Archiv für Juli 2017

Valerian: Die Comic-Vorlage zum Film von Luc Besson in neuer Edition

Freitag, 28. Juli 2017

Valerian | Comic-Verlage | Filmausgabe

[Lesedauer: ca. 1:50 Minuten]

Luc Besson ruht in sich. Die katastrophalen Einspielergebnisse, die „Valerian“ in den USA am Startwochenende hinlegte, sind nur eine Seite der Medaille. Die andere ist die Tatsache, dass der Film nach all den Jahren der Vorarbeit überhaupt existiert und daran niemand mehr etwas ändern kann – so sein Statement kürzlich in einem Interview mit BBC Radio 5 [1]. Schon als 10-Jähriger sei er den Comics aus der Feder von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières verfallen gewesen, doch erst letzterer (und zwar anlässlich seiner Designarbeiten für „Das fünfte Element“) habe ihn auf die Idee einer Verfilmung gebracht. Was aus dem Leseerlebnis aus Kindheitstagen geworden ist, lässt sich nun zwar auf der Großleinwand begutachten, doch erst ein Blick auf die Vorlagen komplettiert das Bild. Eine Sonderausgabe zum Kinostart macht es einem da leicht.

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Valerian – Die Stadt der tausend Planeten | Filmkritik: Zwei von 17 Millionen

Freitag, 21. Juli 2017

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

[Lesedauer: ca. 4:30 Minuten]

Luc Besson hat diesen (so heißt es) aktuell teuersten europäischen Film überhaupt ganz alleine finanziert. Das heißt: ohne eines der großen Studios im Rücken. Wie man das bei Independent-Produktionen eben so macht, hat er schickes Anschauungsmaterial erstellt, den Flieger nach Cannes bestiegen und die weltweiten Vertriebsrechte vorab Stück um Stück an den Mann gebracht. Damit war der Löwenanteil des Budgets von runden 200 Millionen Euro zusammengetragen und das lange verfolgte Lieblingsprojekt gesichert, ohne dass sich irgendein Anzugträger aus der Chefetage inhaltlich würde einmischen können. Grund genug, dem Film allen erdenklich Erfolg zu wünschen. Grund genug auch, ihn wirklich, wirklich mögen zu wollen, doch (und hier stelle man sich einen tiefen Seufzer vor) genau das macht er einem nicht gerade leicht.

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Viral | Filmkritik: Teenage Wildlife

Montag, 17. Juli 2017

Viral

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Diese leicht verspätet in Deutschland angekommene Blumhouse-Produktion hat eine lange Historie hinter sich. Sie reicht nämlich zurück bis ins Jahr 1968 – so wie jede moderne Zombiegeschichte, egal ob als Film, Roman, Kurzgeschichte, Game oder TV-Serie. Vermutlich wüsste die Popkultur gerade mal nur am Rande, was genau Zombies sind, hätte nicht George A. Romero sie mit „Night of the Living Dead“ quasi erst in ihrer uns bekannten Form erfunden. Nur wenige Stunden vor Verfassen dieses kleinen Textes ist der Meister der Untoten im Alter von 77 Jahren verstorben, und so kann kein Gedanke naheliegender und angemessener sein, als der eben aufgezeigte, wenn es um einen Film wie diesen hier geht, dessen thematisches Umfeld, dessen Abläufe und unausgesprochenen Regeln uns heute so selbstverständlich erscheinen und doch ohne Romeros ultimative Blaupause kaum existieren würden.

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Das Kindermädchen [The Guardian] | Hexenhorror von William Friedkin erstmals in legaler Uncut-Fassung auf dem deutschen Markt

Donnerstag, 13. Juli 2017

Das Kindermädchen [The Guardian]

[Lesedauer: ca. 3:20 Minuten]

Es sei der erschreckendste Film, den er je gesehen habe, gab William Friedkin vor zwei Jahren enthusiastisch zu Protokoll und meinte damit „The Babadook“, den viel umjubelten Erstling der bis dato völlig unbekannten Jennifer Kent. Das war ein ziemlicher Ritterschlag, denn schließlich ist genau dasselbe vier Jahrzehnte lang immer wieder über „The Exorcist“ gesagt worden, seinen eigenen Beitrag zum cineastischen Horrorkanon, und Friedkin ging in der Folge gar so weit, öffentliche Screenings seines neuen Lieblingsfilms abzuhalten. Nicht bekannt ist, ob er dabei irgendwann an seinen 1990er Kassenflop „The Guardian“ gedacht hat, von dem sich Kent ein besonders einprägsames Requisit abgeschaut haben könnte: das Popup-Buch des Grauens.

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SoundTrack_Cologne 2017: Bruce Broughton erhält Lifetime Achievement Award

Dienstag, 11. Juli 2017

Bruce Broughton | SoundTrack Cologne 14

[Lesedauer: ca. 1:30 Minuten]

Im mittlerweile 14. Jahr hat sich der Kölner Filmmusik-Kongress mit der seltsamen Schreibweise für die Vergabe des Ehrenpreises erstmals einen lupenreinen Mainstream-Komponisten aus Hollywood ausgesucht. Dagegen ist nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil: Nach einer langen Phase fast ausnahmsloser Konzentration auf hiesige Größen wie Irmin Schmidt, Peter Thomas, Christian Bruhn oder Eberhard Schoener kann man die Öffnung in Richtung Übersee nur begrüßen. Eine Umorientierung deutete bereits die vorjährige Auszeichnung von Cliff Martinez an. Jetzt also Bruce Broughton.

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The Dark Half: George A. Romeros Stephen-King-Verfilmung weiterhin auf dem Index

Donnerstag, 06. Juli 2017

Stark - The Dark Half | OFDb Filmworks

[Lesedauer: ca. 1:00 Minute]

Während Spitzenvertreter der AfD hierzulande offenbar konsequenzlos über ihre Pläne zur Gleichschaltung der Presse schwadronieren dürfen, gilt George A. Romero für die BPjM immer noch als übler Jugendgefährder. „Dawn of the Dead“ etwa steht bis heute – über vier Jahrzehnte später und ungeachtet zahlloser filmwissenschaftlicher Auseinandersetzungen – auf dem Index. Nicht anders steht es um „The Dark Half“, die 1993er Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Stephen King, die OFDb Filmworks am 07. Juli als aufwendiges Mediabook mit jeder Menge Extras neu veröffentlicht.

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Shakespeare für Anfänger [The Carer] | Filmkritik: 2B or not 2B

Mittwoch, 05. Juli 2017

Shakespeare für Anfänger | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:40 Minuten]

Wer immer noch nicht genug hat von der Paarung knurriger Patienten im Rollstuhl und durchsetzungsfähiger Pflegekräfte, die nach der einen oder anderen Auseinandersetzung begreifen, dass sie eigentlich Seelenverwandte sind, bekommt hier Nachschub. Keine lustige Männerfreundschaft diesmal („Ziemlich beste Freunde“), keine tragische Romanze („Ein ganzes halbes Jahr“), sondern so etwas wie das Surrogat einer Vater-Tochter-Beziehung, auch wenn der Altersunterschied dafür viel zu groß ist. Ästhetisch bewegt sich „The Carer“ auf dem Niveau sonntäglicher Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen im ZDF, aber weil Brian Cox die Hauptrolle spielt (und Roger Moore hier einen seiner letzten Auftritte hat), lässt sich diese britisch-ungarische Co-Produktion nicht einfach so ignorieren.

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