Archiv für Juni 2015

James Horner (1953 – 2015)

Freitag, 26. Juni 2015

James Horner

Als sich 1998 erstmals das Rampenlicht einer Öffentlichkeit auf ihn richtete, die bis dato zwar nichts über, wohl aber (in der Regel ohne ihr Wissen) schon eine Menge von ihm gehört hatte, war James Horner für das Hollywoodkino längst einer der gefragtesten und in gewissem Sinne auch wichtigsten Filmkomponisten seiner Generation. Und wie so oft kam die Academy mit ihrer Ehrung viel zu spät, denn der Platz, den sich Horner in den beiden vorangegangene Jahrzehnten erarbeitet hatte, sollte schon bald von anderen übernommen werden. „Titanic“ wurde sein größter Triumph, doch die Filme, für die man sich an ihn erinnern wird, lagen zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen bereits hinter ihm.

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Autostop Rosso Sangue (Wenn du krepierst, lebe ich) | Uncut-Fassung erstmals auf dem deutschsprachigen Markt erhältlich

Samstag, 13. Juni 2015

Autostop Rosso Sangue | Wenn du krepierst, lebe ich

Ein einschlägiges Beispiel für Fleiß, Vielfalt und experimentelle Rohheit des italienschen Kinos der 1970er findet endlich seinen unverfälschten Weg ins hiesige Heimkino – wenn auch ohne FSK-Freigabe. Für die Veröffentlichung von „Autostop Rosso Sangue“ (in Deutschland eher unter dem arg spekulativen Titel „Wenn du krepierst, lebe ich“ oder auch als „Der Todes-Trip“ bekannt) zeichnen die rührigen Herrschaften von OFDb Filmworks verantwortlich, deren Klassikerprogramm unter anderem bereits die Vorzeige-Edition von Stuart Gordons „From Beyond“ zu verdanken ist.

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Jurassic World | Filmkritik: Reichlich Dinos, wenig Story

Donnerstag, 11. Juni 2015

Jurassic World

Es gibt sie also noch, die Kinderzimmer, in denen sich keine Wii, Xbox oder Playstation finden lässt, sondern ausschließlich analoges Spielzeug in den Regalen steht und würdevoll vor sich hin staubt – so jedenfalls will es das Setdesign dieses erneuten Ausflugs in die Welt der geklonten Ur-Echsen. Mit den Errungenschaften der Digitaltechnik kann der etwa 10-jährige Gray Mitchell offenbar wenig anfangen, denn sein Zimmer: siehe oben. Das ist vor allem deshalb so kurios, weil der Junge als eine der zentralen Figuren ab dem zweiten Akt permanent vor computergenerierten Kreaturen davonlaufen muss, deren wirtschaftlicher Mehrwert vor allem in der Weitervermarktung liegt – etwa als analoges Spielzeug.

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Die Augen des Engels | Filmkritik

Montag, 08. Juni 2015

Die Augen des Engels

Es ist vermutlich eher Zufall, dass Michael Winterbottoms seltsam irrealer Italien-Trip augerechnet im nahen zeitlichen Umfeld von Dantes 750. Geburtstag in die Kinos gelangt. Nichtsdestotrotz scheint er sich ebenso nahtlos wie ungewollt in die momentan allgegenwärtige Feuilleton-Würdigung des mittelalterlichen Dichterfüsten (Alighieri übrigens, nicht Joe) einzufügen. Dabei spricht eine Weile lang gar nichts dafür, dass die berühmteste aller Jenseits-Reisen nach und nach von diesem Film Besitz ergreifen wird, der an der Oberfläche zunächst eine Art fiktionale Aufarbeitung des langwierigen Mordprozesses um Amanda Knox zu sein scheint.

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