Archiv für Januar 2015

Dark Skies – Sie sind unter uns | Filmkritik

Samstag, 31. Januar 2015

Dark Skies

Von der Alien-Invasion als wiederkehrendem Trend in den narrativen Medien zu sprechen, wäre vermutlich etwas voreilig. Dass die Zeichen aber nicht schlecht stehen, lässt sich durchaus konstatieren. Im TV hält sich „Falling Skies“ tapfer und eine Neuauflage von „Akte X“ scheint beschlossene Sache zu sein. Im Kino spielen die feindlich gestimmten Besucher aus dem All aktuell noch keine ernstzunehmende Rolle, doch Low-Budget-Produktionen aus dem Horror-Umfeld wie „Alien Abduction“ (2014), demnächst „Extraterrestrial“ von den Vicious Brothers und eben „Dark Skies“ (nicht zu verwechseln mit der US-Serie von 1997) haben sie bereits für sich entdeckt

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Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel | Filmkritik

Freitag, 23. Januar 2015

Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel

Es scheint eine Art filmisches Naturgesetz zu geben, dem gemäß folgende Ereignisse unabdingbar miteinander verbunden sind: 1. Eine Gruppe, deren Mitglieder nur sehr eingeschränkt an Übersinnliches glauben, beschließt aus dem einen oder anderen Grund, mithilfe eines Hexenbretts (Ouija) Kontakt zur Geisterwelt aufzunehmen. Dazu legt jeder einen Finger auf den pyramidenförmigen Zeiger (Planchett) und wartet ab, was passiert. 2. Sobald tatsächlich Bewegung ins Spiel kommt und der erste Buchstabe wie von Geisterhand angesteuert wird, ruft einer der Beteiligten mit untrüglicher Sicherheit: „Wer von Euch war das?“ – Daran führt kein Weg vorbei, und Autoren, die sich dieser kausalen Notwendigkeit verweigern, werden umgehend mit einem lebenslangen Arbeitsverbot belegt. So jedenfalls muss man wohl vermuten.

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Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel | Der Film zum Brettspiel ist vor allem verbranntes Geld

Dienstag, 20. Januar 2015

Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel

Der deutsche Titelzusatz mag zwar generell einen guten Rat erteilen, hat mit dem Film selber aber herzlich wenig zu tun. Der Leibhaftige bleibt entgegen aller Erwartung jedenfalls außen vor. Möglicherweise hatte er einer Beteiligung ja sogar aktiv widersprochen – und das wäre nur allzu verständlich, denn wer will sein über Jahrhunderte hinweg hart erarbeitetes Image schon A. generell in den Dienst von Michael Bays wenig subtilem Kawumm-Kino stellen und B. in einem 90-minütigen Werbefilm als Testimonial für ein Brettspiel herhalten? „Ouija“ („Wie-Dschah“ für alle, die an der Kinokasse nicht wissen, was sie sagen sollen) ist genau dies und damit ein weiteres Beispiel für die unheilige Allianz zwischen Hollywood und der Spielzeugindustrie.

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The Resurrected: Lovecraft-Verfilmung von Dan O’Bannon | Re-Release mit unveröffentlichten Szenen

Samstag, 10. Januar 2015

Dan O´Bannon

Den meisten ist Dan O’Bannon vor allem als Schöpfer von Ridley Scotts „Alien“ bekannt, und das zurecht. Dass der bahnbrechende Klassiker dabei jedoch so manch anderen bemerkenswerten Genre-Beitrag des 2009 verstorbenen Autors und Filmemachers gnadenlos überschattet, ist durchaus bedauerlich. Bis heute liegen zahlreiche Drehbücher aus dem Nachlass brach, die vermutlich nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden. Umso wichtiger muss die genauere Betrachtung von O’Bannons zu Lebzeiten realisierten Arbeiten erscheinen. In diesem Zusammenhang kann man es nur gut heißen, dass sich die rührigen Kollegen von OFDb Filmworks aktuell um ein gründliches Re-Release der Lovecraft-Verfilmung „The Resurrected“ kümmern.

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3 Minutes | Filmkritik

Donnerstag, 08. Januar 2015

3 Minutes

Nicht zum ersten Mal dient ein feststeckender Aufzug als Basis für einen mehr oder weniger packenden Thriller-Stoff. So sperrte Carl Schenkel in „Abwärts“ (1984) unter anderem Götz George und Wolfgang Kieling auf engstem Raum ein und ließ die Spannungen in der Kabine zusehends eskalieren. 2010 legte John Erick Dowdle (zuletzt: „Katakomben“) den von M. Night Shyamalan erdachten Horrorfilm „Devil: Fahrstuhl zur Hölle“ vor, bei dem sich kein Geringerer als der Leibhaftige unter eine festsitzende Menschengruppe mischt. Deutlich reduzierter präsentiert sich Massimo Coglitores mit englischsprachigen Darstellern in Italien entstandene Produktion „3 Minutes“ (Originaltitel: „The Elevator“), die vorwiegend als Zweipersonenstück daherkommt

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The Crawlers: Jason Lapeyre und Edward R. Pressman adaptieren Philip K. Dick

Dienstag, 06. Januar 2015

Jason Lapeyre

Bis heute beruhen rund 20 Filme (meist sehr lose) auf Vorlagen des vor allem für seine philosophischen Zukunftsfantasien bekannten US-Autors Philip K. Dick, darunter Großproduktionen wie „Minority Report“, „Total Recall“ oder Ridley Scotts Genre-Klassiker „Blade Runner“. Dass es dabei vor allem Kurzgeschichten sind, die den Weg auf die Leinwand geschafft haben, muss angesichts seiner fast 50 Romane durchaus verwundern. Keine Ausnahme von der Regel ist die aktuell von Produzent Edward R. Pressman („American Psycho“, „Bad Lieutenant“) und Autorentochter Isa Dick Hackett initiierte Verfilmung von „The Crawlers“, einer frühen Short Story aus dem Jahr 1953.

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Devil’s Knot – Im Schatten der Wahrheit | Filmkritik

Sonntag, 04. Januar 2015

Devil´s Knot

Die Schlagworte „West Memphis Three“, die hierzulande in erster Linie eher Achselzucken hervorrufen dürften, stehen im amerikanischen Kollektivgedächtnis für ein grausames Verbrechen und eine Aufsehen erregende Prozesswelle. Reale Ereignisse, die bereits Gegenstand mehrerer Dokumentationen und Tatsachenbücher waren. Etwas verwundert zeigte sich aus diesem Grund die US-Kritik über Atom Egoyans Versuch, den viel diskutierten Fall in Form eines Spielfilms aufzuarbeiten.

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Birdman | Filmkritik

Freitag, 02. Januar 2015

Birdman

Riggan Thomson hat einen Alptraum. Das Flugzeug, in dem er gerade sitzt, gerät in heftige Turbulenzen und alle anderen Passagiere kreischen und zetern vor Angst. Doch er selbst bleibt völlig ruhig, denn ihn beschäftigt nur ein einziger Gedanke: Ein paar Reihen vor ihm sitzt George Clooney mit seinem dämlichen Kinn und all der hysterischen Aufmerksamkeit, die ihm jederzeit sicher ist. Würde der Pilot die Situation nicht unter Kontrolle behalten können und es käme zum Absturz, wessen Foto würde Riggans Tochter dann am nächsten Tag groß in der Zeitung sehen und wessen Foto nicht? Genau.

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