Archiv für Mai 2015

Mad Max: Fury Road | Filmkritik

Sonntag, 17. Mai 2015

Mad Max: Fury Road

So ziemlich das Letzte, was man von einem millionenschweren Blockbuster erwarten würde, ist feministische Propaganda. Aaron Clarey, seines Zeichens Männerrechtsaktivist (was auch immer das sein mag) und Autor eines gut besuchten Blogs zum Thema, sieht das im Fall von George Millers Rückkehr zur blut- und benzingetränkten Postapokalypse ganz anders. Hier habe man es zweifelsfrei mit einem „trojanischen Pferd“ zu tun, das dem linken Hollywood zur Verbreitung des Gedankens diene, „Frauen seien Männern in jeglicher Hinsicht gleich – einschließlich Konstitution, Kraft und Logik.“ Könnte man diesem Film ein größeres Kompliment machen? Wohl kaum.

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Rose McGowan über Sexismus in Hollywood und wie er sich bekämpfen lässt

Samstag, 09. Mai 2015

Rose McGowan

Eine Zeitlang hat sich Rose McGowan gewundert, dass ihre Filmfiguren offenbar immer die Welt retten müssen. Ob es mit ihrer naturgemäß kämpferischen Art zu tun hat und ihren irisch-italienischen Wurzeln? In jedem Fall hat die Schauspielerin (und inzwischen auch Regisseurin) nie zu den Frauen in Hollywood gehört, die sich alles gefallen lassen, um einen Job zu bekommen. Rose McGowan hat zu den Dingen eine Meinung, und die äußert sie auch. Nicht zuletzt ist es die Rolle der Frau im Filmgeschäft, mit der sie sich zunehmend öffentlich auseinandersetzt.

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Ex Machina | Filmkritik

Donnerstag, 07. Mai 2015

Ex Machina

Caleb ist ein echter Glückspilz. Unter Hunderten (Tausenden?) von Mitarbeitern des Suchmaschinen-Giganten „Bluebook“ fällt das Los ausgerechnet auf ihn, um eine ganze Woche mit dem Konzernchef Nathan Bateman in dessen privater Kreativzuflucht irgendwo im Nirgendwo zu verbringen. Doch damit nicht genug. Kaum angekommen, eröffnet ihm das hantelstemmende Programmiergenie einen exklusiven Einblick in ein streng geheimes Forschungsprojekt: Caleb soll die Roboterfrau Ava auf die Überzeugungskraft ihres simulierten Bewusstseins prüfen. Doch bald schon stellt sich die Frage, ob die mechanische Schönheit nicht längst die nächste Evolutionsstufe erreicht hat und echte Gefühle für ihr menschliches (männliches) Gegenüber entwickelt – und das mit verheerenden Folgen.

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Son of a Gun | Filmkritik

Mittwoch, 06. Mai 2015

Son of a Gun

Julius Averys Spielfilmdebüt beginnt als raues, wenig zimperliches Knastdrama. Gemeinsam mit dem 19-jährigen Kleinkriminellen JR (nicht Ewing) tauchen wir ein in eine Welt, die geprägt ist von klaren Hierarchien und ritualisierten Demütigungen. Der junge Mann wirkt irgendwie fehl am Platz, scheint den tätowierten, hünenhaften Muskelbergen in seiner Umgebung nichts entgegensetzen zu können, erregt aber doch die Aufmerksamkeit des Schwerverbrechers Brendan Lynch (überraschende Wahl: Ewan McGregor), der ihn vor einer Vergewaltigung durch sadistische Mithäftlinge bewahrt. Schon bald hat er einen gefährlichen Auftrag für den Frischling, womit „Son of a Gun“ langsam, aber sicher Gangsterfilm-Territorium betritt.

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The Saints – Sie kannten kein Gesetz | Filmkritik

Montag, 04. Mai 2015

The Saints

Braunstichige Bilder, eine im ländlichen Milieu angesiedelte Handlung und ein junges Outlaw-Pärchen in Schwierigkeiten – kundige Cineasten dürften bei David Lowerys zweitem Spielfilm unweigerlich an Klassiker wie Arthur Penns „Bonnie und Clyde“ oder Terrence Malicks „Badlands“ denken. Gangsterroadmovies, die im New-Hollywood-Kino der 1960er und 1970er Jahre entstanden – einer Epoche, die von kreativer Freiheit, kritischer Selbstbeschau und Entlarvung vermeintlicher Gewissheiten geprägt war. Lowery, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, beschwört mit „The Saints [bzw. Ain't Them Bodies Saints]“ ganz bewusst den Geist berühmter Couple-on-the-Run-Erzählungen, treibt seine Geschichte aber in eine andere, ebenfalls sehr spannende Richtung.

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