Archiv für August 2017

The Promise – Die Erinnerung bleibt | Filmkritik: Genozid ist Genozid ist Genozid

Sonntag, 20. August 2017

The Promise

[Lesedauer: ca. 3:00 Minuten]

Hier kommt der feuchte Traum eines jedes Filmproduzenten: Ein milliardenschwerer Gönner greift in die Portokasse und stellt mal schnell 90 Millionen Dollar für sein eigenes Wunschprojekt bereit. Da überlegt man nicht lange, sondern gibt ein Drehbuch in Auftrag, sucht sich Cast und Crew zusammen, sichert sich zugkräftige Namen und lässt die Kameras laufen. So oder ähnlich geschehen im Fall von „The Promise“, einem der größten Kassenflops des ersten Halbjahres 2017. Kirk Kerkorian, einstiger Eigner von MGM, Hauptaktionär von Chrysler und mächtiger Strippenzieher in Las Vegas, hatte sich einen Film über den armenischen Völkermord gewünscht und dafür nahezu das gesamte Budget zur Verfügung gestellt. Das fertige Produkt bekam er zwar nicht mehr zu sehen, verstarb im Juni 2015 aber zumindest mit dem sicheren Wissen, dass sein Wunsch in Erfüllung gehen würde.

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Stark – The Dark Half | Ungeschnittene Neuauflage mit zahlreichen Extras

Sonntag, 13. August 2017

Stark - The Dark Half

[Lesedauer: ca. 3:00 Minuten]

Als George A. Romeros Stephen-King-Verfilmung 1993 arg verspätet in die Kinos kam, war Orion bereits pleite. Panisch angeordnete Nachdrehs hatte das klamme Studio schon kaum mehr finanzieren können. Die finalen CGI-Shots sahen verdächtig nach Atari ST aus und weil für eine Orchestereinspielung kein Geld übrig war, musste die Musik von Christopher Young aus bestehenden Versatzstücken zusammengebastelt werden. An den Kinokassen ging der Film dank einer halbgaren Marketingkampagne praktisch unter und geriet schnell in Vergessenheit. Gut also, dass eine aktuelle Neuauflage von OFDb Filmworks jetzt daran erinnert, wie sehenswert dieser seltsame Doppelgänger-Horror tatsächlich ist – und dabei die Frage aufwirft, warum er in Deutschland immer noch auf dem Index steht (oder dort überhaupt landen konnte) [1].

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A Cure for Wellness | Filmkritik: Wassertreten in der Schweiz

Samstag, 05. August 2017

A Cure for Wellness

[Lesedauer: ca. 3:20 Minuten]

Da ist er wieder, der Zweidrittelfilm, jenes Bewegtbildpendant zu saurer Milch, das über lange Zeit extrem vielversprechend daherkommt, Klischees gekonnt umschifft, manchmal gar eine echte Offenbarung erhoffen lässt, nur um dann gegen Ende umso gründlicher in haarsträubenden Nonsens umzukippen. Leider, leider gehört auch Gore Verbinskis („The Ring“) extrem ambitionierte und mit rund 2 ½ Stunden Laufzeit überlange Rückkehr in die Gefilde des Horror-Genres zu diesem Typus herber Enttäuschungen, wie sie nur die erzählenden Künste zu bieten haben. Ob das Studio interveniert hat? Ob schlimme Testvorführungen die Schuld tragen? Ob noch mindestens drei Enden hinzugefügt wurden? Wir wissen es nicht. Schockierender als der Film selber jedenfalls wäre die Erkenntnis, dass hier in Wahrheit überhaupt niemand dazwischengefunkt hat. Schwer vorstellbar, aber keineswegs ausgeschlossen.

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