Archiv für Juli 2016

Star Trek: Beyond | Filmkritik: Public Enemy in Outer Space

Sonntag, 31. Juli 2016

Star Trek: Beyond

Bei James T. Kirk ist die Luft raus. Unendliche Weiten zu erforschen ist Sisyphusarbeit, ein Ende nicht abzusehen (wegen unendlich). Kurz vor seinem Geburtstag brütet der Captain der USS Enterprise eine handfeste Midlife-Crisis aus. Sogar über einen Wechsel in den Innendienst denkt er nach! Dramaturgisch hilft da nur noch eine übelgelaunte Wende des Schicksals, hier in Form eines havarierten Raumschiffs, das geborgen werden muss, weil es noch Überlebende gibt. Flugs erweist sich die vermeintliche Routinemission jedoch als gemeiner Trick eines bis dato unbekannten Schurken, der Kirk & Crew unter heftigen Beschuss nimmt und auf einem fremden Planeten in alle Winde zerstreut. Ruhestand ausgesetzt.

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Zombies im Bundesinnenministerium: Killerspiel-Debatte von den Toten auferweckt

Mittwoch, 27. Juli 2016

Killerspieldebatte: Gamescom

Thomas de Maizière ist allem Anschein nach kein Freund gut recherchierter Fakten. Erst kürzlich glänzte der Bundesinnenminister mit der vermeintlichen Erkenntnis, dass in Deutschland ganze 70 Prozent der Asylbewerber unter 40 im Vorfeld einer Abschiebung krank geschrieben würden. Die Zahl war allerdings völlig aus der Luft gegriffen (man könnte auch sagen: frei erfunden) bzw. in den Worten des Betreffenden: ein „Erfahrungswert“ ohne statistische Grundlage. Als Erklärung für den Münchner Amoklauf holte er jetzt die alte Killerspieldebatte wieder aus der Mottenkiste und verzichtete erneut auf lästige Wahrheitskriterien.

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Kaputtinszeniert: Hidden in the Woods | Original vs. Remake

Samstag, 16. Juli 2016

Hidden in the Woods (2012)

Kontroverser als das 2012er Spielfilmdebüt des Chilenen Patricio Valladares wurde im Horrorkino des letzten Jahrzehnts allerhöchstens noch „The Human Centipede“ diskutiert. Doch wo die Chirurgen-Farce von Tom Six gut und gerne auch als absurde Komödie durchgehen kann, besinnt sich „En las afueras de la ciudad“ in aller Konsequenz auf die Wurzeln des klassischen Exploitationfilms und lässt dabei keinen Raum für Augenzwinkern und Sonnenschein. Michael Biehn gefiel das radikale Gemenge aus Gewaltsex, Blut und Mysogynie so gut, dass er seinem Macher direkt nach der Weltpremiere auf dem kanadischen Fantasia-Festival ein Remake aus den Rippen leierte. Das hätte er allerdings besser gelassen.

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