Archiv für September 2015

RM486: Alien in fünf Inkarnationen | Rose McGowan veröffentlicht ihr erstes Musikvideo

Sonntag, 27. September 2015

RM486 | Rose McGowan

Rose McGowan war schon immer ein Alien. Als die Öffentlichkeit 1995 erstmals mit ihr Bekanntschaft macht, ist sie ein Teenager ohne festen Boden unter den Füßen, orientierungslos auf einem Roadtrip durch die USA, randvoll mit Exzessen aus Sex, Gewalt und Crystal Meth. „The Doom Generation“ zeichnete ein fremdartiges Amerikabild, für das die damals gerade 22-jährige Zufallsschauspielerin eine ebenso attraktive wie verstörende Projektionsfläche bot. Keine ihrer Rollen danach sollte noch einmal ähnlich radikal ausfallen, auch wenn Durchschnittscharaktere ihr nie sonderlich gut standen. Inzwischen hat sie die Seiten gewechselt, führt selbst Regie und ist mit dem Musikvideo zu ihrem ersten unter eigenem Namen veröffentlichten Track auf dem besten Weg zum Gesamtkunstwerk.

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The Human Centipede | Die Kritik hasst beide Sequels – doch warum eigentlich?

Mittwoch, 23. September 2015

The Human Centipede 3

Mark Kermode, vielleicht der bekannteste lebende Filmkritiker der Gegenwart, hat in seinem BBC-Vlog zuletzt freimütig eingestanden, jahrelang munter aus „Citizen Kane“ zitiert zu haben, bevor er mit 46 Jahren endlich beschloss, den einflussreichen Klassiker von Orson Welles auch einmal selber in Augenschein zu nehmen. Das ist nicht wirklich ungewöhnlich, denn popkulturelle Phänomene (zählen wir das Kino der Einfachheit halber dazu) verdanken ihre Relevanz und Langlebigkeit weniger der Wahrnehmung als der Gesprächstauglichkeit. Davon kann Tom Six wahrlich ein Lied singen.

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The Human Centipede 3 (Final Sequence) | Filmkritik: Sorglose Anarchie

Samstag, 19. September 2015

The Human Centipede 3

In Texas ist bekanntlich alles größer. Das gilt in diesem Fall vor allem für den psychischen Vollschaden, den Gefängnisleiter Bill Boss tagtäglich mit sich herumträgt. Die Insassen bekommt er mit konventionellen Methoden schon lange nicht mehr in den Griff und so sucht er sein Heil in mittelalterlicher Züchtigung und bewährten Foltertechniken Marke Guantanamo. Doch nichts hilft und der Gouverneur droht mit Schließung der staatlichen Besserungsanstalt. Die Patentlösung liefert ausgerechnet Buchhalter Dwight: Warum nicht auf die Idee des holländischen Filmemachers Tom Six zurückgreifen und einfach alle Gefangenen zu einem monströsen Human Centipede zusammennähen?

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Warte, bis es dunkel wird (The Town that dreaded Sundown, 2014) | Filmkritik: Meta-Sequel zum Slasher-Klassiker

Sonntag, 13. September 2015

Warte, bis es dunkel wird (The Town that dreaded Sundown)

Über die Geburtsstunde des Slasher-Subgenres gibt es mindestens drei voneinander abweichende Positionen. Dass John Carpenter mit „Halloween“ 1978 den entscheidenden Dammbruch ausgelöst und der roten Flut gänzlich ungewollt den Weg bereitet hat, steht außer Frage. Ob Michael Myers allerdings ohne „Black Christmas“ (1974) jemals zur Klinge gegriffen hätte, wagen die meisten Kenner der Materie zu bezweifeln. Die Marketingverantwortlichen für „The Town that dreaded Sundown“ von 2014 würden hingegen lieber den gleichnamigen Vorgänger (dt. „Der Umleger“) von 1976 zum Urbild aller Schlitzerfilme erklären. Dabei hat er mit „Freitag, der 13.“ tatsächlich weniger gemein als mit David Finchers „Zodiac“.

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Muerte con Carne: Mexploitation-Thriller von Shane McKenzie auf dem Weg zur Verfilmung | Gigi Saul Guerrero liefert mit „El Gigante“ einen festivaltauglichen Teaser

Mittwoch, 09. September 2015

El Gigante

Im mexikanischen Grenzland liegen Paradies und Hölle nah beieinander. Für den illegalen Einwanderer Armando jedenfalls ist der Traum von einem besseren Leben schon ausgeträumt, bevor er überhaupt begonnen hat. Und das nicht etwa, weil ihn die Borderpatrol aufgegriffen hätte – was in diesem Fall fraglos das kleinere Übel gewesen wäre. Stattdessen erwacht er in eng gezurrter Maskierung und wird wenige Augenblicke später von einem bulligen Riesenwrestler zu Brei geschlagen. Als dieser Armando zum Abschluss alle Knochen bricht, spendet seine bizarre Sippschaft frenetischen Applaus. Die Begeisterung ist verständlich, denn schließlich wird da gerade ihr Abendessen vorbereitet.

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11/22/63: Fünf Herausforderungen für die Stephen-King-Adaption von J.J. Abrams

Samstag, 05. September 2015

11/22/63 | James Franco, Stephen King, J.J. Abrams

Als Stephen King auf seinem Twitter-Account das erste Foto vom Set veröffentlichte, zeigten sich die drei Hauptbeteiligten – er selbst, Schauspieler James Franco und Produzent J.J. Abrams – bestens gelaunt. Dabei stand die Verfilmung seines Opus Magnum „11/22/63“ (hierzulande unter dem nüchtern-belanglosen Titel „Der Anschlag“ veröffentlicht) über einen Zeitreisenden, der die Ermordung John F. Kennedys verhindern will, zunächst unter keinem guten Stern. Jonathan Demme hatte sich die Rechte gesichert, stieg aber kurz darauf wegen kreativer Differenzen wieder aus. Leser des Buches konnten diese Entwicklung nur begrüßen.

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