Archiv für Februar 2016

Eat | Filmkritik: Du bist, was du isst

Sonntag, 28. Februar 2016

Eat

„Eat your heart out“, empfiehlt Tracy der erfolglosen Mitbewerberin ziemlich abschätzig über die Schulter hinweg. Dann schließt sich die Tür zum Vorsprechtermin hinter ihr. Tracy bekommt die Rollen, denen Novella trotz unbestreitbarem Talent, makellosem Äußeren und einem Namen, nach dem sich jeder Filmstar alle zehn Finger lecken würde, seit nunmehr drei Jahren vergeblich hinterher läuft. Nichts gelingt ihr, obwohl sie jeden Tag um Punkt Sieben die Augen aufschlägt, um sich für die nächsten Auditions aufzuhübschen. Da kann man schon mal nervös an den blutrot lackierten Nägeln kauen. Und auf den Geschmack kommen.

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Rabid: Soska-Schwestern drehen Remake des Cronenberg-Klassikers | TV-Serie in Planung

Freitag, 26. Februar 2016

Rabid

Jen und Sylvia Soska, auch bekannt als „Twisted Twins“, tragen seit ihrem Body-Modification-meets-Rape/Revenge-Thriller „American Mary“ den Ruf echter Hoffnungsträger des zeitgenössischen Indie-Horrorkinos. So richtig gerecht sind sie der Erwartungshaltung seit 2012 bislang allerdings nur sehr eingeschränkt geworden. Zwei eher durchschnittliche Produktionen für die WWE Studios (die in erster Linie der Weitervermarktung populärer Wrestling-Stars dienten) und die Moderation einer Horror-Gameshow konnten allenfalls bedingt begeistern. Mit einem Remake des David-Cronenberg-Klassikers „Rabid [dt. Der brüllende Tod]“, bei dem sie laut Variety die Regie übernehmen, könnte sich das Blatt jetzt wenden.

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Termite Terrace: Joe Dante durfte keinen Film über Warners Animationsstudio drehen

Dienstag, 23. Februar 2016

„Termite Terrace“ war der wenig ruhmvolle Spitzname der Animationsabteilung von Warner Bros der 1930er Jahre, ursprünglich benannt nach dem viel zu kleinen Produktionsgebäude, in das man Tex Avery und sein Team aus Platzmangel verfrachtet hatte. Seine Freundschaft mit „Looney Tunes“-Regisseur Chuck Jones hatte „Gremlins“-Macher Joe Dante (der selber gerne Comic-Zeichner geworden wäre) in den frühen 90ern auf die Idee gebracht, einen Film über die Cartoonmeister des Studios dieser Zeit zu drehen.

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Omnívoros – Das letzte Ma(h)l | Filmkritik: Elitär ist verboten lecker

Montag, 22. Februar 2016

Omnivoros

Supper-Clubs, die elitäre Art, in privaten Räumlichkeiten Restaurant zu spielen, sind seit einer Weile auch in Deutschland ein zunehmend populäres Thema. Der Clou dabei ist, dass man nicht für Freunde und Verwandte serviert, sondern für gänzlich fremde Gäste. Bezahlt wird per freiwilliger Spende, damit sich der Betreiber die gastronomische Lizenz sparen kann. Einladungen erfolgen per per Mund-zu-Mund-Propaganda oder über die sozialen Medien. Bei „Omnívoros“ (etwa: Allesfresser), einem kleinen spanischen Thriller von 2013, geht es allerdings um die gänzlich geheime Variante, von der nur Eingeweihte wissen. Über sie soll Restaurantkritiker Marcos Vela einen Beitrag, vielleicht sogar ein ganzes Buch schreiben. Hätte er doch nur die Finger davon gelassen!

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Red Carpet Rampage: Online-Game schickt Leonardo DiCaprio auf Oscar-Jagd

Sonntag, 21. Februar 2016

Red Carpet Rampage: Leonardo DiCaprio auf Oscar-Jagd

Noch eine Woche bis zu den Oscars – ob Leonardo DiCaprio für „The Revenant“ diesmal endlich mit einem der Goldjungen heimgeht? Wer ihn aktiv unterstützen will, kann mit einem schicken Retro-Onlinegame namens „Red Carpet Rampage“ zumindest so tun als ob. Aber Vorsicht, Lady Gaga könnte sich einem auf dem roten Teppich in den Weg stellen und Kollegen wie Michael Fassbender und Matt Damon sind ebenfalls scharf auf den begehrten Award. (Link: www.redcarpetrampage.com)

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Sam Raimi dreht Horrorclip für Chevrolet

Dienstag, 16. Februar 2016

Sam Raimi dreht Horrorclip für Chevrolet

Mit „House of Cards“, „The Big Short“ und gerade erst „Deadpool“ wird das Durchbrechen der vierten Wand zur echten (zunehmend nervigen) Modeerscheinung. Sam Raimi („Evil Dead“) versucht in einem neuen, als Horror-Kurzfilm angelegten Werbespot für Chevrolet eine augenzwinkernde Variante und lässt ausnahmsweise mal die Zuschauer eingreifen. Anschauen kann man sich den Clip hier.

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How to catch a Monster (Digging up the Marrow) | Filmkritik: Adam Green geht in den Untergrund

Donnerstag, 11. Februar 2016

How to catch a Monster (Digging up the Marrow)

Um die Welt zu erklären, brauchen wir Monster. So jedenfalls sieht es Guillermo del Toro in der wunderbaren neuen Dokumentation „Creature Designers: The Frankenstein Complex“. Für Filmemacher Adam Green ist es jedoch weniger ein philosophisches Bedürfnis als vielmehr das Wahrwerden eines feuchten Fanboy-Traums, der ihn an das glauben lässt, was ihm der ehemalige Polizeibeamte William Dekker da weismachen will: Jahrelange Recherchen hätten ihn auf die Spur eines Zugangs zu einem unterirdischen Reich derer geführt, die ihrer äußeren Missgestaltung wegen in unserer Gesellschaft nicht willkommen seien. Und ja, wenn man unbedingt wolle, mag man sie eben auch Monster nennen.

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The Day the Clown cried | Eric Friedler entlockt Jerry Lewis ein Interview und zeigt Rohmaterial des Originalfilms

Dienstag, 09. Februar 2016

Der Clown | The Day the Clown cried | Jerry Lewis

Filmhistorisch hat das, was die ARD da am 3. Februar im späten Abendprogramm versteckt hat, durchaus Sensationscharakter. Vor der Kamera von Dokumentarfilmer Eric Friedler („Das Schweigen der Quandts“) äußert sich der mittlerweile 89-jährige Jerry Lewis erstmals ausführlich zum größten Tiefpunkt seiner Karriere, jenem Sonderfall cineastischen Schaffens, den trotz (weitestgehender) Fertigstellung bis heute praktisch niemand je zu sehen bekommen hat. „The Day the Clown cried“ gehört zu den großen Mythen des Nachkriegskinos und Friedlers knapp 2-stündige Spurensuche bemüht sich nach Kräften darum, neben der Aufarbeitung zahlreicher längst bekannter Hintergründe auch einen groben Eindruck des unveröffentlichten Werks zu ermöglichen.

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In Memoriam: Haro Senft (1928 – 2016)

Montag, 08. Februar 2016

Haro Senft

Der 1928 in Budweis geborene Haro Senft gehörte zu den ersten, vielleicht aber auch am meisten übersehenen deutschen Autorenfilmern. Bereits 1954 betrieb er unter dem Namen „Bohême Film“ eine eigene, gänzlich unabhängige Produktionsgesellschaft. Seine Dokumentation „Kahl“ über den Bau des ersten Atomkraftwerks in der BRD war 1961 der erste deutsche Kurzfilm, der eine Oscarnominierung erhielt.

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Erste Bilder von Dieter Laser am Set von Rehepapp (Jesus’ Blood and Red Currants)

Mittwoch, 03. Februar 2016

Dieter Laser | Rehepapp (Jesus Blood and Red Currants)

Vergangenen November stand der deutsche Film- und Theaterveteran Dieter Laser („Die verlorene Ehre der Katharina Blum“) vor der Kamera der estnisch/holländisch/polnischen Co-Produktion „Rehepapp (Jesus’ Blood and Red Currants)“. Laut offiziellen Angaben „eine Mischung aus Magie, schwarzem Humor und romantischer Liebe“, beruht die Bestsellerverfilmung von Regisseur und Fassbinder-Verehrer Rainer Sarnet auf einer Vorlage des Fantasy- und Kinderbuchautors Andrus Kivirähk. Auf der offiziellen Facebook-Seite des Films gibt es nun die ersten Stills und Setbilder zu sehen, die Laser in der Rolle eines deutschen Gutherrn zeigen. Monochrom und kontrastreich versprechen sie einen radikalen Gegenentwurf zu seinem grell-überzeichneten Auftritt in „The Human Centipede: Final Sequence“ aus dem Vorjahr – eine gute Gelegenheit, das immens breite Spektrum dieses Schauspielers in Augenschein zu nehmen.

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