Archiv für März 2015

Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis | Filmkritik

Samstag, 28. März 2015

Nightcrawler

Wer der Auffassung ist, diese finstere Satire über Sensationsjournalismus und mediales Blutgeld trage ein bisschen arg dick auf, sollte dringend einen Blick auf dasjenige werfen, was Bild-Chef Kai Diekmann jüngst über die von seiner Zeitung publizierten ungepixelten Aufnahmen trauernder Angehöriger im Umfeld des Flugzeugabsturzes der 4U9525 zu twittern hatte: Man halte sich „bei allem Mitgefühl“ schließlich an „internationale journalistische Standards“ – und das ist leider die traurige Wahrheit. Louis Bloom, der ebenso skrupellose wie clevere Antiheld von „Nightcrawler“, dehnt und deutet die Grenzen dieser Standards zwar auf eigene Weise, macht aus seiner Sicht aber alles richtig.

(weiterlesen…)

Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones | Filmkritik

Donnerstag, 26. März 2015

Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones

Kürzlich hat Liam Neeson zu Protokoll gegeben, sein Status als einziger noch verbliebener und zudem verlässlich kassenträchtiger Actionheld der Gegenwart werde wohl in etwa zwei Jahren dem Ende zugehen. Dass sich Luc Besson im Anschluss unmittelbar voller Panik an die Drehbücher für „Taken“ 4 und 5 gesetzt habe, ist zwar vermutlich nur ein Gerücht, doch ein angemessener Nachfolger (Nicolas Cage? Keanu Reeves?) für den hochgewachsenen Iren mit dem späten Karrierewandel ist derzeit nicht wirklich in Sicht. Wie er selber seine Paraderolle als einsamer Wolf mit eigenen Moralvorstellungen in Zukunft weiterführen könnte, davon vermittelt diese möglicherweise als Franchise angedachte Bestselleradaption eine ganz gute Idee.

(weiterlesen…)

Lost River | Filmkritik

Dienstag, 24. März 2015

Lost River

Dass er in Cannes einmal kollektiv ausgebuht werden würde, hätte sich Ryan Gosling vermutlich eher nicht träumen lassen. Doch das Publikum an der Croisette ist bekanntlich gnadenlos und so gab es für das Regiedebüt des Kanadiers nicht nur lautstarke Unmutsbekundungen, sondern auch jede Menge Häme in Form niederschmetternder Kritiken. Nüchtern betrachtet, besteht zu beidem kein wirklich nachvollziehbarer Anlass, denn das einzige, was „Lost River“ zu einem Problemfall werden lässt, ist der Fluch eines guten Namens und die willkommene Gelegenheit, sich bei Gosling für sein unverschämt gutes Aussehen und seine bislang solide Karriere zu rächen. Erwachsen ist das selbstverständlich nicht.

(weiterlesen…)

From Dusk till Dawn: Die Serie (Staffel 1) | Robert Rodriguez repariert in der Neuauflage seines eigenen Kultklassikers jede Menge lose Enden

Samstag, 21. März 2015

From dusk till dawn: Die Serie | Staffel 1

1996 gab es eine Menge Gründe, angesichts von Quentin Tarantinos seltsamem Genre-Zwitter ungläubig den Kopf zu schütteln. Heute drängt sich rückblickend vor allem die Frage auf, wie George Clooneys Karriere im Anschluss an seine Rolle als ultracooler Gecko-Bruder mit prominentem Schultertattoo so dermaßen geradlinig und politisch korrekt verlaufen konnte. Was hingegen die Entscheidung von Robert Rodriguez angeht, den Stoff knapp zwei Jahrzehnte später noch einmal aus der Schublade zu ziehen und als TV-Serie wiederaufleben zu lassen, so ist verständnisloses Schulterzucken vermutlich die einzig angemessene Erstreaktion.

(weiterlesen…)

Der Babadook | Filmkritik

Mittwoch, 18. März 2015

Der Babadook

Es ist nur ein Traum, doch wie oft mag Amelia ihn schon durchlebt haben in den letzten sechs Jahren? Als klirrende Zeugen eines schicksalhaften Unfalls segeln ungezählte Glassplitter an ihr vorbei und verleihen den Erinnerungen vermeintlich physische Relevanz, bis der beständige Weckruf ihres Sohnes zu ihr durchdringt und sie in die Gegenwart zurückholt. Später wird sie Glassplitter in ihrer Suppe finden, reale diesmal, für deren Existenz es jedoch keine sinnvolle Erklärung gibt. Und auch sonst wird sich das Trauma vom gewaltsamen Tod des Ehemanns zunehmend manifestieren und Gestalt annehmen. Es hat sogar einen eigenen Namen. Es heißt Babadook.

(weiterlesen…)

Die langen hellen Tage | Filmkritik

Sonntag, 15. März 2015

Die langen hellen Tage

Ein ungewöhnliches Geschenk wird im Spielfilmdebüt der georgischen Regisseurin und Drehbuchautorin Nana Ekvtimishvili (Co-Regie: Simon Groß) zur treffenden Zustandsbeschreibung einer zerrütteten Gesellschaft. Von einem Verehrer erhält die selbstbewusste Natia eine Pistole, welche die Teenagerin gegen die Gewalt um sie herum beschützen soll. Es ist ein Liebesbeweis der besonderen Art. Eine eigentlich seltsame Geste der Zuneigung, die im Kontext des unaufgeregten Coming-of-Age-Dramas allerdings vollkommen selbstverständlich erscheint.

(weiterlesen…)

Big Eyes | Filmkritik

Mittwoch, 11. März 2015

Big Eyes

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und Schönheit liegt im Auge des Betrachters: Die ästhetischen Qualitäten von Margaret Keanes bizarr-kitschigen Porträts trauriger Kinder mit überdimensional großen Augen mögen einem noch so fragwürdig erscheinen, ihr sensationeller Verkaufserfolg in den 60er Jahren lässt sich jedenfalls nicht kleinreden. Dass Tim Burton seit langem zu den glühenden Verehrern und Sammlern der schwer zu ertragenden Bilder gehört, kann nicht wirklich überraschen. Jetzt hat er also einen Film über die Künstlerin gemacht, die auf schier unglaubliche Weise lange Zeit im Schatten ihres hallodrigen Ehemanns stand.

(weiterlesen…)

Soska-Schwestern und Marvel-Autor schreiben Graphic Novel als Vorlage für Kinofilm

Montag, 09. März 2015

Twisted Twins und Daniel Way

Wer bislang der Überzeugung war, die momentan meistgehypten Zwillinge auf dem Independent-Markt hätten mit dem Titel ihres 2009er Erstlings „Dead Hooker in a Trunk“ bereits das Maximum an Exploitation erreicht, wird jetzt eines Besseren belehrt. „Kill-Crazy Nymphos Attack!“ (das Ausrufungszeichen zählt) haben die als Twisted Twins bekannten Schwestern ihr nächstes Projekt benannt, und das ist – vorerst – kein Film, sondern eine Graphic Novel. Mit an Bord ist Marvel-Autor Daniel Way.

(weiterlesen…)

Ama Lea’s Production Diary, Day 3: Teaser

Samstag, 07. März 2015

Sweethearts by Ama Lea

Seven months ago I turned thirty. For normal people that means very little else than another year older, another milestone in the books. For an overly ambitious person though that means What-The-Fuck-Am-I-Doing-With-My-Life?! And that’s how it hit. I knew at this point I had a strong body of film work. I’d gone to countless meetings and nothing had come of it. I couldn’t wait another minute to get my first feature film moving. I just couldn’t. I couldn’t waste another year of my life accomplishing nothing substantial.

(weiterlesen…)

Among the Living | Interview mit Julien Maury

Donnerstag, 05. März 2015

Julien Maury

Alexandre Bustillo und Julien Maury gelten mit ihrem kompromisslosen Erstling „À l’intérieur [dt. Inside]“ als Mitbegründer des neuen französischen Horrorkinos. Eher träumerisch als blutig geriet 2011 der Nachfolger „Livide“, der eine Menge Harcore-Fans ratlos zurückließ. Mit ihrem aktuellen Film „Among the Living“ bietet das Duo jetzt eine Art „Goonies“-Variante des Psycho-Slashers und überrascht erneut. Im Rahmen der Deutschland-Premiere auf dem letztjährigen Fantasy Filmfest sprachen wir mit Julien Maury über den Young Adult Horror der 80er, Stephen King, riskante Plots und warum er sich mit Crowdfunding erst noch anfreunden muss.

(weiterlesen…)

Julien Maury walks (and talks) Among the Living | Interview (english version)

Donnerstag, 05. März 2015

Julien Maury

With their uncompromising debut „Inside“, Alexandre Bustillo and Julien Maury classified themselves as cofounders of a new and very gory wave of French horror cinema. Their follow-up „Livid“ turned out to be rather dreamful and left hardcore-fans puzzled. With their current feature „Among the Living“, the duo surprises again by delivering a very specific mashup of „The Goonies“ and classic slasher flicks. When premiering the movie in Germany last year we spoke with Julien Maury about Young Adult Horror of the 80’s, Stephen King, risky plots and why he still has to get used to crowdfunding.

(weiterlesen…)

Quotendruck und Rundfunkstaatsvertrag: Wohin treibt der deutsche Serienmarkt? | Interview mit Barbara Thielen (Ziegler Film)

Montag, 02. März 2015

Weissensee

Neue Horizonte: Im April 2014 wechselte die bisherige RTL-Fictionchefin Barbara Thielen nach über 8 Jahren nahtlos in die Geschäftsführung von Ziegler Film München. Für die traditionsreiche Produktionsforma mit Hauptsitz Berlin betreut sie seitdem unter anderem den Ausbau des Serienbereichs. Laila Oudray traf die Diplom-Biologin in Köln und plauderte mit ihr über den Wandel des Formats angesichts aktueller Erfolge aus den USA und die Chancen für den deutschen TV-Markt.

(weiterlesen…)