Archiv für November 2015

Victoria | Filmkritik: 138 Minuten Berlin

Freitag, 20. November 2015

Victoria

Das Beste an diesem Film: dass er seine Virtuosität nicht vor sich herträgt. Dass er seinen logistischen Größenwahn ganz der Geschichte unterordnet und an keiner Stelle selbstzweckhaft zur Schau stellt. „Victoria“, dieser eigentlich unscheinbare kleine Ensemble-Film, der sich ein paar Straßenzüge aus Berlin-Mitte für 138 Minuten zur Bühne macht, besteht (falls es irgendjemand tatsächlich noch nicht mitbekommen hat) aus einem einzigen Echtzeit-Take. Das muss man vorab zur Kenntnis nehmen. Denn sonst könnte es passieren, dass die Machart angesichts einer entwaffnend mitreißenden Erzählweise gänzlich aus dem Blick gerät.

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Deutschlands erste Comic Con verspricht buntes Programm | Dortmund: 5. und 6. Dezember

Samstag, 14. November 2015

Am ersten Dezemberwochenende steht die Dortmunder Westfalenhalle ganz im Zeichen von Nerds und Geeks. Die Premiere der German Comic Con am 5. und 6. Dezember könnte den Markt für Comic- und Fantasy-Fans nach Auslaufen der Ringcon neu sortieren. Angekündigt sind zahlreiche internationale Seriendarsteller, Comickünstler, Genre-Autoren und Cosplay-Stars. Ein Folgetermin für 2016 steht bereits vorab fest. Dann allerdings wird man sich den Vergleich mit der Stuttgarter Konkurrenzveranstaltung gefallen lassen müssen, die für Ende Juni angekündigt ist.

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Spring | Filmkritik: Unsterbliche Liebe

Sonntag, 08. November 2015

Spring

Dies ist ein Liebesfilm. Der schönste und ehrlichste, den das Kino seit langem hervorgebracht hat. Frei von Klischees und mit Figuren, die sich wie echte Menschen anfühlen. Die man mag, ohne sich Mühe geben zu müssen, ja gar, ohne sich dagegen wehren zu können. Und als ob das nicht schon Ausnahmefall genug wäre, schleicht sich klammheimlich auch noch eine gehörige Dosis Lovecraft in die Geschichte ein. Ob die Macher den Namen des großen Tentakelmeisters da vielleicht einfach wörtlich genommen haben?

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Ich seh Ich seh | Filmkritik: Wiegenlied für böse Träume

Sonntag, 01. November 2015

Ich seh Ich seh

Manchmal verliert selbst Gott einen Stern. Und weil er das weiß, zählt er lieber pedantisch nach, um sicherzugehen, dass sie alle noch am Himmelszelt stehen. Dass ihr Anblick allerdings nur eine Täuschung, ihr Leuchten ein langanhaltendes Echo ihres Verglühens sein kann, war dem Verfasser des berühmten Wiegenliedes Mitte des 19. Jahrhunderts selbstverständlich noch fremd. Anders der Kenntnisstand der beiden Filmemacher hinter diesem österreichischen Schauerstück, das seine falschen Fährten zwischen Leben und Tod, Haneke, Kubrick und Torture Porn so offensichtlich legt, dass man den Wald vor lauter Bäumen einfach übersieht.

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