Archiv für April 2017

Song to Song | Filmkritik: Streuner im Licht

Freitag, 28. April 2017

Song to Song

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

„You get used to drifting“, heißt es einmal aus dem Off. Da sind bereits weit über 90 Minuten vergangen und die Figuren haben sich ausgiebig treiben lassen, sind ziellos umeinander hergestreift, haben viel ins Leere, auf den Boden und in den Himmel geblickt, Bedeutungsschwangeres gedacht (Bekenntnisse etwa wie „I love pain, it feels like life“) und wenig miteinander geredet. Erlesen sind die lichtzeichnerischen Bilder (Emmanuel Lubezki, „The Revenant“), teuer die Schauspieler (Fassbender, Gosling, Mara, Portman, Blanchett). Dafür ist die Handlung umso dünner und fällt über weite Strecken eher assoziativ als narrativ aus. Nichts davon muss einen wundern, denn wir befinden uns in einem Film von Terrence Malick.

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The Founder | Filmkritik: Bigger Business

Donnerstag, 20. April 2017

The Founder | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 3:50 Minuten]

Höhere Effizienz steigert den Umsatz. Um das zu begreifen, braucht man keine Unternehmensberatung zu beschäftigen. Wenn Ray Kroc uns gleich zu Beginn einen Spezialmixer schmackhaft macht, mit dem sich binnen kürzester Zeit eine größere Anzahl Milkshakes zubereiten lässt, leuchten seine Augen hell und seine Argumente unmittelbar ein. Mehr Shakes, mehr Kunden, mehr Umsatz. Aber Amerika ist noch nicht so weit. Denn während wir dem smarten Handlungsreisenden seinen Mixer eigentlich direkt abkaufen wollen, beißt er bei den schlechtgelaunten Betreibern verschlafener Drive-Ins, die er landesweit abklappert, regelmäßig auf schwer verdaulichen Granit. Great sieht anders aus.

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The Missing (2014) | Rückkehr nach Eden: Beklemmender BBC-Mehrteiler

Mittwoch, 19. April 2017

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Bei aller Schelte, die das ZDF immer wieder von uns abbekommt (zuletzt hier und hier), muss auch mal Lob drin sein. Denn zumindest beim Einkauf fremdsprachiger Serien machen die Mainzer in der Regel eine Menge richtig. Aktuelles Beispiel ist die 8-teilige BBC-Produktion „The Missing“, die ab dem 23. April jeweils sonntagabends in Doppelfolge ausgestrahlt wird. Parallel erscheint die fesselnde Entführungsgeschichte mit James Nesbitt („Der Hobbit“) bereits zwei Tage früher auf DVD und Blu-ray. Das Geschäftsmodell möge ein anderer erklären.

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Blochin: ZDF verzichtet endgültig auf zweite Staffel

Mittwoch, 12. April 2017

Blochin | Keine zweite Staffel

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Als gestern die Pressemitteilung in den Redaktionen eintrudelte, wird sich so mancher verwundert die Augen gerieben haben. Das ZDF, so heißt es da, drehe derzeit das „Finale“ eines Fünfteilers, den die meisten vermutlich schon wieder vergessen haben. „Blochin“ von Matthias Glasner sollte 2015 der erste großangelegte Versuch der Mainzer sein, den deutschen Serienmarkt mit modernen Erzählformen amerikanischer Prägung aufzumischen. So überzeugt waren die Verantwortlichen vom Endprodukt, dass bereits vor TV-Ausstrahlung in der Primetime eine zweite Staffel in Auftrag gegeben wurde. Deren Schicksal ist nun besiegelt. Sie wird nicht stattfinden.

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Akte X: Audiobook-Prequel mit den Stimmen von David Duchovny und Gillian Anderson

Dienstag, 11. April 2017

The X-Files: Cold Cases | Audiobook

[Lesedauer: ca. 1 Minute]

Wer die Lücke zwischen dem zweite Kinoausflug der „X-Files“ und dem 2016er Reboot schon immer als schmerzhaft oder (je nach persönlicher Gewichtung) ärgerlich empfunden hat, kann aufatmen. Ein Prequel-Sequel soll jetzt Antworten liefern – wenn auch nur als Audiobook. Immerhin: Gesprochen werden die Figuren von den Originaldarstellern, was die Produktion vergleichsweise kostenintensiv ausfallen lassen dürfte. Angesichts des anhaltenden Kultes um die beliebte Serie sollte das allerdings irrelevant sein. Wann Scully und Mulder auch auf die TV-Bildschirme zurückkehren, ist derzeit noch offen.

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Shut in | Filmkritik: Klischee im Schnee

Sonntag, 09. April 2017

Shut in | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 1:30 Minuten]

Das Phänomen des 2/3-Films gehört zu den besonders ärgerlichen Fällen von Zeitverschwendung. Es definiert sich dadurch, dass die ersten rund zwei Drittel durchaus sehenswert, vielversprechend, manchmal gar außergewöhnlich ausfallen, während sich das letzte Drittel (in der Regel dank eines absurden Twists) völlig unerwartet in haarsträubenden Mist verwandelt. Nicht selten sind dafür Testscreenings verantwortlich bzw. die panische Reaktion der Studios auf eben diese (klassischer Fall: „Sliver“). Manchmal liegt die Schuld aber auch einfach nur am Drehbuch. Ein Vorzeigebeispiel für letztere Variante bietet dieser frustrierende Thriller aus dem Wunderreich der Logiklöcher.

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Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik: Karaoke und Holographie

Mittwoch, 05. April 2017

Ghost in the Shell (2017) | Filmkritik

[Lesedauer: ca. 2:30 Minuten]

Vergessen wir einmal für einen Moment die leidige Whitewashing-Debatte, denn Hand auf’s Herz: Wer hätte schon gerne auf den Anblick von Scarlett Johansson im Nude-Look eines hautengen Latex-Anzuges verzichtet? Eye-Candy liefert der Film aber auch unabhängig von seiner Hauptdarstellerin, und zwar in jeder Einstellung und über die volle Distanz hinweg. Kaum möglich, sich an den betörenden CGI-Welten sattzusehen, die einen völlig vereinnahmen – urbaner Futurismus, wie man ihn vielleicht seit „Blade Runner“ nicht besser gesehen hat. Damit sind aber leider auch schon fast alle Stärken dieser ersten Realversion des einflussreichen Mangas benannt. „Ghost in the Shell“ ist eine visuell makellose Oberfläche ohne nennenswerte Tiefe.

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Doctor Who – Der Film | Deutsche Synchronfassung nach fast zwei Jahrzehnten wieder erhältlich | Erstveröffentlichung auf DVD und Blu-ray

Sonntag, 02. April 2017

Doctor Who - Der Film

1996 war ein gutes Jahr für Whovians: Nach 26 erfolgreichen Jahren hatte die BBC 1989 beschlossen, die bis heute langlebigste Scifi-Serie der TV-Geschichte einzustellen. Andere Erfolgsformate hatten den Markt übernommen (ganz vorne: „Star Trek: The Next Generation“), mit deren Quoten wie Produktionswerten es „Doctor Who“ einfach nicht aufnehmen konnte. Aber vielleicht war so mancher Verantwortliche des Formates auch einfach überdrüssig und wollte sich einiger Altlasten entledigen. Keinen Überdruss jedenfalls empfanden die Fans, für die der berühmteste Zeitreisende neben Marty McFly in Fanzines, Büchern und Comics munter weiterlebte. Einer dieser Fans: TV-Produzent Philip Segal. Ganze sieben Jahre kämpfte er hartnäckig für eine Wiederbelebung. Am Ende gelang ihm ein Kompromiss in Form eines rund 90-minütigen Fernsehfilms.

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