: Das blonde Mädchen, das im ersten Film der „Scream“-Reihe auf fatale Weise im Garagentor steckenbleibt, und das brünette Starlet, das auf dem Red Carpet der MTV Awards in nichts als einem Netzkleid posiert. Beide Momente sind mit zwei der wenigen Männer verbunden, die in „Brave“, ihrer mit Wut, Blut und Tränen in die Tasten gehämmerten Autobiographie, vergleichweise gut davonkommen: Wes Craven und (mit Einschränkungen) Marilyn Manson. Ansonsten liest sich das schwer erträgliche und ebenso schwer aus der Hand zu legende Buch wahlweise wie ein misogyner Entwicklungsroman aus der Hölle, eine Urban-Horror-Version von „Alice im Wunderland“ oder ein perverses Videospiel über Macht und Missbrauch mit multiplen Endgegnern auf jedem Level.

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